Kunst in Weil am Rhein
: Kunstverein ist Raum für Präsentation und Dialog

Im Rahmen der Ausstellung „Invisible Forces / Visible Traces“ im Weiler Stapflehus hat der Kunstverein Weil am Rhein sein 45-jähriges Bestehen begangen. Bei der Gelegenheit wurden gleich drei Ehrenmitglieder ernannt.
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gok
Weil am Rhein
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Drei neue Ehrenmitglieder erhielten von der Vorsitzenden Christine Fausten und Martin Hartung Urkunden und ein Geschenk (Bildmitte von links Sigrid Schaub, Reinhard Bombsch, Tonio Paßlick und die Vorsitzende Christine Fausten. Links im Bild der Künstler Scopin und der zweite Vorsitzende Matthias Frey, im Hintergrund Elisabeth Schröder und Barbara Brutscher 

Die Vorsitzende Christiane Fausten (von rechts) ernannte Tonio Paßlick, Reinhard Bombsch und Sigrid Schaub zusammen mit ihrem Stellvertreter Matthias Frey zu Ehrenmitgliedern.

gok
  • Kunstverein Weil am Rhein feierte 45-jähriges Bestehen im Stapflehus – Ausstellung läuft.
  • Matinee-Konzert fiel wegen Handbruch der Künstlerin Germaine Sijstermans aus; Nachholung geplant.
  • Drei neue Ehrenmitglieder ernannt: Reinhard Bombsch, Sigrid Schaub und Tonio Paßlick.
  • Reden betonten Rolle der Kunstvereine für Demokratie und Förderung junger Kunst.
  • Ausstellung „Invisible Forces / Visible Traces“ vereint drei Positionen und schafft dialogische Felder.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein Matinee-Konzert zum Festakt anlässlich des 45. Geburtstages des Weiler Kunstvereins war geplant, aber ein Unfall beim Aufbau der Ausstellung „Invisible Forces / Visible Traces“ hatte Folgen: Germaine Sijstermans aus dem holländischen Heeren brach sich die Hand, weshalb das Konzert mit der Bass-Klarinettistin und Künstlerin ausfallen musste.

Der rührige Vorstand des Kunstvereins reagierte rasch. Nach bemerkenswerten Reden, die das Verhältnis von Kunst und Erhaltung der Demokratie beleuchteten wurden drei Mitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt, die vor vier Jahrzehnten bereits eingetreten und aktiv am Vereinsleben mitgewirkt hatten. Der einstige künstlerische Berater und Künstler Reinhard Bombsch, die Künstlerin und Kuratorin Sigrid Schaub und der ehemalige Weiler Kulturamtsleiter Tonio Paßlick, der bereits als Journalist Mitglied geworden war.

Neugierde, Empathie und Offenheit

Viele Künstler und Kunstfreunde waren am Sonntag gekommen, um mit dem Vorstand ein Jubiläum zu feiern, das sich aber nicht im Rückblick erschöpfte, sondern die anhaltend große gesellschaftliche Relevanz der Förderung von Kunst auf kommunaler Ebene betonte. Die Vorsitzende Christine Fausten sah in diesem Jubiläum eine Motivation für die Zukunft des Vereins. Kunst habe das Potenzial, die Überwindung kultureller Unterschiede in Offenheit und Empathie zu ermöglichen. Die Ausstellungen im Stapflehus seien ein Ort für Neugierde, Empathie und diese Offenheit der Reflektion und intensiven Wahrnehmung.

Drei Ebenen, die miteinander in Beziehung treten

Beispielhaft dafür steht die Ausstellung im Haus, die mit Heiner Franzen (Berlin), Germaine Sijstermans (Heerlen, NL) und Iva Šintić (Mulhouse) drei internationale künstlerische Positionen zusammenbringt, die auf unterschiedliche Weise erforschen, wie Erinnerungen und Klänge, Stimmungen und Spannungen unsere Wahrnehmung der Welt prägen.   Kuratiert von Matthias Frey und Martin Hartung sind damit auf den drei Ebenen der städtischen Galerie dialogische Felder entstanden, in denen sich unterschiedliche Medien und Materialien wechselseitig befragen und miteinander in Beziehung treten.

Die Vorsitzende würdigte den Vorstand des Vereins als „tolles Team“, ohne das die Ausstellungsrealisierung nicht denkbar wäre und nannte namentlich die erwähnten Martin Hartung und Matthias Frey, Katrin Niedermeier, Andreas Frick und Elisabeth Schröder. Ihr Dank galt auch dem Weiler Kulturamt und den Aufsichtskräften in der Galerie.

Kunstvereine, das Rückgrat der Gegenwartskunst

Barbara Brutscher erwiderte für das Kulturamt den Dank, zumal der Kunstverein in diesem Jahr alle weiteren Ausstellungen im Stapflehus verantworte. Mit bundesweit rund 300 Vereinen und etwa 100.000 Mitgliedern bilden Kunstvereine das entscheidende bürgerschaftliche Rückgrat der Gegenwartskunst, zitierte Brutscher die AG deutscher Kunstvereine. Vereine seien generell ein gesellschaftliches Fundament für die Erhaltung der Demokratie unterstrich sie vehement.

Kunstvereine fördern junge Kunst

In einer bemerkenswerten Festrede reflektierte der frühere Vorsitzende Fritz Resin diese Relevanz der Kunstvereine auf allen Ebenen der Gesellschaft und erinnerte an die historischen Rahmenbedingungen zur Gründungszeit des Kunstvereins Anfang der 1980er-Jahre. Der Kunstverein schaffe Raum für Präsentation und Dialog und sei deshalb ein wichtiges Element der demokratischen Gesellschaft. Gleichzeitig natürlich auch unerlässlich für die Förderung der jungen Kunst und unterschiedlichster Positionen, die historische und gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln und genau wie die aktuelle Ausstellung in einen Wahrnehmungsdiskurs bringen.

Drei neue Ehrenmitglieder ernannt

Tonio Paßlick erinnerte bei der Ehrung noch an verschiedene Gründungsmitglieder wie Dorothea Köbele, Bernd Malle oder Verena Müller, die als Gemeinderäte aus verschiedenen Parteien eine enge, kreative Freundschaft und einen empathischen kritischen Diskurs pflegten, der unter anderem in der Gründung des Kunstvereins mündete.

Eine Schwarzwälder Torte zum Geburtstag

Eine Schwarzwälder Torte wurde als symbolisches Geburtstagsgeschenk in die Gesellschaft der anwesenden Mitglieder und Gäste getragen, die dann noch lange mit den Geehrten und Gewürdigten über Vergangenheit und weitere Entwicklung des Kunstvereins plauderten. Das Matinee-Konzert soll aber nachgeholt werden, schmunzelte Christine Fausten. Als zusätzliches Geburtstagsfest.