Neue Tennis-Vorsitzende aus Calw: Ein Projekt liegt Martina Fischer besonders am Herzen

Martina Fischer ist seit dem Frühjahr neue Vorsitzende des Tennisbezirks Stuttgart/Böblingen/Calw.
FischerDas Gleichgewicht im Tennis-Bezirk Stuttgart/Böblingen/Calw bleibt bestehen: Während sich das sportliche Geschehen vor allem in der Landeshauptstadt abspielt, ist der Kreis Calw für die administrative Ebene zuständig. Und so kommt nach dem im Frühjahr abgetretenen Bezirksvorsitzenden Manfred Kiefer (Nagold) auch seine Nachfolgerin Martina Fischer (Calw) vom westlichen Ende des Tennis-Bezirks. „Das ist ein gutes Zeichen, dass sich auch die weißen Flecken zum Bezirk zugehörig fühlen. Wir versuchen ja auch immer, Veranstaltungen in den Kreis Calw zu holen und alle drei Teile des Bezirks gleich zu behandeln“, sagt Fischer, die zuvor bereits stellvertretende Bezirksvorsitzende war. Sie gesteht aber auch, gerne in Stuttgart zu sein: „Das hat schon wirklich viel Charme, wenn man dort auf die großen Tennisanlagen kommt.“
Gutes Team hinter sich
Fischer ist zugleich Vorsitzende des TC Blau-Weiß Calw. Ein schwieriger Spagat? Die in Berlin aufgewachsene Calwerin, die noch bis zum Beginn der Sommerferien auch Schulleiterin der Grundschule in Hirsau ist, winkt ab: „Ich habe sowohl im Bezirk als auch im Verein gute Leute hinter mir. Damit steht und fällt ja alles. Aber da sind wir wirklich gut aufgestellt.“
Seit 2000 in Calw
Im Alter von acht Jahren begann Fischer mit dem Tennis spielen. Mit 14 Jahren wurde sie erstmals im Trainerbereich eingesetzt. Vier Jahre später machte sie ihren C-Trainerschein, mit 25 Jahren den B-Trainerschein. „Mein Schwerpunkt liegt immer darauf, mit Kindern zu arbeiten“, sagt die Lehrerin, die es im Jahr 2000 aus beruflichen Gründen nach Calw zog. 2002 wurde sie Schultennisreferentin des Bezirks, 2016 stellvertretende Bezirksvorsitzende. Beim TC Blau-Weiß Calw, mit dem sie selbst in der Württembergliga spielte, wurde sie 2004 in den Vorstand gewählt und ist seit 2011 Vorsitzende. „Es war einfach der Lauf des Weges, dass ich Bezirksvorsitzende werde“, sagt Fischer mit Blick auf ihre Vita.
Vorgänger oft vertreten
Die ersten Monate im Amt beschreibt die neue Bezirksvorsitzende als „recht ruhig“. Klar ist für sie: „Ich wusste ganz genau, was auf mich zukommt.“ Gerade in der Corona-Zeit musste sie oft den erkrankten Manfred Kiefer vertreten. Nun ganz offiziell als Bezirksvorsitzende im Amt definiert Fischer ihre Aufgabe so: „Ich vertrete die Interessen aller Vereine im Bezirk, bin Ansprechpartnerin und übernehme repräsentative Aufgaben. Wie sich meine Arbeit konkret entwickelt, hängt maßgeblich vom WTB ab.“ Denn der Württembergische Tennisbund setzt verstärkt auf das Hauptamt und will seine ehrenamtlich tätigen Mitstreiter wie Fischer entlasten. Die findet das gut, denn: „Das Ehrenamt ist nicht mehr zeitgemäß. Wer voll im Berufsleben steht, kann sich nicht voll im Ehrenamt einbringen. Das ist schwierig geworden.“ Eines macht die neue Chefin aber deutlich: „Ich kann mich genauso durchsetzen wie Männer.“
Ein Projekt liegt Fischer in ihrer Amtszeit ganz besonders am Herzen: die Mitgliederversammlungen. Die wurden in den vergangenen Jahren von den Vereinen des Bezirks immer schlechter besucht. Die neue Bezirksvorsitzende unterstreicht: „Wir werden die Mitgliederversammlungen umgestalten und attraktiver machen, um künftig wieder mehr Leute anzulocken.“