Hasler
: Vom Feilschen, Kaufen und Plauschen

Der Hasler Dorfflohmarkt bot eine enorme Spannbreite vom betagten technischen Relikt bis zur tagesaktuellen Limo.
Von
Ines Bode
Hasel
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Von manch schönem alten Besitz trennt man sich gern – zumal, wenn er beim Dorfflohmarkt über den persönlichen Austausch in andere gute Hände übergeht.

Ines Bode

Durch den ganzen Ort bis hinaus nach Glashütten zog sich die ausgedehnte Flohmarktmeile. Eine bunte Mischung aus Kunst und Haushalt war geboten. Gleich am Morgen waren die professionellen Schnäppchenjäger unterwegs, gut erkennbar an langsam vorbeirollenden Autos, deren Besitzer mit geübtem Blick die Auslagen prüften. Aber auch jenseits der „Profis“ zog das Angebot zahlreiche Neugierige ins Höhlendorf – überall sei gut was losgewesen, berichteten die Verkäufer. Und manchmal wanderte der Besitz auch nur an eine andere Adresse im Dorf.

Versteckte Schätze

Am Nachmittag ging es ruhig zu. Gleichwohl waren Interessenten auf den Dorfstraßen unterwegs. Bei Familie Kunz sprang eine alte Nähmaschine ins Auge. Mit Nähtisch und eingebauten Schubladenelement. Die Kästchen bargen Zubehör, etwa eine große Schneiderschere. „Bleibt alles drin“, hieß es. Das goldfarbene Ziermuster wirkt, als ob die Maschine, eine Pfaff 130, gebaut von 1931 bis 1954, wenig benutzt wurde. Das stimme nicht, beteuerten die Besitzer. Es wurde viel genäht, sogar Bettwäsche – aber die Maschine wurde auch gut gepflegt. Für kleines Geld sei das gute Stück zu haben, sagte die Familie. Denn was nütze es, wenn sie rumstehe, wo vielleicht jemand anderes eine Freude dran hätte. Um kleines (Taschen-)Geld ging es bei Nicolas, Lina, Amelie, Milena und Lea. Fast jedes Kind hatte einen Stand mit ausrangierten Dingen aufgebaut. Lea sprudelte vor Begeisterung über ihren Flohmarkt. Die andern verkauften Wundertüten nach eigener Idee und Limonade – „die beste von Hasel“, wie die Kunden sachkundig urteilten.

Bei Nicolas gab es Crêpes. Ganz der Jung-Unternehmer hatte er den Preis danach festgelegt, was er selbst bezahlen würde, erklärte er. Die Verköstigung sei bei allen gut gelaufen, zogen die Nachwuchs-Verkäufer zufrieden Bilanz.

Kontakt und Austausch

So ein Flohmarkt sei eine Chance, die Nachbarn kennenzulernen, hieß es bei Familie Lippe. Sie sind Neubürger, und nahmen bei der Freiluft-Veranstaltung fleißig Kontakt auf: Über den Besuch anderer Stände, übers Handeln und Essen komme man ins Gespräch, freuten sie sich.

Der ein oder andere alteingesessene „Großgrundbesitzer“ wiederum hatte ein paar Meter Standfläche weiterzugeben. Familie Lisin etwa hatte einen ganzen Hof zu bieten. Dabei trennten sie sich durchaus aus selbst von einigen alten Besitztümern. Im Angebot etwa eine überraschend kleine Trotte. „Für Beeren“, klärte der Hausherr auf, „alt, aber funktionstüchtig“.