Schopfheim: Plötzlich tauchten Clinton, Gottschalk und zu Guttenberg auf

Entertainer Thomas Gottschalk mit Zitherspielerin Nicole Dietsche.
Markgräfler TagblattSchopfheim (gd). Die Zithervirtuosin Nicole Dietsche-Kienberger hatte keine Ahnung, was sie erwartete, als sie Ende Mai vom Allgäuer Gitarristen Andreas Kerber gebeten wurde, mit ihm und mit dem Zitherspieler Johannes Popp aus Zürich als Zithervirtuosin bei einem „Manager Event“ in Baden-Baden aufzutreten.
Sie sagte zu, zumal sie nach dem ersten Unterricht bei ihrer Mutter Waltraud Kienberger aus Schopfheim an der Bundesakademie für musikalische Jugendausbildung in Trossingen hohe Qualifikationsstufen erreicht hatte. In den vergangenen Jahren hat sie sich als Mitglied des „Wiesentäler Saitenspiels“ und mit Konzerten in Frankreich, der Schweiz, im Allgäu und in Bayern einen Namen gemacht. Auch Rundfunkaufnahmen folgten. Sie gehört zum Landes-Zither-Orchester Baden-Württemberg, hat an Fachtagungen in Sursee teilgenommen und außerdem zahlreiche Konzerte in Dornach, Straßburg, im Freiburger Münster und in Villach gegeben. Sie unterrichtet selbst mehrere Zitherspielerinnen und wirkt demnächst beim Konzert des Frauenchors Steinen am 14. und 15. Juni im Meret-Oppenheim-Foyer und ebenfalls im Juni am Freiburger Theater beim „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Bert Brecht und Kurt Weill mit.
Als sie nach Baden-Baden kam, merkte sie allmählich, dass es sich hier um keine öffentliche Veranstaltung handelte, sondern zur Sicherheit vor Paparazzi alles geheim gehalten wurde. Denn auf Einladung des Unternehmers Karlheinz Kögel fuhr man etwa fünf Kilometer - und das bei Regenwetter und gerade mal vier Grad plus - in ein kleines Fachwerkhaus, eine Art Jagdhütte, erbaut 1750. Plötzlich tauchten auf: Daimler-Chef Dieter Zetsche, Entertainer Thomas Gottschalk, Ex-Ministerpräsident Günther Oettinger, Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg und dessen Ehefrau Stephanie und, ebenfalls aus den USA eingeflogen, Ex-US-Präsident Bill Clinton.
Das Musiktrio nahm auf der „Heubühne“ Platz und musizierte zu aller Freude. Es gab badischen Sauerbraten mit Spargel und Riesling (aus dem Weingut von Günther Jauch), nachdem sieben schwarze Mercedes-Wagen auf sandigen Waldwegen eingetroffen waren. Beim nunmehr siebten Besuch Clintons in Baden-Baden hielt er eine Rede, wobei er ausführte, dass „wir in dieser Welt voneinander abhängen und wirklich füreinander Verantwortung tragen“.
Das Besondere in dem alten Haus: Es klingelte während mehrerer Stunden kein einziges Handy, denn die Schwarzwaldhütte liegt in einem Funkloch.
Die Musizierenden erhielten Lob von den Prominenten, wobei Bill Clinton sagte: „Thank you very much for that great music“. Dieses Ereignis hat Nicole Dietsche-Kienberger völlig überrascht.