Flohr-Team auswärts gefordert: Noch klemmt’s in der Defensive

Mex Raguse (am Ball) und Stefan Bauer peilen mit dem HBW Balingen-Weilstetten in Lübeck die nächsten Punkte an.
Beytullah KaraDie doch recht unnötige 26:31-Auftakt-Pleite bei VfL Potsdam hat Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten am vergangenen Samstag mit einem Heimsieg über wieder den HC Elbflorenz wieder ausgeglichen. Mit 42:36 setzte sich das Team von Trainer Matti Flohr in der Balinger Mey-Generalbau Arena durch. Am Samstag sind die „Gallier“ wieder in der Fremde gefordert – beim VfL Lübeck-Schwartau (19 Uhr, Hansehalle Lübeck).
Vorne hui – hinten ausbaufähig
42 Tore gegen den HC Elbflorenz, das hat Coach Flohr so richtig gut gefallen, ebenso die Vorstellungen von Spielmacher Yonatan Dayan der all seine elf Würfe im gegnerischen Tor unterbrachte und Rechtsaußen Sascha Pfattheicher, der auf 13/5 Treffer kam. „Das Angriffs- und das Tempospiel waren top. In der ersten Halbzeit hatten wir eine sehr starke Phase, in der wir alles umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten. Einen Gegner wie den HC Elbflorenz mit einem 14:2-Lauf derart an die Wand zu spielen, war so nicht zu erwarten“, sagt Flohr. Und dennoch war für den HBW-Trainer nach dem Match nicht alles eitel Sonnenschein. „Wir müssen das schon ein bisschen differenziert sehen. In der Abwehr und beim Rückzugsverhalten hat man gemerkt, dass die Automatismen noch nicht richtig greifen. Das waren mir mit 36 zu viele Gegentore – auch wenn der Gegner Dresden hieß“, so Flohr weiter.
Lübeck-Schwartau stark im 1:1
Natürlich stand am Montag die Analyse des Elbflorenz-Spiels an, natürlich standen an den vergangenen Trainingstagen die Abwehrarbeit und das Rückzugsverhalten mit Abwehr-Angriff-Wechseln im Fokus – neben der Vorbereitung auf den kommenden Gegner VfL Lübeck-Schwartau. „Es wird darauf ankommen, den VfL in den 1:1-Situationen zu stellen und Janik Schrader in den Griff zu bekommen. Er ist nicht nur stark im 1:1, er hat auch eine gute Kooperation in alle Richtungen“, sagt Flohr. Doch neben dem Rückraumrechten hat Lübeck-Schwartau mit dem Dänen Einar Nickelsen im linken Rückraum einen weiteren extrem schnellen Angreifer. „Er kommt sehr tief und ist sehr schwer zu verteidigen“, weiß Flohr. In der Rückraummitte zieht Neuzugang Magnus Holpert – der Sohn von Ex-Nationalkeeper Jan Holpert kam vom dänischen Erstligisten SønderjyskE Håndbold – die Fäden. Doch auch die Besetzung mit dem Dänen Lukas Emdorf in rechten und Shooter Ole Hagedorn im linken Rückraum hat es beim Team von Trainer David Röhrig in sich.
„Wir müssen unser Zentrum schließen, dass wir so wenige Durchbrüche wie möglich zulassen. In der Offensive geht es darum die offensive Abwehr in Bewegung zu bringen und den Ball am Laufen zu halten“, sagt Flohr zur Marschroute. Wie immer, wenn der Weg der „Gallier“ in den hohen Norden führt, machen sie am Freitagvormittag Station in Rimpar, wo das Abschlusstraining angesagt ist.
Nagy fällt mit Fingerbruch mehrere Wochen aus
Bitter. Der HBW muss in den kommenden Wochen neben Spielmacher Elias Huber (Reha nach Meniskus-OP) auf Keeper Benedek Nagy verzichten. Der Ungar brachte im Training eine Hand zwischen Ball und Torpfosten – ein Finger hielt der Belastung nicht stand und brach. Ebenfalls im Training erwischte es Till Wente mit einer Verletzung am Sprunggelenk. Doch noch hofft Coach Flohr, dass der abwehrstarke Rückraumspieler rechtzeitig fit wird. Für Nagy rückt Magnus Bierfreund aus dem Balinger Drittliga-Team auf.
Übrigens: In der vergangenen Saison, die der VfL mit gerade einmal einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz als Zwölfter beendete, entschied der HBW beide Duelle mit dem VfL Lübeck-Schwartau für sich. In der Hansehalle gewann Flohrs Mannschaft überraschend deutlich mit 37:25, in Balingen war es beim 29:28 doch wesentlich enger.