Handball Verbandsliga: Bittere letzte Sekunden für den VfL Nagold

Nina Kiefer erzielte sieben Tore für den VfL Nagold.
Heiko HofmannSolche Niederlagen schmerzen besonders. Und das war dem Team von VfL-Trainer Markus Renz nach dem Abpfiff auch deutlich anzusehen.
VfL Nagold – HSG Stuttgarter Kickers/TuS Metzingen 3 28:29 (13:10). Von Heiko Hofmann
Einige Spielerinnen wirkten regelrecht am Boden zerstört, trösteten sich gegenseitig, berappelten sich dann aber auch schnell wieder und schritten zum fairen Abklatschen-Ritual mit den gegnerischen Spielerinnen.
Frust sitzt tief
Der Frust beim VfL Nagold saß nach dieser äußerst knappen Niederlage besonders tief. Denn im Gegensatz zu den meisten bisherigen verlorenen Spielen in der Rückrunde, war hier definitiv ein Sieg drin. Und dann gibt man das Spiel in den letzten vier Minuten noch aus der Hand.
Markus Renz bedient
Wie sehr die Niederlage schmerzt, ist auch dem Coach Markus Renz anzuspüren. Der schnauft erstmal kräftig durch, macht einige Sekunden Pause, sagt dann: „Extrem bitter….“ Und fügt hinzu: „Ich glaube, das ist eine der bittersten Art und Weisen, wie Du ein Spiel verlieren kannst.“
Ganz gut angefangen
Recht hat er. Denn der Spielverlauf gab den Sieg der HSG lange Zeit nicht her. Der VfL legte ganz gut los, zeigte eh über einen Großteil des Spiels eine recht überzeugende Leistung. Im Tor parierte Keeperin Julia Völpel einige klare Chancen stark, die Abwehr stand griffig und auch im Angriff lief es vergleichsweise gut für die Nagolderinnen. Und so gelang es auch etwa ab der 15. Minute, stets einen Vorsprung von um die drei Tore zu halten.
Dann kommt der VfL ins Stolpern
Auch in der zweiten Hälfte hatte Nagold stets einen Puffer, der neun Minuten vor dem Ende sogar mit dem 27:22 durch Alena Wolf auf fünf Tore anwuchs. Doch dann kam Nagold ins Stolpern.
Das hatte verschiedene Ursachen. Natürlich auch Gegnerinnen, die es gut machten, zwei Rückraumspielerinnen, die von Nagolds Abwehr im Eins gegen Eins fast nicht zu stoppen waren. Hinzu kam ab der 52. Minute eine doppelte Unterzahl für den VfL Nagold. Vor allem aber zogen die Gäste der HSG das oft letzte Mittel, um ein Spiel noch zu drehen – sie stellten die Abwehr auf eine offensive 4:2-Deckung um.
„Komische Dinge“
Und das schmeckte den Nagolder Frauen so gar nicht. „Wir haben es da hinbekommen zu sagen, ok, jetzt fangen wir an so ganz komische Dinge zu tun.“ Renz bemängelt, dass sich schlechte Pässe und technische Fehler häuften. „Und dann haben wir noch angefangen, die freien Dinger zu verwerfen.“
Auszeit zu spät?
Plötzlich lagen die Gäste 50 Sekunden vor Spielende mit 29:28 in Führung. Renz zog erst dann seine zweite Auszeit, vielleicht zu spät. Doch das Spiel hatte tatsächlich noch einen weiteren bitteren Moment zu bieten: Zehn Sekunden vor dem Ende bekam der VfL Nagold einen Sieben Meter zugesprochen. Alisa Kübler, die bis dahin alle drei Strafwürfe sicher verwandelt hatte und mit neun Toren die VfL-Top-Scorerin war, scheiterte an einer starken Parade der Keeperin. Und dann erklang auch schon die Sirene. Schluss, Aus, hängende Köpfe beim VfL, wild jubelnde Spielerinnen bei der HSG.
Nicht clever genug
„Ja, …scheiße, …frustrierend!“ In der Analyse ist Markus Renz anzumerken, dass er diese Niederlage noch nicht so richtig einordnen kann. Vielleicht sei es ja gut, dass der Klassenerhalt schon so früh feststand. Dann könne man solche Spiele auch nehmen, um daran zu reifen. „Und wer weiß, vielleicht lernen wir ja auch aus diesem Spiel“, sagt Renz. „Und in der nächsten Saison gehen wir solche Spiele cleverer an.“
Das Team
Es spielten für den VfL Nagold: Denisa Ciornei und Julia Völpel im Tor, Alisa Kübler (9), Alena Wolf (8), Nina Kiefer (4), Sofia Thomaidou (4), Nastja Seydt (2), Aileen Hofmann (1), Luisa Eipper, Luisa Harr, Janina Koch, Sarah Kunz, Sophie Reime und Lena Roller.
