Ausgleich in der 90. Minute: TSG Balingen rettet einen Punkt gegen biedere Kickers aus Offenbach

Marvin Jäger muss in dieser Szene zum Foul greifen: Im Hintergrund beobachtet Kike die Szene.
KaraEr ist der Mann für die späten Tore in der Bizerba-Arena: Wie schon im entscheidenden Aufstiegsspiel gegen Türkgücü Friedberg gelang Simon Klostermann gegen Offenbach spät (90.) ein wichtiger Treffer – es war sogar die selbe Minute und die gleiche Spielrichtung wie an jenem 9. Juni. Seither hatte der Angreifer in Pflichtspielen übrigens nicht mehr getroffen.
Kurios: Die sehr defensiv auftretenden Offenbacher Kickers ließen sich trotz 1:0-Führung auskontern. Halim Eroglu inszenierte mit einem tollen Hackentrick, Görkem Koca bediente Klostermann im richtigen Moment und dieser blieb vor dem Tor cool. Beinahe wäre Luca Battista sogar noch der Siegtreffer gelungen, doch sein Versuch rauschte aus 20 Metern knapp vorbei.
Schwache Offenbacher
Eine Niederlage wäre auch extrem ärgerlich gewesen, da man auf sehr biedere Gäste traf. Wer den OFC an diesem Samstag in Balingen spielen sah, brauchte viel Fantasie um zu erahnen, das man die Saison wieder einmal mit Aufstiegshoffnungen gestartet hatte. „Es fühlt sich etwas anders an als in Freiburg, weil wir spät den Ausgleich machen. Wenn man aber den ganzen Spielverlauf sieht, darf Offenbach hier eigentlich keinen Punkt mitnehmen“; erklärte Kapitän Matthias Schmitz.
Murat Isik vertraute weitestgehend dem Personal aus dem Freiburg-Spiel. Einzig Ole Deininger kehrte in die Startelf zurück und startete für Ferdinand Schmidt. Anders als zuletzt wurde situativ wieder mit einer Dreier- respektive Fünferkette verteidigt.
Strittige Szene
Deininger war dann auch an der ersten Aufregerszene beteiligt: Nach einem langen Ball war er plötzlich nach einem Zweikampf frei vor Torhüter Johannes Brinkies – Schiedsrichter Nabil Benazza entschied erstaunlicherweise auf Foul. Isiks Meinung: „Schiedsrichter machen wie wir Trainer oder Spieler Fehler, das ist normal. Ich habe in der Szene kein Foul erkennen können, aber kein Vorwurf.“
Die ersten 45 Minuten waren definitiv nicht vergnügungssteuerpflichtig. Gegen die tiefstehenden und abwartenden Gäste tat sich die TSG schwer, offensiv gefährlich zu werden. In einer schwungvollen Startphase prüfte Almeida Morais Keeper Johannes Brinkies in der „Torwartecke“. Offenbach kam durch Quassim Karada zu ihrem ersten Abschluss (10.), dann war 35 Minuten keine Gefahr mehr für das Balinger Tor vorhanden.
Wenig Zwingendes
Diese hatten ihrerseits viel den Ball, spielten aber auch zu viel rückwärts und im Zweifel auch zu ungenau. Zwei große Chancen gab es vor der Pause trotzdem: Ein Diagonalball von Matthias Schmitz kam über Kike zu Almeida Morais, der aus kurzer Distanz vorbeischoss (42.). Wenig später setzte Kike zum Solo an, tunnelte einen Verteidiger und scheiterte aus elf Metern per Flachschuss an Brinkies.
Der Regen kommt
Beide Teams wechselten dann rund um die „Stundenmarke“ und Valdrin Mustafa packte im TSG-Strafraum den Fallrückzieher aus, sein Versuch ging aber weit über das Tor. Anschließend kam ein kräftiger Regenschauer gepaart mit kräftigem Wind und machte die Bedingungen noch schwieriger.
Die TSG brachte sich dann wie schon so oft in dieser Saison selbst ins Hintertreffen: Zunächst verlor Moutassime völlig unnötig den Ball im eigenen Drittel, dann ließ Potye eine Hereingabe fallen und brachte Berlinksi zu Fall. In der Wiederholung war zu erkennen, dass der Stürmer den Kontakt sehr dankend annahm, ein bewusstes Vergehen von Potye lag definitiv nicht vor. Berlinksi war die weitere strittige Entscheidung aber egal, er verwandelte den Strafstoß zum 0:1 für die Gäste.
Isik dann brachte unter anderem Simon Klostermann als zweite Spitze, doch die ganz große Gefahr blieb zunächst aus. Dies änderte sich wie beschrieben in Spielminute 90.