Gemeinderat Maulburg: Neue Hochspannungstrasse geplant

Die Gemeindeverwaltung Maulburg hat drei Wohnungen des Gebäudes Hauptstraße 8 für die Flüchtlings- und Obdachlosenunterbringung angemietet.
Christoph SchennenDer Gemeinderat hat die Entscheidung über die Anschaffung eines Notrufkoffers mit Rettungs-Leitstellen-System vertagt. Stefan Mazur, stellvertretender Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Maulburg/Kleines Wiesental und Erste Hilfe-Ausbilder des DRK-Kreisverbands Lörrach, sagte nach der Diskussion im Gemeinderat: „Ich würde die Finger davon lassen. Der Laie und der Patient haben keinen Nutzen davon.“ Er begrüßte, dass der Notfallkoffer auch einen Defibrillator enthalte; „sonstige technische Geräte vorzuhalten“ sei aber nicht sinnvoll, „wenn der Laie das nicht bedienen kann.“ Der Laie brauche keinen Notfallkasten, ein Kfz-Verbandskasten sei die „halbe Miete“.
Verwaltung befürwortet den Notfallkoffer
Die Verwaltung befürwortet den Koffer, der für Veranstaltungen an Vereine und Veranstalter ausgeliehen werden könnte. Wird er geöffnet, wird automatisch eine Verbindung zur Notfallzentrale hergestellt. Gelagert werden sollte er im Dorfstübli. Entscheidet sich die Verwaltung doch noch für den Koffer, müsste sie im rückwärtigen Bereich des Dorfstüblis eine 1,2 mal zwei Meter große Fördertafel aufstellen. Auf ihr wären die ortsansässigen Sponsoren, die den Koffer finanzieren sollen, aufgelistet.
Änderung der Obdachlosensatzung
Einstimmig zugestimmt wurde der Änderung der Obdachlosensatzung. In die Satzung aufgenommen wurde der Satz „Gemeinschaftlich genutzte Räume (insbesondere Flure, Küchen, Bäder, Waschräume und Gemeinschaftsbereiche in Wohngemeinschaften) dürfen auch ohne vorherige Ankündigung betreten werden.“ Die Gemeinde hat Mietverträge über drei Wohneinheiten in der Hauptstraße 8 geschlossen. Die Wohnungen liegen im Erdgeschoss links und rechts und im Obergeschoss rechts und haben jeweils ein Zimmer. Die Zimmergrößen liegen zwischen 15,54 und 25,19 Quadratmeter.
Stephanie Scarr (Wir für Maulburg) erinnerte noch einmal daran, dass die Obdachlosenunterkunft an der Hauinger Straße 3 und 5 saniert werden müsse. Die Angelegenheit werde in der Herbstklausur des Gemeinderats beraten, versicherte Bürgermeisterin Jessica Lang.
Georg Hohberg und Markus Wagner (beide TransnetBW) haben im Gemeinderat ihren Vorschlag für die Detailtrassierung für den Ersatzneubau von Leitungsanlagen in Maulburg vorgestellt. Im Dorf werden auf einer Strecke von 2,2 Kilometer acht Masten neu errichtet.
Acht neue Hochspannungsmasten
Die neue Trasse entsteht 40 Meter weiter südlich der bisherigen Hochspannungstrasse. Am 1. Oktober von 16.30 bis 19 Uhr wird Transnet BW die Bürger in der Alemannenhalle über ihre Pläne im Zuge des Netzbauprojekts Rippolingen-Istein informieren. Die neuen Strommasten haben zwei Erdseile und können stärkere Ströme übertragen. Die dickeren Transportseile verursachen laut den Experten weniger Geräusche bei gleicher Spannung. Außerdem wird auf der neuen Trasse ein 15-Meter-Abstand zwischen den Masten eingehalten, was früher nicht überall eingehalten wurde. Die alten Hochspannungsleitungen wurden in den fünfziger Jahren errichtet. Hohberg: „Sie sind nun in einem Alter, in dem man sie ertüchtigen muss.“
Transnet BW will im ersten Quartal 2026 die Planfestellung für den Bauabschnitt, den auch Maulburg betrifft, einreichen. Die technische Planung hierfür sei abgeschlossen. Das Unternehmen rechnet mit einem Beschluss der Behörden über das Planfeststellungsverfahren bis Ende 2027. Die Bauausführung soll 2028 erfolgen, das Gesamtprojekt Rippolingen-Istein soll 2033 abgeschlossen sein. Hohberg versicherte, dass TransnetBW mit den Eigentümern der Grundstücke in Kontakt trete, spätestens im Rahmen der Baugrunduntersuchung.
Die durch die Stromleitungen verursachten elektrischen und magnetischen Felder lägen innerhalb der Richtlinien. Eingehalten würden dabei auch die von der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) vorgeschriebenen Grenzwerte, sagte Hohberg im Gemeinderat.