79. Zollern-Alb-Tennisturnier: Zwei Uruguayer stehen im Finale

Gonzalo Bancalari holt sich den Turniersieg und das Preisgeld von 800 Euro.
KaraBereits um 13 Uhr betraten die beiden Endspielteilnehmer den roten Sandplatz der TG Ebingen. Es war ein Duell zweier Uruguayer, zweier Freunde. Im persönlichen Gespräch vor dem Finale verrieten uns die beiden, dass normalerweise immer Rodrigo Arus gewinnt. Das Finale sei daher für Gonzalo Bancalari eine „besondere Herausforderung“. Der zwei Jahre Jüngere der Beiden arbeitet, wie Arus, als Tennistrainer.
Beide lobten die familiäre Atmosphäre bei der TG Ebingen. Das Turnier habe einen besonderen Charme, verrieten die beiden Südamerikaner. Auf dem Platz lieferten sich die beiden Freunde ein intensives Duell. Der erste Satz war geprägt von vielen Fehlern. Bancalari ging überraschend mit 5:0 in Führung und brachte Arus in eine schwierige Lage. Der konnte noch ein Break erzielen, musste aber den Satz mit 3:6 abgeben.
Entscheidung im zweiten Satz
In der Folge sollte der Aufschlag von Arus besser kommen und das Duell der beiden Rechtshänder blieb spannend. Beim Stande von 5:5 im zweiten Satz gelang Bancalari jedoch das Break zum 6:5. Im folgenden Aufschlagspiel sollte sich ihm die Möglichkeit bieten, endlich einmal gegen den Freund zu gewinnen. Zwei gute Aufschläge und es stand 30:0. Kurz darauf hatte Bancalari drei Matchbälle. Er verwandelte gleich den ersten und sicherte sich so erstmals den CompData-Cup. Übrigens: Gegen Rodrigo Arus hat er das erste Mal in einem Turnierspiel gewonnen.
Klassetennis bereits am Vormittag
Am Sonntagvormittag hatten sich im Halbfinale Finnegan Heber und Rodrigo Arus gegenüber gestanden. Für den 19-jährigen Heber, der für die Tennisabteilung des VfL Sindelfingen spielt, führte der Weg ins Finale über den Topgesetzten Maximilian Scholl, der zuvor den letzten verbliebenen Lokalmatador Pascal Domnik im Achtelfinale mit 6:2 und 6:4 aus dem Rennen geworfen hatte. Domnik hatte zum Auftakt am Freitagabend ein tolles Match abgeliefert und 7:6, 2:6 und 10:8 gegen Nemanja Bojkovic gesiegt. Das war das erste Highlight aus Sicht der gastgebenden TG Ebingen, die in diesem Jahr ohne die Damenkonkurrenz auskommen musste.
Scholl scheitert im Viertelfinale
Das Viertelfinale zwischen Maximilian Scholl und Finnegan Heber war spannend. Zunächst sah es nach einer klaren Sache für den topgesetzten Turnierfavoriten Scholl aus. Der acht Jahre ältere der beiden Kontrahenten holte sich Satz eins mit 6:2. Doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Bälle etwas langsamer und der Vorteil des Angriffsspielers wurde obsolet. Heber holte sich den zweiten Satz mit 7:5. Und schließlich ging auch der Match-Tiebreak mit 10:8 an den jungen Außenseiter. Im Halbfinale gegen den Uruguayer Rodrigo Arus war dann jedoch Endstation. Arus, der beim TC 1902 Überlingen als Tennistrainer arbeitet, holte sich Satz eins mit 6:3. Der ehemalige ATP-Spieler ließ auch im zweiten Satz keine Zweifel aufkommen. Nach dem Matchball zum erneuten 6:3 ließ er seinen Emotionen und seiner Freude über den Finaleinzug jedoch freien Lauf.
Favoriten scheiden aus
Auf der anderen Seite des Turnierbaums blieben ebenfalls Überraschungen nicht aus. Der 18-jährige Jungprofi Jan Smrcka zog durch zwei klare Erfolge ins Halbfinale ein, wo er Gonzalo Bancalari aus Uruguay gegenüberstand. Der 28-jährige Bancalari hatte zuvor den an Zwei gesetzten Bastian Bross in einem umkämpften Match mit 6:3 und 7:5 aus dem Turnier befördert.
Match-Tiebreak entscheidet
Beide lieferten sich ein tolles Match. Smrcka, Nummer 256 der deutschen Herrenrangliste und an Sechs gesetzt, musste den ersten Satz mit 3:6 abgeben, holte sich aber den Zweiten mit demselben Ergebnis. Der Match-Tiebreak musste die Entscheidung bringen. In diesem hatte der erfahrene Uruguayer Bancalari, der für den TC Wolfsberg Pforzheim Tennis spielt, dann die Nase vorn.
Insgesamt war man bei den Verantwortlichen der TG Ebingen mit dem Turnier zufrieden. Bezüglich der Damenkonkurrenz will man sich aber in den nächsten Wochen intensiv Gedanken machen.