St. Michael in Schopfheim
: Züge standen im Fokus

Im Rahmen des Blues Festivals fand in der Schopfheimer Kirche St. Michael ein Bluesgottesdienst statt.
Von
Wolfgang Grether
Schopfheim
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Pfarrerin Ulrike Krumm und Bluesmusiker Richie Arndt

Wolfgang Grether

Die Sitzplätze reichten beim Bluesgottesdienst in der Kirche St. Michael nicht. Menschen aus der ganzen Regionen teilten den Gottesdienst von Pfarrerin Ulrike Krumm und Richie Arndt. Langanhaltender Beifall am Schluss war eindrücklicher Beweis für einen besonderen Treff in der Kirche.

Richie Arndt sang und begleitete mit der Gitarre Lieder des Lebens. Pfarrerin Krumm verknüpfte die Musik mit biblischen Gründen und Hintergründen und mit der Historie der Kompositionen. „500 Miles“ von Hedy West ein Lied, das an die Rüstungstransporte in den Vereinigten Staaten erinnerte. 500 Meilen wurden Panzer und Granaten mit Zügen gebracht, bevor sie nach Europa verschifft wurden. So weit wurden sie von Arbeitern begleitet, die unter den Bedingungen der damaligen Arbeitswelt litten. Damit ist das Lied zugleich Antikriegslied mit dem eine Mutter den Einzug zum Dienst beklagt und Teil der Gewerkschaftsbewegung.

Züge scheinen es Richie Arndt angetan zu haben. Das von ihm geschriebene „When the train comes“ beschreibt Leblosigkeit und sich eingemauert fühlen. Opfer will er sein und sich vom Zug überrollen lassen. So wie Jesus sich selbst opferte, um Frieden zu bringen. „Aber Jesus ist gekommen um lebendigen Frieden zu bringen“, so die Antwort im Gebet von Pfarrerin Krumm.

„Blues on my pillow“ noch ein Lied von Arndt. The pillow – das Kissen ist Zeichen der Ruhe und der eigenen Gedanken. In der Bibel wird Jesus von seinen Jüngern geweckt, um sich vom Kissen zu erheben, um Sturm und Wellen Einhalt zu gebieten.

Wieder ein Zug: „Gospel Train“ - das Evangelium ist wie ein Zug auf den du gehen und dich bekennen musst, sonst fährt der Gospel Train ohne Dich ab. „Congo Square“ – der historische Platz in New Orleans.

Pfarrerin Ulrike Krumm erinnerte an den Israelsonntag und die Leiden des Krieges. Sie lud beim letzten Lied zum Mitsingen ein. Ein Angebot das von den Besuchern gerne angenommen wurde. „Swing low, Sweet Chariot“ Nicht ein Zug aber ein Wagen ist Mittelpunkt dieses Liedes. Gemeint ist der Wagen zur Himmlischen Ewigkeit und auch das Sternbild des Großen Wagens mit dem Polarstern, der die Sklaven Amerikas nach Norden in die Freiheit führte

Aber ohne Zugabe ging es nicht. Und wieder mit einem Zug - dem „Mystery Train“ von Elvis Presley. Der geheimnisvolle Zug beendete den beeindruckenden Bluesgottesdienst.