Finale nur knapp verpasst: TV Unterhaugstett mischt bei Deutschlands Spitze vorne mit

Die beiden U12-Teams des TV Unterhaugstett jubelten in Hamm.
Sebastian GerhardtEs war alles gerichtet für eine tolle deutsche Faustball-Meisterschaft der Altersklasse U12 in Hamm (Nordrhein-Westfalen). Die jeweils besten 20 deutschen Teams der männlichen und weiblichen Jugend, die sich über die Meisterschaften ihrer Landesverbände zur Teilnahme an der deutschen Meisterschaft qualifiziert hatten. Mittendrin waren die beiden U12-Mannschaften (männlich und weiblich) des TV Unterhaugstett. Beide hatten sich als württembergische Meister die Teilnahmeberechtigung erworben.
Platz sechs schon ein Erfolg
Die Jungs sind alle noch eine Altersklasse tiefer spielberechtigt. Bei den Mädels waren nach dem siebten Platz der letzten Hallensaison zwei wichtige Spielerinnen aus Altersgründen nicht mehr dabei. Jugendleiter Harald Sauerbrunn hatte daher im Vorfeld einen Platz unter den ersten sechs für beide Teams schon als Erfolg bezeichnet.
Das Ziel hatten beide Teams schon nach Abschluss der Gruppenphase fast erreicht. Ohne jeden Satzverlust und mit eindeutigen Ergebnissen spielten sich die Mädchen durch ihre Vorrundengruppe und zogen als einer von vier Gruppensiegern souverän direkt ins Viertelfinale ein.
Jungs haben es schwerer
Erwartungsgemäß hatten es die Jungs da etwas schwerer. Vor allem war ihnen die Anfangsnervosität im ersten Spiel noch deutlich anzumerken. Dort ging es den VfK Berlin im ersten Satz hin und her. Kaum hatte eines der Teams einen Vorsprung erspielt, glich das andere aus und ging seinerseits in Führung. Knapp mit 11:9 holte sich der TVU diesen Satz schließlich. Im zweiten Satz das gleiche Spiel. Dieses Mal dauerte es sogar bis zum 14:14 bis schließlich der erlösende Entscheidungsball gespielt und das erste Match glücklich, aber nicht unverdient gewonnen war. Gegen den ebenfalls hoch eingeschätzten SV Kubschütz war es dann die bessere Mannschaftsleistung, die einen verdienten Sieg mit 11:6 und 11:8 sicherte. Es folgten klare Siege gegen Tiefenthal und Segnitz und die Jungs standen als Gruppensieger ebenfalls im Viertelfinale.
Angriffsbälle entschärft
Im Viertelfinale machten es die Unterhaugstetter Mädchen spannend. Beim hart umkämpften 11:9, 9:11 und 12:10 gegen spielstarke Gegnerinnen aus Brettorf gelang es auf dem nassen Boden der TVU-Abwehr mit Alizee Gerhardt und Fabienne Hämmerle, immer wieder die Angriffsbälle zu entschärfen und die Angreiferinnen Alena Geiss und Sophia mit guten Zuspielen für Punktgewinne zu versorgen. Unter lautem Jubel der mitgereisten Fans gelang so der Sprung ins Halbfinale.
Da wollten die Jungs nicht nachstehen, machten es aber deutlich kürzer. Mit 11:4 und 11:7 ließen sie Hallerstein keine Chance und standen damit ebenfalls in Halbfinale.
Vorsprung nicht gehalten
Mit zwei fast gleich verlaufenen Spielen verpassten die Mädchen dann den Sprung aufs Treppchen ein wenig unglücklich. Sowohl gegen Kellinghusen im Halbfinale als auch gegen Karlsdorf im Spiel um Platz drei lagen sie im ersten Satz recht deutlich in Front. In beiden Spielen gelang es aber nicht, den Vorsprung zu halten und sie mussten jeweils die ersten Sätze noch abgeben und hatten auch im zweiten das Nachsehen. Mit dem nicht erwarteten vierten Platz haben sie aber dennoch ein tolles Turnier gespielt.
Punkte durch präzise Bälle
Hochspannung dann bei den Jungs in deren Halbfinale gegen Bretten. Denkbar knapp versperrte der badische Meister beim 11:9, 12:14 und 12:14 den Weg ins Finale. Aber die Enttäuschung über die knappe Niederlage sollte nur kurz anhalten. Schließlich stand noch das Spiel um Platz drei aus. Und tatsächlich – im kleinen Finale gegen Leipzig waren der TVU wieder voll da. Gegen die körperlich überlegenen Gegner warfen die Unterhaugstetter Jungs einmal mehr ihre kompakte Mannschaftsleistung in die Waagschale. So unterstützen die beiden Angreifer Toni Musch und Noah Buck die beiden Abwehrspieler Luke Soppa und Benedikt Vogt gegen die starken Angriffsschläge der Gegner und punkteten vorne ein ums andere Mal mit präzisen Bällen. Mit einem knappen 11:9 und 12:10 erkämpften sie sich die Bronzemedaille.
Zwei Spieler des Turniers
Groß war die Überraschung beim Unterhaugstetter Anhang bei der Siegerehrung. Nicht nur die Plätze drei und vier bei der deutschen Meisterschaft gab es zu bejubeln, denn mit Alizee Gerhardt und Noah Buck wählten die Trainer aller Mannschaften zwei Spieler aus Unterhaugstett zu den besten Spielern des Turniers.