Fußball-Landesliga
: Binzen wieder in Geber-Laune

Fußball-Landesligist TuS Binzen gibt gegen den FC Wittlingen eine 3:1-Führung aus der Hand. Die Gäste aus dem Kandertal jubeln am Ende über ein 3:3 in letzter Sekunde
Von
Uli Nodler
Oberndorf
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Wittlingens Timo Glattacker (Mitte) erzielt in dieser Szene den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

Uli Nodler

Binzens Trainer Manuel Schwarz war überhaupt nicht mehr zu beruhigen nach dem Schlusspfiff: „Ich kann es einfach nicht glauben, was da in der Schlussphase bei uns defensiv abgegangen ist. Wie kann man dieses Spiel noch aus der Hand geben. Das soll mir einer mal erklären“, stauchte ein total enttäuschter Binzener Coach seine Jungs im Spielerkreis zusammen. Danach stapfte er immer noch fassungslos Richtung Kabine und ließ seine Spieler mit hängenden Köpfen einfach stehen.

Binzen nutzt seine Chancen nicht konsequent

Mehr als 80 Minuten hatte der Gastgeber bei herrlichem Spätsommer-Wetter alles im Griff, führte komfortabel mit 3:1, offenbarte seinen Fans eine über weite Strecken richtig gute Leistung.

Der FC Wittlingen war mit dem 0:1-Rückstand zur Pause noch gut bedient. Den Binzener Treffer markierte Nils Mayer in der 27. Minute. Nach einem Eckball von Hannes Brenneisen wurde der Ball von einem Binzener am kurzen Pfosten geschickt verlängert. So brauchte Mayer am langen Pfosten nur noch den Kopf hinzuhalten und der TuS führte mit 1:0.

Während die Wittlinger im Angriff gar nichts zustande brachten, hätte, gemessen an den sich bietenden Chancen, Binzen nach der ersten Halbzeit deutlich führen müssen. Brenneisen (7., 32.) vergab ebenso zwei Großchancen wie Mayer (19.), der nach einer Ecke den Kopfball an die Latten-Unterkante setzte, und Jörg Hupfer (12.). „Wir hätten zur Pause schon 5:0 führen können“, schimpfte TuS-Vorsitzender Volker Scherer.

Drei Minuten nach der Pause schöpfte der FC Wittlingen neue Hoffnung. Abwehrchef David Bosek verhinderte den Pass in die Tiefe von Patrick Streule nicht und Timo Glattacker erzielte den 1:1-Ausgleichstreffer. Die Binzener blieben cool und lagen in der 50. Minute wieder in Front. Jörg Hupfer war mit einem feinen Lupfer erfolgreich. Und es kam noch besser. Nach einem Zuckerpass von Patrice Glaser drehte sich Mayer elegant um die eigene Achse und traf zum 3:1. In der 58. Minute schien die Messe somit gelesen.

Defensive TuS-Panik beschert Wittlingen Punkt

Auch auf den Rängen wurde nur noch die Höhe des Binzener Sieges diskutiert. Hannes Brenneisen allein hätte für die endgültige Entscheidung sorgen können, als zunächst in Minute 75 sein Schuss aus 14 Metern nicht den Weg ins Tor fand, weil ein Wittlinger Verteidiger- Bein die Kugel noch über den Wittlinger Kasten lenkte.

Acht Minuten später stürmte der auffällige Binzener mit der Nummer elf auf dem Trikot sogar alleine aufs Gäste-Tor zu, doch Torhüter Maximilian Imgraben erwischte die Kugel noch mit seiner linken Fußspitze, und der Ball ging am Tor vorbei.

Es hätte eigentlich Eckball geben müssen. Eine folgenschwere Fehlentscheidung des wenig überzeugenden Schiedsrichters Sven Pacher. Denn im direkten Gegenzug wurde Timo Glattacker von der nun nach der Auswechslung von Bosek konfusen TuS-Abwehr im Strafraum zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Buba Ceesay (84.) sicher. Und die nun panische TuS-Defensive kassierte erneut durch Glattacker in der Nachspielzeit sogar noch den 3:3-Ausgleich.

„Den Punkt, wenn er auch glücklich war, nehmen wir gerne mit. Mit dem Spiel meiner Mannschaft war ich bis auf die Schlussphase nicht zufrieden“, sagte Wittlingens Trainer Gerhard Sauer nach dem Match.

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