Lörracher vor Weltcup-Gesamtsieg: Snowboardcross - Schafft Leon Ulbricht die Sensation?

Leon Ulbricht will in Kanada seinen ersten Weltcup-Gesamtsieg feiern.
Joachim HahneDer Lörracher startet am Samstag im Saisonfinale im Gelben Trikot. Der Vorsprung ist winzig, die Konkurrenz groß.
Leon Ulbricht (SC Rötteln) bleibt cool. Er sieht die Dinge pragmatisch: Wenn er am Samstag vor Aidan Chollet (FRA) und Adam Labert (AUS) ins Ziel fährt, gewinnt er die große Kristallkugel im Snowboardcross. Wenn nicht, dann halt nicht.
Zwei Franzosen und ein Australier die Gegner
Denn: Die Abstände vor dem abschließenden Rennen am Samstag, 28. März, um 17 Uhr in Mt. St. Anne (CAN) sind knapp. Ulbricht führt genau mit einen Punkt vor dem Franzosen das Ranking an. 42 Punkte dahinter lauert der Australier. Und auch Jonas Chollet (FRA) auf Platz vier hat rechnerisch noch die Chance auf den großen Coup.
Leon Ulbricht zur Situation: „Das gelbe Trikot bringt mir aktuell gar nichts. Auch wenn es aussagt, dass ich in der Saison bisher die meisten Punkte gesammelt habe. Abgerechnet wird am Samstag - und da versuche ich, wie in jedem anderen Rennen auch, mein Ding zu machen und nicht auf die Gegner zu schauen.“
Für Ulbricht wäre die Kristallkugel nach dem unglücklichen Ausscheiden bei Olympia in Italien, wo er mit Teamkollege Martin Nörl (DJK-SV Adlkofen) kollidiert ist, der Lohn für eine erfolgreiche Saison in der er - Stand jetzt - einen Sieg und zwei Podiumsplätze eingefahren hat.
Die ersten Eindrücke nach dem Training in Kanada stimmen den 21-Jährigen positiv. Auch dass er in Kanada vor zwei Jahren als Dritter schon einmal ganz nach vorne gefahren ist, lässt den Deutschen am Samstag zuversichtlich an den Start gehen.
„Die Strecke sieht bis auf die Startgerade, die weniger technisch ist, aus wie in den vergangenen Jahren. Das Training lief gut, der Speed stimmt. Jetzt schlafe ich bis morgen noch meinen Jetlag aus und dann kann es losgehen,“ gibt sich der 21-jährige Lörracher selbstbewusst
Beerbt Ulbricht Teamkollege Nörl?
Ulbricht wäre nach Teamkollege Martin Nörl der zweite deutsche Athlet, der sich innerhalb kürzester Zeit im Snowboardcross den Gesamtsieg sichern kann. Dem 31-Jährigen gelang das Kunststück zwei Jahre hintereinander - in der Saison 2021/22 sowie 2022/23. Und auch Nörl kennt sich mit Millimeter-Entscheidungen im letzten Saisonrennen aus: 2023 sicherte er sich die Kristallkugel im Photofinish vor Lucas Eguibar (ESP).
Fischer, Hoshino und Reichle am Start
Neben Nörl und Ulbricht starten in Mt. St. Anne außerdem Jana Fischer (SC Löffingen), Kurt Hoshino (SC Sonthofen) und Julius Reichle (SC Konstanz) für das Team Snowboard Germany.