Festivalstimmung in der Markgrafenstadt: Sommersound in Schopfheim

Gotthard touren auf ihrer Stereo Crush-Konzertreise.
Manuel SchützVor fünfzehn Jahren brauste mit dem Sommer ein neuer Sound durchs Städtle: Mehrere Tage lang beherrschte ein nie gekanntes Festivalfeeling das Zentrum. Heute ist der „Sommersound“ weit über die Stadtgrenzen hinaus zum Begriff geworden – ab morgen Donnerstag ist es wieder so weit.
Lange vor dem offiziellen Beginn macht sich das Event auf dem Marktplatz bemerkbar. Die Festivalarena wird aus dem Boden gestampft, zuzüglich einer riesigen Bühne und der kulinarischen Flaniermeile. Hätte man den Stadtvätern der Vergangenheit prophezeit, dass einmal zehntausend Menschen binnen kurzer Zeit die vergleichsweise kleine Fläche zwischen Kronenbrunnen und Bezirksamt bevölkern, hätte man wohl verblüfftes Kopfschütteln geerntet. Abzüglich der beiden pandemiebedingten Ausfälle im Jahr 2020 und 2021 geht es jetzt in die dreizehnte Runde für Veranstalter wie Publikum.
Das Gute daran: Die tatsächliche fünfzehnte Ausgabe kommt erst noch. Einen ersten Rekord verzeichnete die Großveranstaltung bereits nach fünf Jahren: 2016 wurde das Festival regelrecht gestürmt. Jeden Abend strömten wahre Hundertschaften zum musikalischen Epizentrum. Jeden Abend wackelten die Geranienkästen der umliegenden ehrwürdigen Gemäuer aufs Neue. Das Festival hatte in mehrfacher Hinsicht neue Bestmarken erreicht. Der Auftritt von Rea Garvey, damals ein Hit-Garant, war lange vorher komplett ausverkauft. Insgesamt galt das gar für drei der vier Konzertabende. Weltstar Anastacia hatte in „Schopfe“ eingecheckt, eine Tatsache, die vor der Gründung des Sommersounds wiederum bei den Anhängern der Soul-Diva verblüfftes Kopfschütteln erzeugt hätte. An den vier Festivaltagen kamen rund 9600 Besucher – so viele wie nie zuvor. Die angestrebte Marke von 10000 Besuchern wurde nur knapp verfehlt. Veranstalter Christoph Römmler sprach seinerzeit von einem außergewöhnlichen Erfolg und erklärte, der Sommersound habe 2016 ein Rekordniveau erreicht.
Hardrock
Große und noch größere Namen fanden indes seit Beginn des Spektakels den Weg ins Wiesental. Das gilt auch für die kommenden Abende. Los geht’s morgen, Donnerstag, 16. Juli, mit „Gotthard“, einer Schweizer Hardrock-Band, die derzeit ihre „Stereo Crush Tour“ absolviert. Die Hard-Rocker bespielen internationale Bühnen – und das mit einer geballten Ladung intensiver und kerniger Rockmusik, wie es heißt. Mit einem 14. Studioalbum – also echter Arbeit und keiner live mitgeschnittenen Platte – bleiben die Rocklegenden ihrer 30-jährigen Karriere treu. Harte Riffs als fester Bestandteil des Genres werden von leichten Melodien umwebt.
Volks-Pop
Ganz anders die Gangart am Freitag: Die „Fäaschtbänkler“ schlagen mit knackigem Party-Brass und sogenanntem Volks-Pop auf. Die Musikanten kommen ebenfalls aus der Schweiz, und sind für ihre Mischung aus Blasmusik, Pop, Partydance und Partyhits bekannt. Zu ihren bekanntesten Songs gehören unter anderem „Can You English Please“. Letzteres dürfte kein Problem sein, da sich auch in Deutschland ein astreines Denglisch durchgesetzt hat. Ansonsten gilt die Devise: laut und irre. Die Gefahr, dass die Zuhörer zu Fäaschtbänklern – also zu Bankhockern am Fest – werden, besteht nicht. In Schopfe wird im Stehen gesungen, getanzt und mitgegangen. Allerdings ist das Konzert ausverkauft.
Hip-Hop und Pop
Am Sonntag sind sie endlich da: „Deine Freunde“. Die haben da was! Nämlich Hip-Hop und Pop für Kinder und Familien, mitgebracht aus Hamburg. Passend zum infantilen Image tourt das Trio unter dem Motto „Kindsköpfe im Park“. Die Band wurde übrigens 2012, also ein Jahr nach dem Start des Sommersounds, gegründet.
Tod von Bonnie Tyler
Am Samstag bleibt es erstmals still. „Es wird kein Konzert geben“, hieß es zu Wochenbeginn seitens „Karo Events“.
Info
Sommersound: vom 16. bis 19. Juli auf dem Marktplatz in Schopfheim
Einlass: ab 18.30 Uhr, Beginn ist um 20 Uhr. Nur am Sonntag: Einlass: 15 Uhr, Beginn um 16.30 Uhr.





