Hannes Dold 1.FC Köln: Schonacher Spezialist als erstes „Bauernopfer“ der Kölner Krise?

Als Praktikant fing der Schonacher Hannes Dold vor zwölf Jahren beim 1. FC Köln an – und stieg intern die Karriereleiter hoch. Doch im Trainerteam kam für ihn jetzt das Aus.
EibnerDie große Unruhe im wieder einmal unzufriedenen Umfeld des Bundesliga-Aufsteigers 1. FC Köln (12./vier Punkte vor dem Relegationsplatz) um den inzwischen umstrittenen Cheftrainer Lukas Kwasniok beschert das erste „Opfer“. Hannes Dold (33), gebürtig aus Schonach und seit zwölf Jahren bei den „Geißböcken“ tätig, ist nicht mehr Teil des Trainerteams.
Der Grund: Die Verantwortlichen sind nicht mehr zufrieden mit der Arbeit des Standard-Spezialisten. Die Zahlen unterstreichen dies: Zehn Ecken und neun Freistöße führten bisher zu 19 der insgesamt 37 Gegentreffer. Das ist aktuell die schwächste Quote in der Bundesliga. Auf der Gegenseite konnten die Kölner nur vier ihrer 31 Tore nach ruhenden Bällen erzielen.
Die Zukunft von Hannes Dold ist offen
Für Hannes Dold, der als Praktikant am Geißbockheim 2014 begann und zwischenzeitlich zum Chef-Analysten aufstieg, soll clubintern eine neue Aufgabe gefunden werden. Ob der Schonacher dies so annehmen wird, ist noch unklar.
Der Schwarzwälder wird clubintern geschätzt, doch für die Bereich „Standards“ wollten Sportdirektor Thomas Kessler und – vor allem – Lukas Kwasniok nun eine andere Unterstützung im Trainerstab. Bis zum Saisonende werden René Wagner und Frank Kaspari den Standard-Teil bearbeiten.
Thomas Kessler will diese personelle Maßnahme vor allem auch als deutliche Warnung an die Mannschaft verstanden wissen, „bevor sich hier die Dinge in eine falsche Richtung laufen“.
Lukas Kwasniok tat sich schwer mit der Entscheidung: „Hannes war unheimlich fleißig und ist ein ganz feiner Mensch. Doch manchmal ist es so, dass die Dinge nicht mehr ganz so funktionieren. Aufgrund der Statistik fehlt irgendwann der Glaube“, wird der Coach in den Kölner Medien zitiert.
Hannes Dold hatte in seiner Zeit als Kölner Chef-Videoanalyst betont, „dass wir nur für die Spieler den Rahmen vorgeben können. Dass im Spiel dann individuelle Fehler passieren, ist Teil des Fußballs.“
Seine bisherige Laufbahn
Der Schwarzwälder hat schon einen beeindruckenden Weg im Fußball hinter sich. „Ich habe gemerkt, dass es mit dem Profifußball nichts wird und habe eben eine andere Richtung eingeschlagen.“ Er spielte früher als Jugendlicher in Schonach und auch beim FC 08 Villingen.
Nach dem Abitur entschied sich Dold für einen Umzug nach Köln. Dort begann er ein Studium an der Deutschen Sporthochschule. Parallel arbeitete er als Trainer bei der Fußballschule Heinz Flohe des 1. FC Köln mit und knüpfte so erste Kontakte zum Bundesligisten. 2014 war es dann so weit: Dold stieg als Praktikant in der Analyse-Abteilung bei den Geißböcken ein, damals noch unter Peter Stöger.