Kurs für neue Schiedsrichter: Neulingsberater: „Das war extrem enttäuschend“

Neulingsbetreuer Thomas Horvat
SRGDie Schiedsrichtergruppen Böblingen, Calw und Nördlicher Schwarzwald bieten wieder einen Neulingskurs im Herbst an. Dieser findet als praxisorientierter Kurs im Konzept 3.0 statt. Wer sich entscheidet, mitzumachen, sollte sich bis spätestens 8. September anmelden. Neulingsbetreuer Thomas Horvat vom Schiedsrichterausschuss beantwortet ergänzend im Vorfeld des Kurses einige Fragen.
Mit welchen Zielen gehst du persönlich in den kommenden Neulingskurs?
Definitiv, um mehr Schiedsrichter zu gewinnen. Im letzten Kurs hatten wir nur vier Bewerber und zwei Teilnehmer, die dann tatsächlich teilgenommen haben. Das war extrem enttäuschend. Vor allem ist es wichtig für die Vereine, dass wir mehr Schiedsrichter generieren. Wenn wir bei dieser geringen Anzahl bleiben, können wir im besten Fall die meisten Spiele besetzen; jedoch nicht unsere Jungschiedsrichter optimal betreuen und damit die Qualität der Schiedsrichter*innen verbessern. Genau das ist es, was alle wollen: einen guten Schiri.
Herausfordernd und spannend
Warum ist Schiri sein nicht nur wichtig, sondern auch schön?
Schiedsrichter zu sein ist nicht nur wichtig, um Fairness und Ordnung auf dem Spielfeld zu gewährleisten, sondern es ist auch eine sehr schöne Aufgabe, da man die Möglichkeit hat, aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen und Einfluss auf den Ablauf des Spiels zu nehmen. Außerdem ist es eine herausfordernde und spannende Tätigkeit, die sowohl körperlich als auch mental fordert. Zudem kann man als Schiedsrichter auch dazu beitragen, Respekt und die Disziplin im Sport zu fördern und den Spielern ein faires und gerechtes Umfeld zu bieten. Alles in allem ist es also nicht nur wichtig, sondern auch eine sehr erfüllende und schöne Aufgabe, Schiedsrichter zu sein.
Strafe bezahlen
Es ist ja auch so, dass Vereine für jeden Schiedsrichter, den sie stellen, Geld sparen. Erkläre mal.
Ja, das stimmt und die Berechnung ist etwas kompliziert. Zusammenfassend kann man sagen, für jede gemeldete Mannschaft eines Vereins benötigt man einen anrechenbaren Schiedsrichter. Je höher die Liga, desto mehr Schiedsrichter werden benötigt. Hat der Verein zu wenige Schiedsrichter, muss er eine gewisse Strafe bezahlen, hat er mehr Schiedsrichter als benötigt, bekommt er einen Betrag erstattet. Also lohnt es sich immer, für die Vereine ausreichend Schiedsrichter zu haben.
Gibt es ein ideales Alter, um als Schiri einzusteigen?
„Nein, es ist möglich, in jedem Alter Schiedsrichter zu werden, man kann mit 14 Jahren beginnen (in Ausnahmen schon mit 13 Jahren), nach oben gibt es keine Grenzen. Ich selbst habe auch erst nach meiner aktiven „Karriere“ im zarten Alter von 35 Jahren mit der Schiedsrichterei begonnen und sehr viel Respekt und Anerkennung in dieser Aufgabe erhalten. Im Letzten Kurs hatten wir sogar einen Teilnehmer mit über 60 Jahren.
Ergänze: Mir macht die Pfeiferei Spaß, weil . . .
...Fußball für mich genauso viel Leidenschaft bedeutet als Schiedsrichter, wie auch als Spieler. Schiedsrichterei bedeutet für mich Gemeinschaft, Verantwortung, Herausforderung, körperliche Aktivität und Weiterentwicklung. Die positiven Dinge überragen die negativen Dinge eindeutig.
Der Neulingskurs
Infos und Anmeldung sind auf der Internetseite der Schiedsrichtergruppe Nördlicher Schwarzwald zu finden. Anmeldeschluss ist der 8. September.
Termine: Am 9., 16., 18., und 20. September finden Online-Schulungen statt. Am 21. September wird es einen Praxisteil und eine Zwischenprüfung in Präsenz geben.
Weiterer Verlauf: Im Anschluss dieses Blocks werden alle Neulinge ihre ersten Spielleitungen durchführen. Dazu sind Spiele in den unteren Jugendklassen (zwischen C- und D-Jugend) vorgesehen. Nach der Durchführung dieser Spiele findet ein zweiter Block mit weiterer Regelkunde statt – die Termine des zweiten Blocks werden noch festgelegt