31. AHG-Cup
: Pariserin zieht mit einem Lächeln ins Halbfinale ein

Auch am fünften Tag des AHG-Cups bekamen die Zuschauer hochklassiges Damen-Tennis zu sehen. Die Französin Astrid Lew Yan Foon zeigte dabei die nächste starke Leistung.
Von
Lorenzo Ligresti
Oberndorf
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Die 19-jährige Französin Astrid Lew Yan Foon besiegte Marielle Thamm in zwei Sätzen und zog damit verdient ins Halbfinale ein.

Andreas Wagner

Ein besonderes Highlight bekamen die Zuschauer auf der Anlage des TC Bildechingen direkt zu Beginn des fünften Tages des 31. AHG-Cups zu sehen. Auf der einen Seite: Astrid Lew Yan Foon, die in der ersten Runde des Turniers die an erster Stelle gesetzte Argentinierin Jazmin Ortenzi ausgeschaltet hatte. Auf der andere Seite: Mariella Thamm, eines der größten Tennis-Talente Deutschlands, die mit Julia Avdeeva ebenfalls bereits eine gesetzte Spielerin besiegt hatte.

In ihrer Art und Weise, auf dem Court aufzutreten, konnten die beiden Kontrahentinnen kaum unterschiedlicher sein. Die 19-jährige Französin, die Anfang des Jahres in Monastir (Tunesien) ihr erstes ITF-Turnier gewann, war über weite Strecken die Ruhe selbst, ließ sich kaum zu emotionalen Ausbrüchen hinreißen und hatte nach vielen Ballwechseln ein Lächeln auf dem Gesicht. „Das ist die Art, wie ich spielen möchte und wie ich am besten bin. Ich will einfach Spaß haben“, verriet Lew Yan Foon nach dem Match.

Zwei Gefühlswelten

Die erst 15-jährige Deutsche hingegen haderte mit sich selbst und ihrem Schicksal, wurde immer wieder laut und ließ das ein oder andere Mal sogar ihren Schläger etwas unsanfter aus der Hand gleiten. Thamm, die in den vergangenen vier Wochen gleich zwei Turniersiege – in Kamen und Krsko (Slowenien) – einfahren konnte und dementsprechend in bestechender Form nach Horb gereist war, schien sich dabei selbst immer wieder aus dem Konzept zu bringen.

Ihre französische Kontrahentin wusste das auszunutzen: „Ich hatte ihr Match in der letzten Runde gesehen und wusste, dass sie sehr emotional wird. Ich habe einfach versucht, mich davon nicht anstecken zu lassen und mein Spiel durchzuziehen.“ Und das gelang der Pariserin immer besser, je länger die Partie andauerte. Nachdem sie einen hart umkämpften ersten Satz auf Augenhöhe knapp mit 6:4 für sich entschieden hatte, drehte Lew Yan Foon im zweiten Abschnitt auf und führte zwischenzeitlich mit 3:0. Auch ein letztes Aufbäumen von Thamm konnte die 3:6-Satzniederlage nicht mehr abwenden.

Nicht gerne in Deutschland

„Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung und freue mich jetzt natürlich auf das Halbfinale“, sagte eine nun besonders breit lächelnde Französin nach ihrem Triumph. Außerdem fand sie, angesprochen auf die Bedingungen beim AHG-Cup, kritische und lobende Worte zugleich: „Ich mag es eigentlich überhaupt nicht, in Deutschland zu spielen“, erzählte sie lachend, ergänzte aber: „Das Turnier hier ist aber fantastisch. Die Organisation und die Leute – es herrschen wirklich tolle Bedingungen.“

Im Halbfinale wird sie nun auf Tessa Johanna Brockmann, die nach ihrem Triumph über die Kroatin Lea Boskovic – Siegerin in Horb 2019 und für viele die Top-Favoritin – im Viertelfinale auch die Serbin Mia Ristic bezwang. Nach einem ausgeglichenen ersten Satz, den sie mit 6:4 für sich entscheiden konnte, ging die 19-Jährige im zweiten Abschnitt mit 0:6 unter, kämpfte sich aber zurück in das Match und gewann den entscheidenden dritten Satz wiederum deutlich mit 6:1.

Akugue und Park weiter

Auf der anderen Seite des Turnierbaums werden sich im zweiten Halbfinale Noma Noha Akugue und Sohyun Park gegenüberstehen. Die 21-jährige Hamburgerin gewann ihr Viertelfinal-Match gegen die 17-jährige Eva Bennemann, die am Vortag noch die größte Attraktion gewesen war, relativ deutlich in zwei Sätzen (6:3, 6:3). Die Südkoreanerin wiederum setzte sich nach einem packenden ersten Satz am Ende ebenfalls nach zwei Abschnitten gegen Nastasja Schunk durch (7:6, 6:3). Damit sind Akugue (2) und Park (7) die einzigen der acht gesetzten Spielerinnen, die es bis ins Halbfinale geschafft haben.

Im ersten Halbfinale des Doppel-Turniers setzte sich am Freitag die im Einzel enttäuschende Jazmin Ortenzi gemeinsam mit der Brasilianerin Rebeca Pereira gegen Laura Böhner und Chelsea Fontenel, obwohl die Deutsche und die Schweizerin den ersten Satz noch mit 6:4 für sich entschieden hatten. Im Finale trifft das argentinisch-brasilianische Duo nun auf Tessa Brockmann und Josy Daems, die sich im rein deutschen Doppel-Duell gegen Eva Bennemann und Sonja Zhenikhova durchsetzten (6:3, 6:3).

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