Hausen
: Käufer für Auto-Kabel gefunden

Die insolvente Auto-Kabel hat einen neuen Eigentümer: Die Voltaira Group – selbst Tochter eines asiatischen Unternehmens – übernimmt. Der Standort Hausen und die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.
Von
mt/jab
Hausen Im Wiesental
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Der Hausener Autozulieferer Auto-Kabel hat einen neuen Besitzer.

Nill

Die Übernahme gab das Voltaira am Freitag bekannt. In Hausen zeigt man sich in einer ersten Stellungnahme erleichtert über die nun gefundene Lösung: „Wir freuen uns, unsere Kräfte mit der Voltaira Group zu bündeln, und sehen unserer zukünftigen Zusammenarbeit optimistisch entgegen“, wird Markus Bolz, Geschäftsführer der Auto-Kabel Group, in einer Mitteilung zur Übernahme zitiert. Der Standort Hausen soll erhalten bleiben, die Mitarbeiter sollen übernommen werden.

„Gemeinsame Vision“

Die Partnerschaft bringe zwei Unternehmen zusammen, „die eine gemeinsame Vision für Innovation und Exzellenz im Mobilitätssektor teilen“, so Bolz weiter. Er zeigt sich überzeugt, dass die beiden Unternehmen gemeinsam Kunden aus der Automobilindustrie, darunter Hersteller und Zulieferer von elektrifizierten Nutz- und Personenfahrzeugen, einen „einzigartigen Mehrwert bieten und neue Branchenstandards setzen werden.“

„Diese Übernahme ist ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, ein führender Anbieter von intelligenten Energieverteilungssystemen sowie Elektrifizierungs-, Sensorik- und Konnektivitätslösungen für die Mobilitätsindustrie zu werden“, nimmt namens der Voltaira Group deren CEO Ulrich Eichler Stellung: Er sei überzeugt, dass der Zusammenschluss „nicht nur unsere Marktpräsenz und globale Reichweite erhöhen, sondern auch hoch integrierte und synergetische Strukturen fördern wird.“ Zufrieden zeigt sich schließlich auch Martin Mucha, Insolvenzverwalter der Auto-Kabel Group: „Es war unser Ziel, den besten strategischen Partner für die gesamte Auto-Kabel Group zu finden. Die Voltaira Group mit ihrer Finanzkraft kann nun die starke Position der Auto-Kabel Group im Markt festigen und die hohe Nachfrage für weiteres Wachstum nutzen.“ Auto-Kabel selbst sieht er operativ solide aufgestellt. Der Übergang zur E-Mobilität sei weit fortgeschritten und die Auftragsbücher seien für viele Jahre gefüllt.

Komplizierte Verhältnisse

Die neuen Besitzverhältnisse rund um die Autokabel sind verzwickt: Das international agierende Unternehmen mit Hauptsitz in Hausen wird laut Mitteilung über eine deutsche Zweckgesellschaft der Foxconn Interconnect Technology GmbH erworben, die die Holdinggesellschaft der FIT Voltaira Group GmbH ist. Die Voltaira Group selbst befindet sich zu 100 Prozent im Besitz von Foxconn Interconnect Technologies Limited („FIT“), die wiederum eine Tochtergesellschaft des taiwanesischen Elektronikkonzerns Foxconn ist. FIT hatte Voltaira laut Wirtschaftswoche vor gut einem Jahr für rund 186 Millionen Euro von der Prettl Holding mit Sitz in Pfullingen übernommen.

Durch den Zusammenschluss wird die Voltaira Group mit mehr als 50 Standorten in Europa, im asiatisch-pazifischen Raum, im Nahen Osten, in Afrika und in Nord- und Südamerika global vertreten sein und weltweit mehr als 11 500 Mitarbeiter beschäftigen. Der Abschluss der Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigaben sowie weiterer Bedingungen.

Der Hausener Kfz-Zulieferer war Ende vergangenes Jahr in die Insolvenz gerutscht. Als Hauptgrund für die Insolvenz nannte die Geschäftsführung, dass sich die hohen Erwartungen an den Umstieg in die Elektromobilität nicht so schnell erfüllen wie erwartet.