Scharfes Gemüse: Regen hält Besucher beim Rettichfest nur kurz fern

Ein Höhepunkt beim Rettichfest war der Auftritt der „Castle-Hill Pipers of the 79th District“.
Ines BodeEine proppenvolle Festwirtschaft lässt das Organisatorenherz stets höherschlagen: Dicht bevölkert war die Wallstraße am frühen Samstagabend anlässlich des Rettichfests – die Mitglieder und Helfer des Städtlizinkens hatten alle Hände voll zu tun. Ebenfalls alle Hände voll hatten die Dudelsackspieler der Pipe-und-Drum-Formation „Castle-Hill Pipers of the 79th District“ aus dem Raum Badenweiler. Je nach Beschaffenheit bringt so ein Dudelsack, Highland Bagpipes genannt, bis zu drei Kilo auf die Waage. Drei Frauen und fünf Männer sorgten mit der Volksmusik der schottischen Highlander für eine ungewöhnliche Darbietung.
Klassisch gewandet im Tartan, zu Deutsch Schottenkaro der Gattung „Urquhart Weathered“, gab es nicht nur viel zu hören, sondern auch zu sehen. Die musikalische Kombination aus tiefen und hohen Tönen offerierte den typischen Charakter des Instruments mit der charakteristischen Klangfülle. Besondere Aufmerksamkeit galt dem „Half Man“ als Jüngstem und Taktgeber. Ein zweiter Auftritt sollte zu vorgerückter Stunde folgen, und zwischendurch ließ sich ein echter Whiskey probieren, denn die Formation reiste gar mit eigenem Barwagen an.
Gleich nebenan fand sich die Bier- und Wii-Chutsche, wie sich die Zapfhahnzentrale des Zinkens nennt. Drum herum gut besuchte Stehtische und jede Menge ausgebuchte Sitzmöglichkeiten, die wegen des zunehmenden Andrangs spontan aufgestockt wurden. Gut, dass die Organisatoren vorgesorgt hatten. Manch Kilometer legten die flinken Bedienungen an diesem Abend zurück, denn jeder wollte einen Rettich auf Butterbrot probieren.
Songs von Eric Clapton, den Rolling Stones oder Tina Turner
Erstmals dabei waren am zweiten Festtag die Musiker von „Shed 67“. Eine beliebte wie bekannte Live-Band, die mit Songs von Eric Clapton, den Rolling Stones, CCR oder auch Tina Turner die Klassiker der Rockära in die Altstadt brachten. Rundum zufrieden zeigte sich Zinkenvogt Markus Weiß zu diesem Zeitpunkt.
Zinkenvogt als Wetterfrosch
Als Petrus am Nachmittag mit der Gießkanne kam, leerte sich die Festmeile. „Wenns regnet, gehen die Schopfheimer nicht raus“. Doch kaum war das nasse Spektakel vorbei, meldete sich der Hunger und die Besucher strömten aus allen Richtungen herbei. Das sei der letzte Guss gewesen, prophezeite der Zinkenvogt. Man habe alle Wetterpropheten befragt, und werde jenem Glauben schenken, der bis Sonntagabend Festwetter ankündige, so sein launiges Urteil.