Leichtathletik Deutsche Meisterschaften
: Julia Ehrle und Elena Burkard räumen ab

Die Deutschen Langstrecken- und Staffelmeisterschaften fanden am Wochenende in Hamburg statt. Auf der altehrwürdigen Jahnkampfbahn war die LG farbtex Nordschwarzwald der große Abräumer.
Von
Christian Lenk
Oberndorf
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Julia Ehrle (links) und Elena Burkard freuen sich gemeinsam.

Karl Löbe

Denn ganz nach dem Motto „Ladies First“ waren es die beiden Starterinnen der LGN, Julia Ehrle und Elena Burkard, die sich mit der gleichen Taktik zu neuen deutschen Meisterinnen kürten.

Den Meisterschaftsauftakt für die Nordschwarzwälder machte allerdings Viktor Luft bei der M50 über 5000m. Luft lief hier ein starkes Rennen, das er in neuer Saisonbestleistung von 17: 16,68 Minuten auf Rang sechs der M50 hervorragend abschloss.

Von Beginn an Tempo

Julia Ehrle war im Anschluss eine der drei Topfavoritinnen im Rennen der U20 über 5000m neben Emily Junginger vom VfL Sindelfingen und Franziska Drexler von der LG Regensburg. Drexler und Junginger sorgten von Beginn an für ein Tempo, dem bis auf Ehrle und der Mannheimerin Leonie Fileviez Perez keine weitere Läuferin folgen konnten.

Julia Ehrle schaltet einen Gang hoch

Je näher es dem Ziel ging, merkte man Ehrle aber an, dass sie offensichtlich nur darauf wartete, einen Gang hochzuschalten. Das tat sie dann auch genau nach der zehnten von insgesamt zwölfeinhalb Runden. Mit ihrem letzten Kilometer in unter drei Minuten nahm die 17-Jährige der versammelten deutschen U20-Spitze noch elf Sekunden ab und stürmte in 16:47,98 Minuten zu ihrem insgesamt neunten Deutschen Meistertitel.

Premiere über die 25 Stadionrunden

Den nächsten Coup landete danach Elena Burkard im 10 000m-Rennen. Bei ihrer Premiere über die 25 Stadionrunden lief Burkard ein taktisch meisterliches Rennen. Während die Titelverteidigerin und frischgebackenen Vize-Europameisterin über 10 Kilometer auf der Straße, Eva Dieterich von der LAV Tübingen das Tempo machte, lief Burkard immer in deren Windschatten.

Dahinter war auch noch Dieterichs Teamkollegin Lisa Merkel, die nach etwa 7000m wieder zum Spitzenduo aufgeschlossen hatte. Merkel und Dieterich wechselten sich anschließend bei der Tempoarbeit ab, doch die Nordschwarzwälderin ließ sich nicht abschütteln.

Ziemlich entspannt

Ganz im Gegenteil, denn wie Ehrle zuvor sah es auch bei Burkard trotz des hohen Tempos noch ziemlich entspannt aus. Genau eine Runde vor Schluss griff sie an und riss sofort ein Loch zu den beiden Tübingerinnen. Die Lücke wurde schnell größer. Eingangs der Zielgeraden drehte sie sich kurz um, doch bereits jetzt klaffte ein Loch von knapp 20 Metern.

Spurt durchgezogen

Elena Burkard zog den Spurt aber durch und holte sich bei ihrem ersten 10 000m-Rennen auf der Bahn souverän in sehr schnellen 31:40,79 Minuten den deutschen Meistertitel. Mit ihrer Zeit schaffte sie auch die Normerfüllung zum 10 000m-Europacup, der am 3. Juni im französischen Pacé stattfinden wird.

Nach dem Rennen zeigte sich Burkard ausgelassen: „So macht eine 10000m-Premiere natürlich Spaß! Ich habe mich auf das Rennen gefreut, weil man so spät in der Karriere nicht viele Dinge zum ersten Mal tun kann, aber ich hatte auch gehörig Respekt vor 25 Runden in Spikes. Es ist dann genau so gelaufen wie erwartet, und ich habe mich richtig gut gefühlt. Mit dem Vizetitel über 1500 Meter in der Halle und jetzt Gold heute, was mir unglaublich viel bedeutet, kann man schon ein bisschen stolz sein.“

Auch die Staffeln im Einsatz

Am Sonntag standen dann noch die Deutschen Staffelmeisterschaften an, bei denen sich die 3x1000m-Männerstaffel der LG farbtex Nordschwarzwald auch einige Chancen ausrechnete. Allerdings war Startläufer Henri Hansert anfangs etwas eingekesselt und bis er sich aus dem Feld etwas herausgearbeitet hatte, waren vorne einige der favorisierten Staffeln bereits enteilt.

Turbo gezündet

Karl Löbe an Position zwei des Nordschwarzwälder Trios konnte dann mit einem schnellen zweiten 1000m-Abschnitt die Lücke etwas verkleinern und übergab auf Rang fünf liegend an Jens Mergenthaler.

Der zündete nach einem fast identischen Rennverlauf wie damals den Turbo. Dieses Mal aber war die Lücke nach ganz vorne zu groß. Nichtsdestotrotz trotz ließ Mergenthaler wieder einen tollen Schlussabschnitt folgen und war am Ende der Garant für Bronze in 7:28,15 Minuten hinter der LSC Höchstadt/Aisch 2 und dem Königsteiner LV.

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