Anzeige: Test-Schlusslichter können Sicherheit gefährden

Den Besuch in der Werkstatt zum Reifenwechsel können sich Nutzer von Ganzjahresreifen sparen. Der ADAC testete einige Modelle.
Günther/dpaBei vielen Autofahrern sind Ganzjahresreifen beliebt – man spart sich das lästige Wechseln und kann das gesamte Jahr bequem mit einem Reifensatz fahren. Hersteller jedoch schreiben zumindest dem Markt für Kleinwagen „offenbar nur eine untergeordnete Bedeutung zu“. Dieses deutliche Urteil fällt der ADAC nach seinem aktuellen Reifentest. Denn das Ergebnis ist unter dem Strich ernüchternd. Und dabei hätten einige Marken in anderen Dimensionen für größere Autos bereits neuere Modelle am Markt. Der Test zeigt damit auch, dass die Entwicklung in diesem Segment offenbar hinter anderen Fahrzeugklassen zurückbleibt.
Der Club prüfte 16 Pneus in der Dimension 185/65 R15 auf Herz und Nieren. Sie mussten ihr Können bei Handling- und Bremsprüfungen unter trockenen und nassen Bedingungen sowie auf Schnee beweisen. Aber auch die zu erwartende Laufleistung, Abrollgeräusche und der Spritverbrauch standen im Fokus der Tester. Die Preisspanne reichte von rund 51 bis 90 Euro pro Reifen, sodass sowohl günstige als auch höherpreisige Modelle vertreten waren.
Das Testsiegermodell kostet 84 Euro
Aber nur ein Modell schneidet mit „gut“ ab: der „Continental AllSeasonContact 2“ (Note: 2,3) für 84 Euro. Er bietet laut ADAC die Eigenschaften, die man sich von einem guten Ganzjahresreifen erhofft: durchweg „solide Fahr- und Bremsleistungen auf allen Untergründen“ sowie eine „zufriedenstellende“ Umweltbilanz. Damit setzt sich der Reifen deutlich von der Konkurrenz ab und sichert sich den Testsieg.
Zwei weitere Modelle erhielten beide die Note 2,6. Sie reißen dieses Urteil zwar nur knapp, sind aber wie fünf weitere zumindest unter dem Strich dennoch „empfehlenswert“. Auch wenn der „Pirelli Cinturato All Season SF 3“ für 86 Euro und der „Michelin CrossClimate 2“ für 90 Euro nicht auf allen Untergründen eine gute Fahrleistung zeigen.
Die Schlusslichter können sogar für ein Sicherheitsrisiko sorgen, heißt es von Seiten des ADAC. Vor allem bei schwierigen Witterungsbedingungen könnten sich die Defizite deutlich bemerkbar machen.
Acht Reifen kann der Autoclub gar nicht empfehlen. Drei Modelle bekommen zwar noch ein „ausreichend“, darunter der billigste Reifen im Testfeld. Doch zeige sich bei manchen das bekannte Dilemma: Grundsätzlich sind Ganzjahresreifen immer ein Kompromiss zwischen den jeweiligen Spezialisten für Sommer und Winter.
Einige wurden „weitgehend“ für eine Fahraufgabe spezialisiert – bei den jeweils anderen Bedingungen zeigen sich „merkliche Probleme“. Ein Pneu erlangt sogar auf winterlichen Straßen die beste Bewertung des gesamten Feldes. Doch auf trockener Straße kommt er im Gegenzug gar nicht gut zurecht. Die Schlusslichter bilden fünf Reifen zwischen 52 und 81 Euro, die jeweils mit „mangelhaft“ sogar ein Sicherheitsrisiko darstellen. Darunter sind auch die Reifen einiger Marken, die – wenn überhaupt – nur Insidern bekannt sein dürften, doch auch ein Modell eines namhaften Herstellers schnitt mit dieser Note ab. Alle seien auf winterlicher Fahrbahn „überfordert“ und zeigen zudem auch Schwächen in mindestens einer weiteren Disziplin. Aus Sicht des ADAC sollten Verbraucher deshalb nicht nur auf den Preis achten, sondern insbesondere die Sicherheitsreserven der getesteten Modelle berücksichtigen.