Maulburg: Hallenbad bleibt ein Zuschussbetrieb

Der Gemeinderat Maulburg hat der Erhöhung der Preise für das Hallenbad Maulburg zugestimmt. Das Defizit für das laufende Jahr liegt nach aktuellen Berechnungen bei knapp 809 000 Euro.
Christoph SchennenDer Gemeinderat hat einstimmig entschieden, den Eintrittspreis für Erwachsene für das Hallenbad von 4,50 auf fünf Euro zu erhöhen. Ermäßigte zahlen zukünftig drei statt 2,80 Euro (wir haben berichtet). Über die 40-Euro-Wertkarte soll weiterhin ein Rabatt von 15 Prozent gewährt werden. Saisonbeginn ist der 15. September, Saisonende ist Ende Mai 2026. Zustimmung gab es auch für die Verkürzung der Öffnungszeit um eine Stunde am Freitag. An diesem Tag kann nur noch bis 21 Uhr gebadet werden. In den Sommerferien ist das Bad schon ab 10.30 Uhr geöffnet.
Rechnungsamtsleiter Ingo Röslen kündigte an, dass Vereine und Organisationen mit geringer Auslastung künftig weniger Wasserzeiten oder nur noch einzelne Bahnen zur Verfügung bekommen werden. Dann könnten auch Vereine ins Bad, die bisher noch nicht berücksichtigt werden.
Kostendeckung unter zehn Prozent
Unverändert bleibt auch der Rabatt bei den Vereinskarten. Bei den Vereinen liegt die Kostendeckung mit Prozent (Prognose für 2025) im Vergleich zu den Automatenzahlern (23 Prozent) und den Schulen (19 Prozent) am niedrigsten. Für Schulen wird die Saisonpauschale pro Schulstunde von 1750 Euro auf 2500 Euro erhöht. Die Kostendeckung erhöht sich dadurch laut Verwaltung von 19 auf etwa 27 Prozent. Rund 73 Prozent des Schulschwimmens von externen Schulträgern werden weiterhin durch die Gemeinde Maulburg getragen. Erhöht man noch mehr, könnten die Schulen reagieren und weniger Schwimmen anbieten, befürchtet die Verwaltung. Das würde auch Maulburger Schüler betreffen. Für die Frühschwimmer gibt es keine Änderungen.
Gemeinderäte äußern Kritik an Plänen
Zahlreiche Gemeinderäte äußerten Kritik an den Plänen der Verwaltung, die unter anderem vorschlug, die Saison um zwei Wochen zu verkürzen. Rainer Sänger (Freie Wähler) sagte: „Mit einem früheren Saisonende tue ich mich schwer.“ Kurt Greiner (Freie Wähler) schlug vor, den Eintrittspreis auf 5,50 Euro zu erhöhen.
Stephanie Scarr (Wir für Maulburg) sagte, das Bad müsse für Familien bezahlbar bleiben. Dass die Verwaltung das Bad schon am 15. Mai schließen wolle statt Ende Mai, hält sie für eine falsche Überlegung. Röslen begründete die Idee für das frühere Schließen mit dem schwachen Besucherzahlen in der zweiten Hälfte des Mais in den vergangenen Jahren. Wenn es warm war, war das Schwimmerlebnis aufgrund des nicht vorhandenen Sonnenschutzes an der Glasfassade für die Besucher nur bedingt angenehm. Alexander Speck (Wir für Maulburg) schlug vor, in zwölf Monaten über eine weitere Gebührenanpassung zu beraten. Seiner Meinung nach ist die Reinigung und Hygiene im Bad „ausbau- und verbesserungsfähig“.
Das Hallenbad ist ein großer Zuschussbetrieb. Röslen hat ausgerechnet, dass das Defizit für 2025 bei knapp 809 000 Euro liegt. Zum hochen Defizit tragen die höheren Energiekosten und die höheren Lohnkosten bei. „Wir haben auch höhere Einzelkosten bei verschiedenen Wartungen.“