Bezirksliga Nordschwarzwald: Wieso die Spvgg Freudenstadt vom VfB-Sieg profitierte

Dogukan Süzgec (am Ball) traf zum Freudenstädter Siegtreffer in Felldorf.
Andreas ReutterEin beeindruckendes Comeback hat die Spvgg Freudenstadt in Felldorf gezeigt, wo das Team von Elvedin Djekic nach einem Zwei-Tore-Rückstand die Partie in der zweiten Hälfte noch in einen Sieg drehte. Beim Abpfiff stand es 2:3 (2:0).
Im Topspiel, Vierter gegen Zweiter, war es das Heimteam, das im ersten Durchgang die Akzente setzte und teilweise hoch überlegen agierte. Die Gäste aus Freudenstadt taten sich schwer und kamen nicht in ihr sonst gutes Offensivspiel. Mit langen Bällen suchte die SG Felldorf-Bierlingen immer wieder ihren Ausnahmestürmer Thomas Baur. So kamen die Gastgeber zu teils hochkarätigen Chancen, die sie aber nicht alle nutzten. Zweimal war Baur erfolgreich. Einen Steilpass schnappte sich Baur und im Eins-gegen-Eins mit Keeper Lukas Finkbeiner erzielte er das 1:0. Beim 2:0 presste die SG gut, einen Fehlpass nutzte Baur und war erneut im Eins-gegen-Eins der glückliche Sieger.
Nach dem Seitenwechsel waren es allerdings die Freudenstädter, die das Spiel kontrollierten. Deren Trainer, Elvedin Djekic, hatte mit seinen Wechseln neuen Schwung ins Spiel gebracht. Das zeigte sich auch im hohen Ballbesitz der Gäste, die der SG keine Möglichkeit zur Entfaltung mehr ließen. Besonders die drei Torschützen, die später für den Freudenstädter Sieg sorgten, zeichneten sich aus. Aber vor allem Dogukan Süzgec, der auf der Zehn agierte, sorgte immer wieder für Gefahr.
Trainer schwärmen
Der sich ankündigende Anschlusstreffer durch die Gäste fiel nach einem Freistoß. Diesen versenkte Patrick Ostojic „weltklasse“, wie später Djekic lobte. Selbst Heimtrainer Ümit Dagistan schwärmte: „perfekt in den Winkel.“
Der Ausgleich folgte nur sieben Minuten später – erneut durch einen Standard. Hier war es Leon Lisicar, der per Kopf traf. Den umjubelten Siegtreffer besorgte dann Freudenstadts bester Spieler selbst. Dogukan Süzgec dribbelte nach einem stark herausgespielten Angriff durch den Strafraum und schob mit links in kurze Eck ein.
Der Sieg war für Freudenstadt auch besonders wichtig, da Verfolger FV Grün-Weiß Ottenbronn nur remis spielte. Damit hat Freudenstadt nun drei Punkte Vorsprung und das klar bessere Torverhältnis vor dem kommenden direkten Duell gegen Ottenbronn. Neben der guten Ausgangslage, den zweiten Platz zu behaupten, hat die Spielvereinigung aber auch noch die Chance, Tabellenführer zu werden. Dafür muss man aber auf einen Ergenzinger Patzer hoffen.
Trainerstimmen
Ümit Dagistan
(SG Felldorf/Bierlingen): „In der ersten Hälfte waren wir hoch überlegen und müssen 3:0 oder 4:0 führen. Nach der Pause war es andersrum. Freudenstadt hat es besser gemacht und war einfach effektiver als wir. Am Ende lag es wohl auch am DFB Pokalfinale. Die Spieler haben den Sieg des VfB Stuttgart etwas zu sehr gefeiert. Da war die Kraft weg.“
Elvedin Djekic (Spvgg Freudenstadt): „Wir waren in der ersten Halbzeit ganz schlecht und lagen zurecht hinten. Wir haben alles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen hatten. Zur zweiten Hälfte haben wir gewechselt und haben dann angefangen Fußball zu spielen. Am Ende, würde ich sagen, haben wir doch noch verdient gewonnen.“
SG Felldorf-Bierlingen – Spvgg Freudenstadt 2:3 (2:0)
SG Felldorf-Bierlingen: L. Beuter – P. Fischer, L. Lohmüller, M. Pfeffer (57. A. Heim), T. Baur (80. D. Grammer), D. Kilicaslan, L. Kaiser, J. Pfeffer, T. Nichter (80. M. Nichter), R. Faiß, A. Hertkorn (73. D. Stooß).
Spvgg Freudenstadt: L. Finkbeiner – F. Armbruster (46. H. Djekic), L. Kroboth (82. S. Crnomarkovic), N. Göcks (59. P. Göcks), D. Süzgec (90.+1. A. Nahodovic), P. Ostojic, L. Lisicar, A. Bensch, M. Weimer (46. Alieu Camara), C. Kaupp, M. Ade.
Tore: 1:0, 2:0 Thomas Baur (21./38.), 2:1 Patrick Ostojic (62.), 2:2 Leon Lisicar (69.), 2:3 Dogukan Süzgec (75.).
Schiedsrichter: Paul Reiss.
