Fußball: Kein klarer Meisterschafts-Favorit

Können Leon Boos (am Ball) und der FC Zell sowie die Akteure des SV Buch wieder ein Wörtchen um die Spitzenplätze mitreden?
Uli NodlerAnders als in den vergangenen Jahren startet die Bezirksliga heuer erst Ende August. Bei den hiesigen Vereinen kommt diese Entscheidung sehr gut an. Urlaubszeit herrscht dennoch. Daher werden an den ersten Spieltagen sicherlich noch nicht alle Mannschaften im Vollbesitz ihrer Kräfte sein. Immer wieder als einer der Topfavoriten auf die Meisterschaft wird der TuS Lörrach-Stetten genannt. Beim Traditionsklub von der Tullastraße hat sich im Sommer einiges getan. Sage und schreibe 13 Neuzugänge präsentierte Sportchef Franco Viteritti. Ein Septett um Angreifer Danilo Avellina verließ den TuS. Nicht mehr an der Seitenlinie steht indes die Vereinsikone Sascha Müller. Der 45-Jährige hält sich nun mehr im Hintergrund bei seinem Herzensklub auf. Das Kommando inne haben jetzt Andreas Schatz und Ex-Profi Fabio Viteritti als spielender Trainer.

Mattis Bogner (am Ball) und der FC Hauingen wollen Historisches schaffen.
Foto: Uli NodlerHauingens Übungsleiter Mick Fahr setzt in dieser Spielzeit auf ein Trio, das um den Landesliga-Aufstieg spielen wird. Stetten fehlt übrigens in dieser Auflistung. Die Rede ist von der SG Mettingen/Krenkingen, dem FC Zell und dem SV Buch. „Wer um den Abstieg spielen wird, kann ich aber nicht sagen, da ich die Liga ab Platz sechs als extrem ausgeglichen einschätze“, erklärt der dienstälteste Trainer der Bezirksliga Hochrhein. Seit 2017 coacht der ehemalige Stürmer bereits die „Erste“ des FCH. Für die „Sonnenstädter“ ist es die zweite Saison nach dem Aufstieg.
„Die Vorbereitung war, wie zu erwarten, etwas durchwachsen. Das ist allerdings jedes Jahr im Sommer so“, sagt Fahr, der wie schon in der Vorsaison so schnell wie möglich den Ligaverbleib sichern möchte. „Sollte uns erneut der Klassenerhalt in dieser Saison gelingen, wäre das ein historischer Erfolg für den FC Hauingen. In den beiden vorherigen Ausflügen in der Bezirksliga musste der Verein am Ende der jeweils zweiten Saison wieder den Abstieg hinnehmen. Diesen Fluch möchten wir nun durchbrechen.“ Ein Quintett ist neu dabei. Pascal Schwarz (FV Tumringen), Roman Starke (SV Herten) sowie David Nowack (SF Oberried) verstärken den FCH extern. Aus der Jugend stoßen Mike Rietz sowie Luan Schurtz hinzu, die bereits Erfahrung in der Aktivmannschaft sammelten. Verlassen hat die Hauinger Vincenzo Spada (FC Wehr).
Wo führt der Weg des FC Zell hin?
Lange Zeit spielte der FC Zell um den Aufstieg. Doch am Ende ging der Mannschaft von Trainer Michael Schwald etwas die Kraft verloren. Auch im Pokalfinale mussten sich die Wiesentäler dem Meister und Doublesieger FC Wittlingen geschlagen geben. Auf die Auftritte des FCZ in der neuen Runde darf man gespannt sein, sind doch mit Tim Heininger (FV Lörrach-Brombach), Peter Krieg, Michael Kuttler (beide TuS Kleines Wiesental) und Antonio Fischer (pausiert) namhafte Spieler nicht mehr da. Hertens neuer Trainer Dominik Uhrig geht aber genau wie Fahr davon aus, dass die Zeller ganz oben ein Wörtchen mitreden werden.
Zum Kreis der Favoriten wird auch immer wieder der FC Wehr gezählt. Beinahe hätte es in der vergangenen Saison mit dem Aufstieg geklappt. Erst in der Relegation waren die Schützlinge von Trainer Urs Keser schließlich am FC Emmendingen gescheitert. Nach fünf Jahren hat die Spielgemeinschaft zwischen Wehr und Brennet-Öflingen ein Ende genommen. Die beiden Klubs spielen nun wieder für sich alleine. Kurios: Gleich in der 1. Pokalrunde am 10. September stehen sich beide Teams gegenüber. Die Brennet-Öflinger beginnen in der Kreisliga C. Dort mit dabei ist unter anderem auch Alex Herbst, der im Bezirk den Allermeisten bekannt sein sollte.

Marco Hanser zog es vor der Saison zum SV 08 Laufenburg.
Foto: Daniel HengstZu was es der FCW in dieser Saison schaffen wird, bleibt indes abzuwarten. Mit Marco Hanser (SV Laufenburg) und Saner Öz (FSV Rheinfelden) haben zwei absolute Torgaranten den Verein verlassen.
Eine ruhigere Spielzeit möchte der SV Herten spielen. Am liebsten würden die Grün-Gelben an die starke Rückserie anknüpfen. „Wir wollen den Schwung mitnehmen“, betont Uhrig, der zuletzt das Zepter an der Seitenlinie bei der „Zweiten“ geschwungen hat. Die Hertener peilen das obere Tabellendrittel an. „Da wollen wir uns gleich vom ersten Spieltag an festsetzen“, sagt Uhrig, der möglicherweise schon bald wieder auf Tunahan Kocer zurückgreifen kann. Der 32-Jährige hatte den SVH nach der Trennung von Bülent Güzel im März interimsmäßig übernommen und wieder in die Spur gebracht. Nach seiner Horror-Verletzung am Knie will es der Offensivmann noch einmal als Spieler wissen. Kocer befindet sich inzwischen sogar wieder im Training, braucht aber noch ein wenig Zeit. Neben Kocer ist auch Alessio Lo Russo zurück auf dem Rasen an der Steinenstraße. Der 25-Jährige hat sein Studium beendet und trägt fortan wieder das Herten-Trikot. Schmerzhaft sind dagegen die Abgänge von Joshua Kopp (TuS Binzen) und Ivan Atlija (FC Wittlingen). Zudem hat Kapitän Marco Romano seine Kickschuhe an den Nagel gehängt.
SV Weil II will für Furore sorgen
Zurück in der Bezirksliga ist der SV Weil II. Die Mannschaft des Trainerduos Sascha Samardzic und Marco Kern verfügt über einen großen Kader, den größten, den eine „Zweite“ in Weil jemals hatte. Neun Neue sollen die Qualität und Quantität der Landesliga-Reserve bereichern und dafür sorgen, dass der letztjährige Kreisliga-A-Dominator nichts mit dem Abstieg zu tun hat.
Einen neuen Trainer haben mit David Held auch die SF Schliengen. Nachdem die Markgräfler allen voran in der Rückrunde der vergangenen Saison etwas von ihrem Weg abgekommen waren, soll Held die Mannschaft wieder in ruhigeres Fahrwasser führen, was ihm angesichts des Kaders auch durchaus zuzutrauen ist.
Außergewöhnlich war die Leistung des FC Schönau um Trainer Manfred Knobel in der abgelaufenen Runde. Trotz zahlreicher Widrigkeiten, wie etwa dem Umbau des Jogi-Löw-Stadions gelang es den Kickern des Oberen Wiesentals erneut, souverän die Klasse zu halten. Wohin der Schönauer Weg heuer führt, wird sich zeigen. Oberste Priorität hat sicher erst einmal der Ligaerhalt.