Eishockey DEL2: Unglaubliche Freiburger schlagen Tabellenzweiten

Freiburgs Topscorer Fabian Ilestedt (rechts) leistet die Vorlage zum Freiburger Treffer.
TH Fotografie/Thomas HessÜber die gesamten 60 Minuten hinweg lieferten sich die Wölfe und der Tabellenzweite ein Duell, das an Spannung kaum zu überbieten war und an zahlreichen Stellen neue Wendungen hätte einnehmen können – doch letztlich blieben sowohl der Verlauf als auch der Spielstand so, wie er nach lediglich knapp vier Minuten etabliert worden war.
Monster-Auftritt der Wölfe in der Defensive
Ein defensiv kompakt arbeitender EHC Freiburg bietet den Huskies im eigenen Drittel auf kämpferische Weise Paroli und sucht sein Glück in Kontern – und den ersten verwandelte Lynden McCallum, der heute erstmals seine persönliche Rückennummer 20 trug, auf Vorlage von Fabian Ilestedt zum ersten und einzigen Treffer.
Was zu diesem Zeitpunkt wie ein Blitzstart der Wölfe wirkte, entpuppte sich jedoch vielmehr als effiziente und erfolgreiche Strategie gegen einen Gegner, der sich – in den Worten von Juraj Faith – durch eine perfekte Struktur auszeichne. Freiburg sah sich nach diesem Führungstreffer und einem eigenen Powerplay, das ohne nennenswerte Chancen verlief, nämlich einem offensiv druckvoll agierenden Gegner gegenüber, den man mit weiteren solchen Gegenstößen auszukontern versuchte – was sich jedoch im weiteren Verlauf des ersten Drittels nur noch im Ansatz, aber ohne Torchancen, abspielen sollte.
Diese folgten dann jedoch nach der ersten Pause – unter anderem durch Chris Billich im Alleingang , was jedoch nichts daran änderte, dass Kassel die spielbestimmende Mannschaft war.
EHC profitiert von derHärte im Mitteldrittel
Folglich kam es, rückblickend betrachtet, den Freiburger Eishockey-Cracks wohl nicht ungelegen, dass die Partie in ihrer mittleren Phase etwas ruppiger wurde und zahlreiche Unterbrechungen den Huskies ein wenig ihren Rhythmus kosteten. Eine hab es jedoch dann alsbald in der 28. Minute auf der anderen Seite des Eises nach einer Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Sameli Ventelä wegen Bandenchecks. Das potenziell fünfminütige Unterzahlspiel des EHC brachen die Huskies dann jedoch nach zweieinhalb Minuten mit einer eigenen Strafe ab.
Die verbleibenden gut 30 Sekunden der Ventelä-Strafe nach diesem zwischenzeitlichen Vier-gegen-Vier brachten die bis dato vielleicht brenzligsten Momenten für die Wölfe hervor. Während der EHC Querpass-Versuche des Gegners weiterhin kämpferisch vereitelte, trat Fabian Hegmann nun endgültig ins Rampenlicht vor der Nordkurve, als er bei einem eben solchen Pass auf Goldhelm Tyler Benson mit seiner Parade die Führung der Wölfe aufrechterhielt.
In der zweiten Hälfte des Schlussabschnitts war die Spannung, die in der Echte-Helden-Arena in der Luft lag, deutlich spürbar – letztlich wohl, weil die gesamten 2243 Zuschauerinnen und Zuschauern das Unvermeidliche erwarteten, nämlich dass der Tabellenzweite, der zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen hatte, einen finalen Ansturm in Richtung Fabian Hegmann lancieren würde. Doch der gebürtige Duisburger hielt diesem Stand und avancierte nun endgültig zum Matchwinner von Blau-Weiß-Rot.
Tor: 1:0 (4.) MC Callum (Iestedt, Kretschmann).
Strafminuten: Freiburg 29, Kassel 16.