FC 08 Villingen Machtkampf: Nun wieder Stogiannidis – das ist die vierte Mitteilung der Vorstände

Denis Stogiannidis fordert intern beim FC 08 mehr Transparenz und mehr Schutz für die Kinder und Jugendlichen.
Marc EichAuf das zweite Schreiben der 08-Vorstände Armin Distel und Reinhard Warrle (am vergangenen Freitag) hat nun Sport- und Jugendvorstand Denis Stogiannidis wieder mit einer weiteren Stellungnahme reagiert.
Im Wortlaut: „Als Vorstand Sport & Jugend stelle ich mich schützend vor die Kinder und Jugendlichen sowie vor die Trainer, die sich täglich für den Verein einsetzen.
Armin Distel habe sich Gesprächen verweigert
Die jüngste Darstellung der Vereinsvorstände Armin Distel und Reinhard Warrle zur Jugendabteilung offenbart einmal mehr: Persönliche Interessen und Machtspiele werden über das Wohl unserer Kinder, Jugendlichen und des Vereins gestellt. Statt gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln, werden kritische Stimmen diskreditiert und Verantwortung abgeschoben. Gesprächsbereitschaft meinerseits bestand stets – oft war ich es, der den Dialog suchte. Während Herr Warrle Gespräche gelegentlich annahm, verweigerte sich Herr Distel durchweg jeder konstruktiven Auseinandersetzung.
Mein Einsatz für Struktur und Transparenz stößt nicht wegen fachlicher Fehler auf Widerstand, sondern weil er bestehende Machtverhältnisse stört. Das Wohl der Kinder darf niemals zum Spielball vereinsinterner Politik werden.
„Verantwortungslose Haltung“
Dennoch erklärten die Vorstände öffentlich, dass sie die Unruhe durch die Einsetzung eines sogenannten ,Koordinationsteams’ in Kauf nehmen – selbst wenn dies die Kinder belastet. In einem weiteren öffentlichen Interview, in dem von Showdown gesprochen wird, deutete Herr Warrle sogar an, dass es bei der kommenden Jugendversammlung zu einer Eskalation kommen könnte – also nimmt er diese in Kauf. Diese Haltung ist verantwortungslos.
Einen Trainer nach einem Vergehen wieder eingestellt
Kinder- und Jugendschutz ist nicht verhandelbar. Besonders besorgniserregend ist das eigenmächtige Handeln der „Koordinatoren“ in enger Abstimmung mit den Vorständen Distel und Warrle: Einen Trainer, den ich nach einem grob unangemessenen körperlichen Übergriff auf ein Kind freigestellt hatte, wurde ohne jede Rücksprache erneut eingesetzt – offenbar sogar mit einem neuen Vertrag.
Diese Entscheidung wurde nicht mit mir abgestimmt, obwohl sie meine originäre Zuständigkeit als Jugendvorstand betrifft. Für mich ein Fehler und ein massiver Vertrauensbruch – bitte übernehmen Sie hierfür ebenfalls die Verantwortung. Die Eltern des betroffenen Kindes haben sich bereits wieder gemeldet – aus Sorge, nicht nur um ihr eigenes Kind. Die Wiedereinstellung dieses Trainers sendete ein fatales Signal.
„Keine Weisungsbefugnis“
Ich hatte die Situation zuvor bereits mit Gesprächen beruhigt und aufgearbeitet – das eigenmächtige und kurzsichtige Handeln der Koordinatoren stellt all dies infrage. Kinder brauchen Vertrauen, Schutz und Verlässlichkeit. Keine Manipulation, keine Hinterzimmer-Entscheidungen – der Jugendbereich braucht Schutz.
Es darf nicht sein, dass durch die eingesetzten Koordinatoren, die selbst keinerlei Weisungsbefugnis besitzen, Druck auf unsere Jugendtrainer ausgeübt wird, um neue Verträge zu unterzeichnen. Ebenso inakzeptabel ist es, dass heimlich neue Kommunikationskanäle (WhatsApp) geschaffen werden, über die gezielt Einfluss an den Trainern vorbei auf Kinder und Eltern genommen wird – ohne Wissen oder Zustimmung des Jugendvorstands oder der Jugendabteilung. So entsteht ein Verein im Verein!
Handlungsfähigkeit
Meine Aufgabe ist es, einen sicheren, transparenten und fördernden Raum für unsere Kinder und Jugendlichen zu schaffen – frei von Angst, Manipulation oder persönlicher Einflussnahme. Nach dem freiwilligen Rücktritt (nicht Rauswurf) des Jugendleiters am 31. Mai diesen Jahres wurde in Abstimmung mit Trainern und Eltern eine Übergangslösung installiert, um die Handlungsfähigkeit der Abteilung zu sichern. Diese Lösung steht selbstverständlich unter dem Vorbehalt der Bestätigung durch die Mitgliederversammlung.
„Passwörter geändert“
Was derzeit jedoch geschieht: Durch die selbst ernannten Koordinatoren wurden ohne Legitimation Passwörter geändert und aktiv in interne Abläufe der Jugendabteilung eingegriffen. Gleichzeitig wurden – am 24. Juli – die eigenen Kinder dieser Personen im System neu angemeldet, obwohl sie sportlich nicht für einen Kaderplatz vorgesehen waren.
Das Ziel: Diese Jugendlichen auf die Kaderlisten zu setzen – unter Umgehung aller sportlichen und fairen Kriterien, um Spielberechtigung zu erlangen. Diese Vorgehensweise, persönliche Interessen durchzusetzen, kann nicht akzeptiert werden.
Wir geben jedem Kind die Möglichkeit, sich bei offiziellen Sichtungsterminen zu zeigen. Das gilt im übrigen auch für die Kinder von Trainern. Ab der U17 (B1) gilt bei uns zudem die klare Vorgabe, dass nach Möglichkeit keine Trainer mehr im selben Kader mit ihren eigenen Kindern eingesetzt werden.
„Mitwirkungsrechte “
Der FC 08 Villingen ist kein Unternehmen mit starren Strukturen, sondern ein gemeinnütziger Verein. Er lebt von seinen Mitgliedern – und trägt besondere Verantwortung gegenüber Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Wer sich auf Leitungspositionen beruft, muss dieser Verantwortung gerecht werden – und darf sie nicht für persönliche Machtansprüche oder vermeintliche Mehrheiten missbrauchen. Systematische Ausgrenzung und Überstimmungen mit Ansage – wie sie bei uns deutlich zu beobachten sind – zeigen, wie gezielte Benachteiligung zur Strategie gemacht wurde. Das hat in einem demokratisch geführten Verein keinen Platz. Dringend fehlende Strukturen müssen in der Hauptversammlung besprochen und eingeführt werden. Demokratie beginnt mit Mitbestimmung. Es wird zunehmend sichtbar, dass zentrale Mitwirkungsrechte unserer Mitglieder – insbesondere jener der Eltern minderjähriger Kinder – bislang zu wenig beachtet wurden. Deshalb fordere ich: Alle Personen und Eltern, die eine passive Mitgliedschaft im Sinne der Vertretung ihrer Kinder wünschen, sind sofort aufzunehmen – inklusive Stimmrecht. Das ist nicht nur demokratisch geboten, sondern auch rechtlich notwendig, um eine legitime Willensbildung im Verein zu gewährleisten.
Vereinssatzung nicht mehr öffentlich zugänglich
Die Mitgliedsanträge sind öffentlich einsehbar – auf der Vereins-Website. Zudem wirbt der Verein selbst mit Stadionbanden für neue Mitglieder. Es gibt also keinen sachlichen Grund, Eltern aufzuhalten oder ihnen und mir Manipulation zu unterstellen, wenn sie ihrem Recht auf Beteiligung nachkommen wollen. Besonders irritierend ist: Die Vereinssatzung ist seit einiger Zeit nicht mehr öffentlich zugänglich. Auch hier fordere ich: Stellt die Satzung umgehend wieder online. In früheren Gesprächen hat Vorstandsmitglied Armin Distel mehrfach – zwischen den Zeilen – deutlich gemacht: ,Ohne mich geht es nicht.’ Diese Aussage wirft Fragen auf. Wenn der Verein angeblich von einer einzelnen Person abhängt – wie stabil und zukunftsfähig sind unsere Strukturen dann wirklich?
Die Forderung
Wenn – wie man hört – die finanzielle Lage tatsächlich so ernst ist, warum wird darüber nicht offen mit den Mitgliedern gesprochen? Im Herbst steht Reinhard Warrle erneut als Finanzvorstand zur Wahl. Ob er antritt, bleibt abzuwarten – doch es steht fest: Die Themen Transparenz, wirtschaftliche Verantwortung und strukturelle Ordnung müssen bei der Hauptversammlung auf den Tisch. Ich fordere die Herren Distel und Warrle aufgrund der obengenannten Umstände im Sinne des Vereinsfriedens daher erneut auf, ihre Einflussnahme auf Trainer, Kinder, Eltern und interne Abläufe der Jugendabteilung durch die Koordinatoren mit sofortiger Wirkung einzustellen.
„Der FC 08 gehört uns allen“
Wir stehen für einen offenen, fairen und gemeinschaftlich getragenen Verein – in dem der Schutz der Kinder, die Mitbestimmung der Mitglieder und transparente Strukturen keine Floskeln sein sollen. Der FC 08 gehört uns allen. Der FC 08 Villingen gehört weder Einzelpersonen noch Seilschaften – sondern allen Mitgliedern, Kindern und Familien, die sich mit Herz, Zeit und Engagement einbringen. Die nächste Hauptversammlung bietet die Chance zur Mitbestimmung. Für eine starke Jugend. Für einen starken Gesamtverein.“
So endet die Mitteilung von Denis Stogiannidis.