Aus im WFV-Pokal
: SV Zimmern nutzt gegen Reutlingen seine Chancen nicht

Landesligist SV Zimmern scheidet trotz mehrerer hochkarätiger Chancen unglücklich aus und verpasst gegen den SSV Reutlingen eine mögliche Pokalsensation.
Von
Holger Rohde
Oberndorf
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In dieser Szene musste SVZ-Keeper Chris Fast (rechts) nach dem Reutlinger 2:0 den Ball aus dem Tor fischen.

Holger Rohde

WFV-Pokal, 2. Runde: SV Zimmern – SSV Reutlingen 1:4 (0:2). Zweimal Latte, ein korrektes Tor nicht gegeben plus weitere Chancen: Dank einer starken zweiten Hälfte hatte der Außenseiter den Oberligisten am Rande der Verlängerung und einer Überraschung.

Der Oberligist wurde von Anfang an seiner Favoritenrolle gerecht, war am Ende eiskalt und effektiv. Engagierte Zimmerner mussten viel Laufarbeit verrichten. Hatten allerdings Pech und gerieten früh in Rückstand. Marlon Gangloff bugsierte eine Hereingabe im zweiten Versuch zum schnellen 0:1 ins Netz. Zuvor parierte Zimmerns Keeper Chris Fast im Anschluss an einen Eckball reaktionsschnell. Doch aus sechs Metern hatte er keine Abwehrchance.

0:2 nach 24 Minuten

Einen weiteren Ball in den Fünfmeterraum nutzte Konstantinos Markopoulos zum 0:2 in der 24. Minute. Die Partie schien früh den erwarteten Verlauf zu nehmen vor den Augen von Zimmerns Ex-Trainer Steffen Breinlinger, der am Freitag zum Oberliga-Auftakt mit dem FC 08 Villingen gegen die Reutlinger antritt.

Doch der SVZ gab sich in keiner Phase auf. Stefan Mutapcic hatte Pech und setzte in der 27. Minute einen 22-Meter-Freistoß nur an die Querlatte. Bis zur Pause kontrollierte der SSV das Geschehen mühelos und schien Kräfte sparen zu wollen.

Mit vier Wechseln in der Pause ging dieses Vorhaben des SSV gegen unveränderte Hausherren nach dem Seitenwechsel zunächst gründlich daneben. Mutapcic überlistete SSV-Schlussmann Marcel Binanzer schlitzohrig zum 1:2-Anschluss (48.).

Zimmern gibt sich nicht auf und macht Druck

Nun war nichts mit Gäste-Schongang, die über die vollen 90 Minuten von rund 200 mitgereisten Fans (einige sogar von einem Schweizer Fanclub) lautstark angefeuert wurden. Und hätte in der 59. Minute beinahe frech und ohne Druck sogar das 2:2 erzielen können. Am Fünfmetereck im SSV-Strafraum wurde er einschussbereit von Nedim Pepic gerade noch zur Ecke geklärt (59.).

Kurze Zeit später hatte der Zimmerner Stürmer Chance Nummer vier zu seinem zweiten Treffer (63.). Sekunden später kullerte der Ball ins Tor – der Treffer von ihm zum vermeintlichen Ausgleich zählte nicht, wegen eines zweifelhaften Foulspiels am SSV-Torhüter (64.).

Die nächste dicke Möglichkeit für die jetzt klar besseren Zimmermer hatte der erst vier Minuten vorher eingewechselte Marius Helmke, der schön freigespielt vor Binanzer vorbeischob (66.). Und dann kam es wie es kommen musste: Praktisch im Gegenzug sorgte Oskar Prokopchuk mit der ersten Gästechance des zweiten Durchgangs für das 1:3 (68.). Der SVZ war immer noch nicht geschlagen. Mutapcic donnerte den Ball in der 77. Minute aus 20 Metern erneut an die Latte. Ein 2:3 hätte nochmals neue Spannung entfacht. In der 87. Minute sorgte Tom Ruzicka für den 1:4-Endstand via Lattenunterkante.

Statistik

SV Zimmern: Fast – Hillmaier (84. Demir), Tkach (84. Heinzelmann), Benz, Schrankenmüller, Ja. Thieringer, Da. Thieringer (62. Helmke), Reisert (84. Ademaj), Tamer (79. Sias Campos), Hempel, Mutapcic.

SSV Reutlingen: Binanzer – Hageloch, Puseljic, Toth (46. Wally), Gangloff, Markopoulos (46. Schaal), Gorgiglione (46. Prokopchuk), Sauerborn (73. Maurer), Plattenhardt (46. Ruzicka), Pepic, Vogler. Schiedsrichter: Vincent Schöller (Haiterbach).

Tore: 0:1 Gangloff (6.), 0:2 Markopoulos (24.), 1:2 Mutapcic (48.), 1:3 Prokopchuk (68.), 1:4 Ruzicka (87.).

Zuschauer: 500.

Trainerstimmen zum Spiel

Marc Genter, SV Zimmern: „Kompliment an unsere Jungs für die Leistung, besonders in der zweiten Hälfte. Wir haben uns viele Torchancen erspielt und hätten durchaus den Ausgleich und zwei, drei Tore erzielen können.“

Alexander Strehmel, SSV Reutlingen: „Wir freuen uns über das Weiterkommen, allerdings hat Zimmern wirklich gut dagegengehalten. In der zweiten Halbzeit hatten wir 20 Minuten Probleme und haben zu viele Chancen zugelassen.“

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