Interview mit MTB-Ass Luis Zajac
: Downhill, Sturz, Helikopter und die besondere Vater-Sohn-Beziehung

Luis Zajac zählt zu den Downhill-Talenten. Im Gespräch mit seinem Vater und Manager Andrelej berichten sie von Rückschlägen, Trainingseinheiten und Zukunftsplänen.
Von
Concetto Longo
Oberndorf
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Luis Zajac in Action auf der Strecke in Ilmenau.

Zajac

Luis Zajac rast mit seinem Bike über komplexe Downhill-Strecken und meistert dabei schwierige Hindernisse. Downhill gehört zu den anspruchsvollsten Disziplinen im Mountainbike-Sport. Gefahren wird auf steilen, technisch anspruchsvollen Abfahrten mit Wurzeln, Felsen, engen Kurven und Sprüngen. Bis zu 70 Stundenkilometer verlangen von den Fahrern höchste Konzentration, Mut und Körperbeherrschung.

Mit einer Körpergröße von 1,80 Metern, die eher älteren Fahrern zugeschrieben wird, könnte man Luis Zajac für älter halten – doch er ist erst 15 Jahre alt. Bei einem erfrischenden Getränk trafen wir ihn zusammen mit seinem Vater Andrelej, der gleichzeitig auch sein Manager ist, in einem Café in Villingen. Inmitten der heißen Sommertemperaturen sprachen wir über die Faszination des Sports, die Herausforderungen und Rückschläge.

Luis, Sie sind schon seit einigen Jahren auf dem Bike unterwegs. Gab es dabei auch Momente, die Ihnen besonders negativ in Erinnerung geblieben sind?

Eine schlechte Erinnerung habe ich aus Leogang. Ich war damals in einem Bike Camp, während meine Eltern wandern waren. Ich bin ziemlich heftig gestürzt, über das Vorderrad gefallen und mit dem Kopf in eine Steilkurve geraten. Dabei habe ich eine Gehirnerschütterung erlitten und war eine Weile bewusstlos. Am Ende wurde ich sogar mit einem Helikopter rausgeholt. Das war definitiv der schlimmste Moment für mich.

Sie sind ja schon viele anspruchsvolle Strecken im Cup der Deutschen DH-Meisterschaft und im International Championship gefahren. Wie war es für Sie, zum ersten Mal auf diesen größeren Rennstrecken unterwegs zu sein? Wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Es war am Anfang alles neu, vor allem der Druck, schnell zu sein. Ich war nervös und konnte mich vielleicht nicht genug konzentriert, was zu einigen Stürzen führte. Aber inzwischen läuft es viel besser, und vor den Rennen bin ich nicht mehr nervös – das hat sich mit der Zeit gelegt.

Die Strecken, die Sie fahren, sind ja echt anspruchsvoll. Wie gut muss man sich vorbereiten und wie viel Fokus braucht es, um dort keine Fehler zu machen?

Vor jedem Rennen mache ich zuerst einen Trackwalk. Dabei laufe ich die komplette Strecke ab und präge mir meine Linie sowie markante Passagen genau ein. Danach geht es ins Training – nach etwa drei Läufen habe ich Strecke und Linie gut verinnerlicht. Es ist wirklich wichtig, beides genau zu kennen, um im Rennen schnelle Zeiten zu fahren.

Für diesen Sport braucht man eine Menge Kraft und Ausdauer. Wie sehen Ihre Trainingsroutinen aus und wie bereiten Sie sich auf die Herausforderungen vor?

Luis Zajac: Mein Training besteht aus zwei Einheiten pro Woche, bei denen ich Kraft, Ausdauer und Koordination speziell für den Sport trainiere. Jede Einheit dauert anderthalb Stunden und findet meist abends unter der Woche statt. Neben diesem Training gibt es auch Biketraining, bei dem ich mit meinem Vater ein- bis zweimal im Monat im Bike-Park unterwegs bin, um Fahrtechnik zu verbessern und einfach Spaß zu haben.

Andrelej Zajac: Im Bike-Park analysieren wir auch nach den Rennen die Defizite und arbeiten gezielt daran, diese auszugleichen. Ein ganzer Tag im Bikepark kann dann von Samstagvormittag bis spät in den Abend gehen, und ich fahre natürlich mit, um das Training aktiv zu unterstützen.

Luis, mit 15 Jahren stehen Ihnen noch viele Möglichkeiten offen. Haben Sie vor, den Sport weiterhin professionell zu betreiben und welche beruflichen Pläne haben Sie darüber hinaus?

Es ist sicher nicht leicht, den Sport professionell zu betreiben und gleichzeitig einen Beruf auszuüben. Vom Spaß her würde ich es auf jeden Fall machen, aber die vielen Rennen alle zwei bis drei Wochen, teilweise weltweit, machen es logistisch sehr schwierig. Aktuell fahre ich mit UCI-Lizenz in der Pro-U17-Kategorie und möchte den Sport auf jeden Fall weiter betreiben – mit dem Ziel, irgendwann in die Elite-Klasse aufzusteigen. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Momentan steht für mich die Schule im Vordergrund, und ich habe noch ein paar Jahre bis zum Abitur. Wichtig ist mir, dass der Spaß am Sport immer an erster Stelle bleibt.

Andrelej, Wie empfinden Sie es als Vater, wenn Ihr Sohn einen so anspruchsvollen Sport wie Downhill betreibt?

Im Training bin ich meist gelassen, weil Luis dort nicht immer am Limit fährt. Während der Rennen ist es dagegen eine Mischung aus Anspannung, Sorge, Glück und Freude – da ist wirklich alles dabei und schwer in Worte zu fassen.

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