Fußball
: Funktionäre nicht wohl in ihrer Haut

Der Fußball-Bezirk Hochrhein hat einen neuen Vorsitzenden. Nach dem unfreiwilligen Rücktritt von Katharina Keßler kehrt beim Bezirkstag in Gurtweil Uwe Sütterlin in das Amt zurück.
Von
Uli Nodler
Oberndorf
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Katharina Keßler (rechts) wird von der SBFV-Vizepräsidentin Ute Wilkesmann verabschiedet.

Uli Nodler

Dass sich etliche Mitglieder des Bezirksfußball-Ausschusses (BSA) auf dem Podium in der Gemeindehalle im Waldshuter Stadtteil Gurtweil angesichts des angezettelten Aufstands vor drei Monaten nicht wohl in ihrer Haut fühlten, war an Samstag für den Beobachter fast mit Händen zu greifen. Damals kritisierten Funktionäre Kesslers Führungsstil vehement und legten ihr nahe, beim Bezirkstag zurückzutreten. Wenn nicht, würden die Kritiker von ihren Ämtern zurücktreten. Eine tief enttäuschte Vorsitzende machte nach diesem Misstrauensvotum dann beim Bezirkstag am Samstag den Weg frei für Uwe Sütterlin, der im Rahmen der Neuwahlen von den Vereins-Delegierten einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde.

Wilkesmann liest BSA die Leviten

Mit ihrer Laudatio auf die scheidende Katharina Keßler machte die Vizepräsidentin Ute Wilkesmann, die den Südbadischen Fußball-Verband bei diesem Bezirkstag repräsentierte, ihrem Ärger über das BSA-Vorgehen deutlich Luft: „Ich bedauere den Rücktritt von Katharina Keßler extrem. Sie hat in diesen zwei Jahren sowohl im Verband als auch auf Bezirksebene hervorragende Arbeit geleistet und mich in meiner Arbeit hervorragend unterstützt,“ las die Vizepräsidentin den Entscheidungsträgern im Bezirk die Leviten.

Auf gute Zusammenarbeit: Der neue Vorsitzende Uwe Sütterlin (links) und Staffelleiter Torsten Spitz.

Foto: Uli Nodler

Vor der Verabschiedung Kesslers informierte Wilkesmann über die wichtigsten Projekte des Verbandes in den letzten beiden Jahren. Im Fokus stand dabei der Frauen- und Mädchenfußball. Der Südbadische Fußballverband entwickelte dafür ein Konzept. Gemeinsam mit dem DFB und dem Projekt „DFB-Assist“ sei – so Wilkesmann – über mehrere Monate eine wegweisende Strategie erarbeitet worden, die nun nachhaltig in den Mädchen- und Frauenfußball in Südbaden einfließen solle. „Unser Ziel ist es, mehr Spielerinnen, Trainerinnen und Funktionäre für den Frauenfußball zu gewinnen. Die Strategie des Verbandes soll durch gezielte Maßnahmen den Frauen- und Mädchenfußball bis zum nächsten Verbandstag im Jahr 2027 und auch darüber hinaus weiter fördern. Darüber hinaus hat der „Tag des Mädchenfußballs“ im Verband ein neues Format erhalten. Und Übungsleiterinnen können ab sofort den Trainer-B-Schein kostenlos erwerben.

Noch immer benehmen sich viel zu viele Fußballerinnen und vor allem Fußballer auf dem Platz daneben. So ist den Sportrichtern im Bezirk auch in der abgelaufenen Saison 2024/25 die Arbeit nicht ausgegangen. Aus Kesslers Bericht geht hervor dass bei insgesamt 553 Straffällen 585 Sperren in Spieltagen und 187 Feldverweise verhängt wurden. Gegen den TV Berau wurde allerdings keine einzige Strafe verhängt. Der Applaus war dem Verein gewiss.

Katharina Keßler freute sich darüber, dass in den vergangenen zwei Jahren sechs neue Spielfelder abgenommen wurden. Es handelt sich um die Kunstrasenplätze der SF Schliengen, des SV Rheintal, SV Berau, SC Niederhof, FC Kandern und FC Schönau.

„Trotz des unschönen Endes blickte Keßler am Ende ihres Berichts positiv auf die beiden Jahre im höchsten Amt des Fußball-Bezirks Hochrhein zurück: „Ich habe mein Bestes gegeben, um die Aufgaben der Bezirks-Vorsitzenden so gut wie möglich auszuführen“, betonte eine Katharina Kessler, die dann anschließend bei der Verabschiedung Tränen vergoss.

Dieter Ruf hört als Stafeflleiter auf.

Foto: Uli Nodler

Die anstehenden Neuwahlen ergaben keine weiteren Aufreger mehr. Sütterlin machte jedoch bei seinem Amtsantritt deutlich, dass er es bedauere, dass es nun so gekommen sei. „Jetzt stehe ich wieder hier oben. Ich habe mir das auch anders gewünscht.“

Als neuer Vorsitzender hatte es Sütterlin eilig, wieder von der Bühne zu kommen. In Rekordzeit peitschte er die weiteren Neuwahlen durch. Und beendete den Bezirkstag des Bezirks Hochrhein nach 68 Minuten. Keiner im Saal konnte sich an einen Bezirkstag erinnern, der ähnlich schnell über die Bühne gegangen war, wie dieser in Gurtweil.

Saison startet im Bezirk am 16./17. August

Feststeht nun auch der Saisonbeginn auf Bezirksebene. Die Bezirksliga Hochrhein trägt ihren ersten Spieltag am Wochenende, 16./17. August aus. Die Kreisliga A-West und Kreisliga A-Ost starten zwei Wochen später. Die Kreisligen B und C folgen dann mit ihrem jeweils ersten Spieltag am 13./14. September.

Ute Wilkismann teilte darüber hinaus zwei wichtige Satzungsänderungen mit: So wird im Jugendfußball zukünftig die Gelb-Rote Karte statt einer Zeitstrafe eingeführt. Der Bestrafte ist dann aber nur für das Spiel, in dem die Zeitstrafe verhängt wurde, gesperrt.

Geändert wurde auch das Zweitspielrecht. Es wird unter Beibehaltung der Spielerlaubnis für den bisherigen Verein (Stammverein) für einen anderen Verein (Zweitverein) bis zum Ende des jeweiligen Spieljahres (31.Juli) von der Passstelle erteilt. Sobald zwischen Heimatort und Arbeits- bzw. Studienort mehr als 50 Kilometer (bisher 100 Kilometer) liegen, hat man die Möglichkeit, ein Zweitspielrecht in Anspruch zu nehmen – sofern beide Orte in unterschiedlichen Bundesländern liegen. Außerdem darf der Verein, für den man das Zweitspielrecht möchte, nicht oberhalb der Landesliga (bei Frauen oberhalb der Verbandsliga) spielen.

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