Faustball Saisonstart: TSV Calw auf dem Weg nach „Elbflorenz“

Nadine Maisenbacher, die bislang beim TV Unterhaugstett spielte, läuft künftig im Calwer Trikot auf.
Janina BosseMit frischer Motivation und gewohnt hohen Zielen gehen die Spitzenteams aus der Region die Bundesliga-Feldsaison an. Der TSV Calw startet gleich mal mit einem Heimspieltag am Sonntag ab 11 Uhr und ist gegen den TV Stammheim aus Stuttgart, sowie den ASV Veitsbronn aus dem fränkischen Landkreis Fürth klarer Favorit auf die ersten vier Pluspunkte.
Der TSV Dennach bekommt es in Hessen mit stärkeren Gegnern zu tun: Gastgeber TSV Pfungstadt und der TV Segnitz rechnen sich ebenfalls Chancen auf eine Teilnahme an der Meisterschafts-Endrunde in Dresden aus.
Nur vier statt sechs Mannschaften
Der Weg nach „Elbflorenz“ ist schwer. Denn im Gegensatz zu bisherigen DM-Endrunden dürfen diesmal nur vier statt sechs Mannschaften aus ganz Deutschland teilnehmen.
Hintergrund ist, dass der Faustball sich in der sächsischen Metropole einem breiten Publikum präsentieren darf: Im Rahmen der „Finals 2025“. Bei diesem erfolgreichen Vermarktungsformat werden die Meister zahlreicher Sportarten, von Leichtathletik bis Badminton, von Triathlon bis Turnen, an einem Ort und vor den Kameras des ZDF ermittelt.
Live-Übertragungen locken
Da locken Live-Übertragungen oder zumindest aufgezeichnete Bewegtbilder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. „Das ist eine große Chance für unseren Sport auf mehr mediale Aufmerksamkeit“, weiß Calws Kapitänin Leonie Pfrommer und Dennachs Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger ist sicher: „Das Final Four in Dresden wird etwas Besonderes.“
Dafür nimmt der Faustballverband auch in Kauf, dass die Halbfinals (30. Juli) und Endspiele (31. Juli) der Frauen und Männer nicht an einem Wochenende stattfinden, sondern mittwochs und donnerstags.
Gegner im Endspiel
Die herausragenden Süd-Teams aus Dennach und Calw wollen natürlich dabei sein. Sie standen sich letztmals im Endspiel der deutschen Meisterschaft in der Stadthalle Neuenbürg gegenüber. Ausrichter Dennach gewann das Duell der Dauerbrenner. Ob sich die seit langem bestehende Zweiklassengesellschaft der Bundesliga in der Feldrunde 2025 auflöst? Das ist kaum zu erwarten.
Stammgast bei der Endrunde
Seit über zehn Jahren sind Dennach und Calw stets bei den Endrunden dabei, um weitere Plätze kämpften fast immer der TV Segnitz und Pfungstad. Der TV 1880 Käfertal rangiert fast immer auf Platz 5. Dahinter klafft eine Lücke zu den übrigen Teams, die allesamt gegen den Abstieg kämpfen.
Abwehr mit Nationalspielerinnen
Beste Chancen auf Platz 1 im Süden hat auch in diesem Jahr der bestens besetzte TSV Dennach. Das Top-Trio im Angriff (Sonja Pfrommer, Pia Neuefeind, Maya Mehle) und die starke Abwehr mit den Nationalspielerinnen Ann-Kathrin Motteler und Denise Zeiher sind in bestechender Form. „Es macht wahnsinnig Spaß, wir haben eine große Harmonie im Team – und jeder Erfolg ist einzigartig. Das motiviert uns“, so Chefin Anna-Lisa Aldinger. „Wir wollen zur DM, am besten als Südmeister.“
Nach dem sechsten Medaillenerfolg bei deutschen Hallenmeisterschaften in Folge (darunter 2 x Gold, zuletzt Silber) legt Laura Flörchinger vom TSV Calw eine Pause ein. Dafür rückt mit Nadine Maisenbacher eine erfahrene und fleißige Zuspielerin bei den Hermann-Hesse-Städterinnen ein. Sie kommt vom Nachbarverein TV Unterhaugstett.
Es wird „schwieriger“
Julia Maier vom Zweitligisten TSV Calw 2 bekommt nach starken Spiel- und Trainingsleistungen wohl schon am Sonntag die Gelegenheit, ihr Talent auch im Oberhaus zu beweisen. „Wir wollen uns erneut für die DM-Endrunde qualifizieren. Das ist in diesem Jahr zwar noch schwieriger, aber machbar“, sagt Mannschaftsführerin Leonie Pfrommer.
Modus passt
In der letzten Hallenrunde probierten die Bundesliga-Männer erfolgreich den nun auch bei den Frauen vorgesehenen Modus aus. Nach der regulären Runde der Liga-Staffeln am 6. Juli sind die Erstplatzierten in Nord und Süd direkt qualifiziert. Der Süd-Zweite trifft in einem Play-off-Viertelfinale auf den Nord-Dritten und der Süd-Dritte auf den Nord-Zweiten. Dies verspricht zusätzlich Spannung.
Die Heimspiele
Heimspiele des TSV Calw: 4. Mai (11 Uhr, Gegner TV Stammheim, ASV Veitsbronn); 17. Mai (10 Uhr, TSV Dennach, SV Energie Görlitz); 22. Juni (11 Uhr, TV 1880 Käfertal, TV Segnitz).
Heimspiele des TSV Dennach: 22. Juni (11 Uhr, ASV Veitsbronn, TV SW-Oberndorf); 6. Juli (11 Uhr, TV 1880 Käfertal, TV Stammheim).