FC 08 – Streit in der Jugend: Sportvorstand Denis Stogiannidis geht in den Angriffsmodus

Denis Stogiannidis kann nicht mehr mit seinen beiden Vorstandskollegen.
Marc Eich„Klarstellung zur aktuellen Situation – für Transparenz, Fairness und eine handlungsfähige Jugendabteilung“, heißt es in der Überschrift der Mitteilung, die Denis Stogiannidis, Vorstand Sport & Jugend FC 08 Villingen, am Donnerstagnachmittag sendet.
Denis Stogiannidis
Weiter schreibt Stogiannidis: „Als gewählter Jugendvorstand des FC 08 Villingen sehe ich mich durch die jüngsten öffentlichen Aussagen und Maßnahmen der Vorstandsmitglieder Distel und Warrle zu einer deutlichen Klarstellung verpflichtet. Ich setze auf Aufklärung vor der Mitgliederversammlung, nicht auf Eskalation über die Presse.
In einer Phase, in der es um Struktur, Vertrauen und sportliche Entwicklung gehen sollte, erleben wir gezielte Manöver, persönliche Motive und demokratisch zweifelhafte Entscheidungen.“
Satzungswidriges Vorgehen & Alleingänge
Dazu meint der Sportvorstand: „Ohne Vorstandsbeschluss, ohne Einberufung einer Sitzung und ohne Rücksprache mit der Jugendabteilung wurde ein ,Koordinationsteam’ installiert. Diese Maßnahme ist weder satzungsgemäß noch rechtlich legitimiert. Die Satzung sieht klare Zuständigkeiten vor – sie zu umgehen, indem zwei von drei Vorständen eine angebliche Mehrheit behaupten, ohne Abstimmung oder Protokoll, ist ein struktureller Bruch. Das Handeln lässt sich nicht entpolitisieren: Zwei der eingesetzten Koordinatoren sind Eltern von Kindern, die nicht in die Mannschaftskader berufen wurden – eine Entscheidung, die ausschließlich sportlichen Kriterien folgte. Dass diese nun als sportliche ,Instanz’ in der Jugend auftreten, wirft erhebliche Fragen zur Motivation und Objektivität auf.“
Verunsicherte Kinder & Trainerwillkür
Hier heißt es: „Bereits die erste willkürliche Maßnahme des eingesetzten ,Teams’ hatte Folgen: Ein Trainer wurde ohne jede Absprache durch einen Vertrauten der Koordinatoren ersetzt. Ausgerechnet in der C-Jugend, in der sie ihr eigenes Kind gleich mitbrachten. Noch am selben Abend meldeten sich Eltern: Ihre Kinder seien verstört und weinend nach Hause gekommen. Der plötzliche Bruch mit ihrem gewohnten Trainer und Umfeld hat sie emotional tief getroffen und unter Druck gesetzt. Dieses Verhalten gefährdet das Vertrauen in unsere Jugendarbeit massiv und überschreitet pädagogische und moralische Grenzen.“
Persönliche Diskreditierung statt inhaltlicher Auseinandersetzung
Dazu schreibt Stogiannidis: „Mir werden öffentlich Manipulation, Druck und Missbrauch meiner Funktion unterstellt, ohne Gespräch. In Wahrheit geht es um etwas anderes: Die Herren Distel und Warrle verlieren durch mein Engagement in der Jugend Kontrolle – und reagieren mit Durchgriff, Koordinatorenteams und gezielten Diffamierungen. Dabei ist meine Rolle im Verein über Jahre hinweg durch Konzeptarbeit, Förderung der Jugend und sportliche Erfolge gewachsen. Erst als ich mich – nach ihrer ausdrücklichen Abmachung – ganz auf die Jugend konzentrierte, um ihre Fehler im Aktivenbereich nicht weiter mittragen zu müssen, werde ich nun in der Jugend zur Zielscheibe?“
Machtspiele statt echter Beteiligung
Und weiter: „Mitgliederanträge von Eltern, die sich für die Interessen ihrer Kinder einsetzen wollen, werden seit Wochen blockiert. Dabei wurden bei der letzten Hauptversammlung selbst kurzfristig Mitgliedsanträge von Vereins fremden Personen am Eingang organisiert um Mehrheiten gegen mich zu schaffen. Heute sind Eltern, die ihre Kinder im Verein eine Stimme geben möchten offenbar ,Einmischung’. Wer so handelt, will keine Mitbestimmung – sondern Kontrolle. Beispiel ist dafür die aktuelle willkürliche Änderung der Passwörter, um Spielerpassdaten zu nutzen. Bewusste Einschränkung der Handlungsfähigkeit in der Jugendabteilung unter Missachtung des Datenschutzes.“
Wo bleibt die Transparenz?
Der Sportvorstand danach: „Seit Monaten fordere ich vergeblich Zugang zu wirtschaftlichen und strukturellen Unterlagen – auch zur Absicherung meiner Verantwortung. Reaktionen? Keine. Diese Intransparenz beschädigt nicht nur das Vertrauen – sie lässt nur eine Vermutung zu: Dass es Dinge gibt, die nicht offengelegt werden sollen. Auch hier ist eine vollständige Offenlegung gegenüber den Mitgliedern überfällig. Ich fordere die Vorstandskollegen auf, bis zur Hauptversammlung alle öffentlich Äußerungen und Eingriffe in die Jugendabteilung zu unterlassen. Ich werde den Mitgliedern alle Vorgänge offenlegen. Der FC 08 Villingen braucht keine Machtspiele – sondern Mut zur Veränderung. Die Zukunft des Vereins liegt in den Händen seiner Mitglieder, nicht einiger weniger, die Kontrolle über Beteiligung stellen. Die „Koordinatoren“ sind nicht legitimiert in die Jugendarbeit einzugreifen. Ich fordere daher ausdrücklich: keine weiteren eigenmächtigen Einmischungen auf und neben dem Trainingsgelände. Wir tragen die Verantwortung für das Vertrauen und Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen. Nicht für persönliche Revanchefeldzüge.“