„Gallier“ jubeln: HBW zeigt gegen Elbflorenz Reaktion

Der neue HBW-Spielmacher Yonatan Dayan avancierte zum Schrecken der Elbflorenz-Abwehr– hier tanzt er Doruk Pehlivan aus.
Beytullah KaraEine Reaktion auf die 26:31 (16:11)- Auftaktniederlage beim 1. VfL Potsdam hatte Matti Flohr, Trainer des HBW Balingen-Weilstetten von seinen Jungs im ersten Zweitliga-Heimspiel der Saison gegen den HC Elbflorenz Dresden gefordert – eine Reaktion haben er und die 1950 Zuschauer in der Balinger Mey-Generalbau Arena zu sehen bekommen. Über weite Strecken des ersten Abschnitts zeigten die „Gallier“ eine famose Vorstellung.
HBW trumpft nach Stotterstart groß auf
Das Spiel begann jedoch so gar nicht nach dem Geschmack der HBW-Fans, den Gastgebern unterliefen zunächst einige technische Fehler, zudem kassierte Kreisläufer Stefan Bauer früh eine Zeitstrafe. Dies nutzte der HC Elbflorenz, um sich bis zur sechsten Minute einen 5:2-Vorsprung herauszuwerfen. Doch nach Doruk Pehlivans Treffer übernahmen die „Gallier“ das Kommando auf der Platte. Das Team von Trainer Matti Flohr verteidigte nun sehr kompakt, erzwang so immer wieder Ballverluste der Dresdener und deckte die Sachsen mit Tempogegenstößen ein. Sascha Pfattheicher initiierte mit einem verwandelten Strafwurf einen satten 8:1-Lauf des HBW, den der Linksaußen selbst mit einem Konter zum 10:6 abschloss (14.).
Gäste schwächeln gegen starke HBW-Abwehr
Elbflorenz-Trainer André Haber versuchte den Lauf der Hausherren mit einem Timeout zu unterbrechen und seine Truppe besser einzustellen. Doch die Maßnahme misslang, denn auch in der Folge diktierten die Schwaben das Geschehen nahezu nach Belieben. Zweimal Yonatan Dayan, einmal Pfattheicher der HBW führte mit 13:6, und nachdem der am Ende achtfach Torschütze Pehlivan zwischendurch mal wieder für Dresden getroffen hatte, legten Dayan, Pfattheicher und Tobias Heinzelmann auf 16:7 nach. In der 20. Minute nahm Haber seine zweite Auszeit und verschaffte seinem Team mit einem Kniff neuen Mut. „Wir fangen unser Spiel neu an. Männer, nochmal von 0:0.“
Habers zweite Auszeit fruchtet
Und tatsächlich kam der HC Elbflorenz jetzt im Spiel an. Vorbei war die Zeit, in der die Gäste beste Chancen verdaddelten, vorbei war die Zeit, in der der HBW nach Belieben traf. Bis zur Pause machte der HC ordentlich Boden gut – dennoch: der HBW nahm noch einen recht komfortablen Vorsprung (22:16) mit in den zweiten Abschnitt.
Elbflorenz macht Boden gut
Und in dem erwischten die Sachsen den besseren Start, sie verkürzten auf 18:22. Sollte der HBW wie schon in Potsdam eine hohe Pausenführung wieder verspielen? Nein. Denn nun lieferten sich die beiden Mannschaften ein Duell auf Augenhöhe, der Vorsprung der Gastgeber pendelte sich zwischen vier und sechs Treffern ein. Zwar strahlten die „Gallier“ bei weitem nicht mehr die Dominanz des ersten Abschnitts aus. Sie konnten sich in der Offensive aber auf die Neuzugang Dayan verlassen, der immer wieder seine 1:1-Stärke ausspielte und mit elf Treffern neben seinem Linksaußen Pfattheicher (13/5) zum überragenden Schützen der Partie avancierte.
Drei Rote Karten in der Schlussphase
Dem HBW spielte bei einer 33:29-Führung (48.) in die Karten, dass HCE-Rückraumspieler Timo Löser für ein Foul an Csaba Leimeter die Rote Karte sah. Das Flohr-Team nutzte die Überzahl, um sich einen 36:30-Vorsprung (51.) anzulegen, ehe es in die Crunchtime ging. Der HBW blieb cool, wenngleich sich die Gemüter von Georg Pöhle und Dresdens Jonas Thümmler nach einem Zweikampf zwischen Tobias Heinzelmann und Ivar Stavast derart erhitzten, dass beide den Roten Karton sahen (57.). Auf die Kräfteverhältnisse hat das keine Einfluss mehr –am Ende jubelte der HBW über einen 42:36-Heimsieg und die gelungene Reaktion auf die Pleite von Potsdam.
Statistk
HBW Balingen-Weilstetten: Kornecki, Nagy; Ruggiero-Matthes (4), Raguse (4), Grupe, Strobel, Fuß (1), Grüner, Wente (1), Fügel (1), Heinzelmann (4), Pfattheicher (13/5), Dayan (11), Leimeter (2), Pöhle (1), Bauer.
HC Elbflorenz Dresden: Mallwitz, Cantegrel; Bensch (3), Wucherpfennig (3), Petersen Norberg (2), Dierberg (3/2), Pehlivan (8), Preußner, Stavast (1), Greß (4), Stoyke, Dutschke (1), Thümmler (3), Löser (4), Seidler (4).