Mondial du Chasselas: So viel Gold wie noch nie für Markgräfler Winzer

Die Pokal- und Medaillengewinner aus dem Markgräflerland bei der Preisverleihung vor dem Schloss Aigle
Andreas Waetzel- Markgräfler Weingüter erzielten beim Mondial du Chasselas 18 Goldmedaillen – Rekord.
- Drei von fünf Trophäen für Kategoriensieger gingen ins Markgräflerland.
- Weingut Christian Keller gewann „Spezialverfahren“ mit 2023er Gutedel, im Eichenfass gereift.
- Sieger „Edelsüß“: 2025er Gutedel Beerenauslese vom Weingut Kiefer-Seufert aus Ballrechten-Dottingen.
- Weingut Julius Zotz gewann in der Hauptkategorie bester deutscher Wein mit 2025er Chasslie.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erzeuger aus dem Markgräflerland haben beim größten Gutedel-Wettbewerb der Welt in Aigle in der Schweiz mit 18 Goldmedaillen ein Rekordergebnis erzielt. Außerdem holten sie drei von insgesamt fünf Trophäen für den besten Wein in der jeweiligen Kategorie.
Die Freude hätte kaum größer sein können: Zwar blieb am Tag der Preisverleihung der ersehnte Regen aus, aber stattdessen regnete es im Schloss von Aigle Gold- und Silbermedaillen – die konsequente Arbeit der Betriebe am Profil des Gutedels trägt ihre Früchte: Bei der 15. Auflage des Wettbewerbs konnten die Badener ihr hervorragendes Abschneiden vom Vorjahr nochmals toppen.
707 Weine waren für den Mondial du Chasselas eingereicht worden, die überwiegende Mehrzahl aus der Schweiz. 91 Weine kamen von Markgräfler Erzeugern. Für viele ist es eine Herzensangelegenheit, sich Jahr für Jahr dem internationalen Vergleich zu stellen.
Auch Christian Keller vom gleichnamigen Weingut aus Vögisheim hatte auf einen der vorderen Plätze gehofft, aber dass er mit seiner 2023er Feldberger Paradies Gutedel Spätlese trocken den ersten Platz in der Kategorie „Spezialverfahren“ (Vinification Spéciale) belegte, kam für ihn doch unerwartet. Der Wein ist in einem 750-Liter-Eichenfass aus eigenem Holz gereift. Den Preis sieht Keller als Bestätigung, dass er mit seiner sehr individuellen Arbeitsweise auf dem richtigen Weg ist. Bei den „Spezialverfahren“ werden unter anderem schäumende, holzbetonte oder naturtrübe Gutedel bewertet.
Fünf von sieben prämierten edelsüßen Weinen stammen aus Baden
Auch in den Kategorien „Edelsüß“ und „Swing“ kommen die Sieger (wie in den Vorjahren) aus dem Markgräflerland. Das gute Abschneiden der badischen Winzer wertet Alexandre Truffer, Präsident des „Mondial du Chasselas“, als uneingeschränkt positiv: Die deutschen Erfolge seien gut für den Wettbewerb insgesamt, weil so dessen Internationalität betont werde. Und die erfolgsverwöhnten Schweizer Winzer könnten nur davon profitieren, wenn sie andere Stilistiken kennenlernten.
Bei den edelsüßen Weinen stammen fünf von sieben prämierten Weinen aus Baden, allen voran eine 2025er Gutedel Beerenauslese vom Weingut Kiefer-Seufert in Ballrechten-Dottingen. Die Trauben dafür wurden frühmorgens zum Abschluss einer Eisweinlese geerntet und der Wein in Mini-Barriques ausgebaut.
Verein Markgräfler Wein stiftet Pokal
„Stolz, glücklich und hochzufrieden“ zeigte sich Annette Seywald vom Weingut H. Steinle in Ballrechten-Dottingen mit ihrem ersten Platz in der Kategorie „Swing“ für einen vollständig durchgegorenen 2025er Dottinger Castellberg Gutedel Kabinett trocken. In „Swing“ sind Weine mit einem Alkoholgehalt von maximal 11,5 Volumenprozent und bis zu sechs Gramm pro Liter Restzucker zugelassen. Mit ihrer leichten und frischen Art passten sie perfekt in die Zeit, sagte Armin Sütterlin, der als Vorsitzender den von der Ersten Markgräfler Weinbruderschaft gestifteten Pokal überreichte. Er rief die Schweizer Erzeuger auf, diese Kategorie nicht allein den Deutschen zu überlassen.
Mit vier Goldmedaillen in verschiedenen Kategorien wurde die Winzergenossenschaft Britzingen dekoriert. Und das Weingut Julius Zotz in Heitersheim holte nicht nur drei Goldmedaillen, sondern erhielt für seinen 2025er Heitersheimer Maltesergarten Chasslie trocken auch die Trophäe für den besten deutschen Vertreter in der hart umkämpften Hauptkategorie (Weine mit maximal vier Gramm pro Liter Restzucker). „Da vorne dabei zu sein, ist etwas ganz Besonderes“, freute sich Julian Zotz über die Auszeichnung.
Der vom Verein Markgräfler Wein gestiftete Pokal wurde von dessen Vorsitzenden Markus Büchin übergeben. Er betonte dabei, dass der Gutedel selbst in Zeiten wirtschaftlicher und globaler Krisen immer noch die beste Antwort auf Cola & Co. sei.
Medaillenspiegel der Markgräfler Erzeuger
Winzergenossenschaft Britzingen: viermal Gold; Weingut Zotz: dreimal Gold, bester deutscher Wein in der Hauptkategorie; Weingut Kiefer-Seufert: zweimal Gold, Sieger „Edelsüße Weine“; Weingut Feuerstein: zweimal Gold; Wein- und Sektgut Schweigler: zweimal Gold; Weingut Christian Keller: einmal Gold, einmal Silber, Sieger „Spezialverfahren“; Weingut W. & A. Löffler: einmal Gold, einmal Silber; Winzergenossenschaft Wolfenweiler: einmal Gold, einmal Silber; Weingut H. Steinle: einmal Gold, Sieger „Swing“; Weingut Zimmermann: einmal Gold; Weingut Walz: zweimal Silber; Weingut Ernst: einmal Silber; Genossenschaft Markgräfler Winzer: einmal Gold
