Gastronomie in Schopfheim
: Tessy Reda gibt den Schwimmbad-Kiosk ab

Gastronom Tesfaldet „Tessy“ Reda hört nach fünf Jahre als Pächter des Schopfheimer Schwimmbadkiosks auf, um sich voll und ganz auf sein neues „ParkCafé“ zu konzentrieren.
Von
Werner Müller
Schopfheim
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Tesfaldet „Tessy“ Reda konzentriert sich künftig aufs „ParkCafé“.

Werner Müller

Das Schwimmbad und kein Ende: Als ob es um die Freizeiteinrichtung im Oberfeld und deren Zukunft nicht schon genug Wellenschlag gäbe – Stichwort: Konflikt und Bürgerentscheid in Sachen Naturbad -, muss die Stadt dort jetzt auch noch einen personellen Aderlass verkraften: Tesfaldet („Tessy“) Reda, der den Kiosk am Beckenrand vor fünf Jahren übernahm und auf Erfolgskurs trimmte, geht von Bord.

Es ist bereits die zweite personelle Delle, die die Stadt hinnehmen muss, schmiss doch bereits im Sommer der langjährige Schwimmmeister das Badehandtuch hin – und zwar explizit wegen der städtischen Pläne, das marode Freizeitbad zu sanieren und in ein Naturbad umzuwandeln.

Naturbad-Diskussion spielt keine Rolle

Für Tesfaldet Reda spielt dieses Streitthema für den Entschluss, den auf fünf Jahre geschlossen Pachtvertrag jetzt nicht mehr zu verlängern, indes überhaupt keine Rolle. „Ob das jetzt ein Naturbad oder ein konventionelles Freibad wird, das spielt für mich im Zusammenhang mit dem Kiosk keine Rolle“, betont er. Vielmehr will sich der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte Gastronom jetzt mit aller Kraft um sein Herzensprojekt, sein neues „ParkCafé“ im Anna-Kym-Garten, kümmern.

Die Frage Naturbad oder konventionelles Bad spielte für den Entschluss keine Rolle.

Foto: Wener Müller

Vor gut einem Jahr hat er das denkmalgeschützte Juwel im Stadtpark bekanntlich von der Stadt gekauft, mit hohem baulichen, finanziellen und zeitlichen Aufwand auf Vordermann gebracht und im Dezember eröffnet. „Ich habe da viel Geld, Herzblut und Schweiß reingesteckt“, erinnert er sich. Das neue „ParkCafé“ mauserte sich von Anfang an denn auch zum Publikumsmagneten – gleichwohl ist das für Tessy Reda erst der Anfang. Möchte er mit seinem Vorzeigeprojekt doch auch den Stadtpark insgesamt zu neuem Leben erwecken.

Den Stadtpark beleben

So will er in den Sommermonaten den Gastronomiebetrieb in den Außenbereich ausdehnen, und er kann sich außerdem vorstellen, im Park diverse Veranstaltungen zu organisieren. „Das fängt alles erst jetzt richtig an“, betont er. Einen Tanz auf zwei Hochzeiten – Café und Kiosk – kann er sich unter diesen Umständen nicht mehr vorstellen.

Das neue „ParkCafé“ ist ein Publikumsmagnet.

Foto: Werner Müller

Solange er zusammen mit seiner Schwester Nazareth noch das Café am Kronenbrunnen führte, das er im vergangenen Sommer verpachtete und das jetzt „Stadtmitte“ heißt, war das etwas anderes. Da konnte er beides gut unter einen Hut bringen, zumal im „Tesnaz“ vor allem abends, wenn im Schwimmbad die Lichter längst aus waren, immer noch Hochbetrieb herrschte.

Das Café hat Vorrang

„Ich will mich voll und ganz aufs ParkCafé konzentrieren und kann nebenher nicht auch noch das Schwimmbad machen“, sagt er. Das funktioniere schon allein wegen der neuen Öffnungszeiten (um 17 Uhr ist Feierabend) nicht mehr. Wenn jetzt zum Frühstück und zum Mittagstisch der Laden brummt, ist auch der Chef gefordert. „Das Café hat für mich absoluten Vorrang, da kann ich tagsüber nicht weg bleiben“, betont der Gastronom. Dennoch: Der Abschied vom Schwimmbad-Kiosk fällt Tessy Reda nicht leicht. Im Gegenteil. Als er ihn vor fünf Jahren übernahm, investierte er eine stattliche Summe in die gastronomische Infrastruktur und stellte den Kiosk auf neue Füße. Die kleinen und großen Wasserratten mit Speis und Trank zu verwöhnen, machte ihm extrem viel Spaß. „Für die Kinder war ich nur noch der Pommes-Mann“, erinnert er sich. Sogar auf der Straße hätten sie ihn so begrüßt. Sein ursprünglicher Plan war eigentlich, das „Tesnaz“-Café zu verpachten und in den Sommermonaten nur noch den Schwimmbadkiosk zu betreiben. Doch als die Stadt dann für das alte Parkcafé einen Käufer suchte, kam alles ganz anders – für Tessy Reda und für die Stadt.

Die muss jetzt nicht nur einen neuen Schwimmmeister finden, sondern auch einen neuen Pächter für den Kiosk. Bürgermeister Dirk Harscher bedauert zwar, dass der versierte Gastronom den Pachtvertrag nicht verlängert, hat aber auch „absolutes Verständnis“ für dessen Entscheidung. Das Stadtoberhaupt ist zugleich guter Dinge, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Der Kiosk biete mit seiner großen Freifläche schließlich ideale Bedingungen. Außerdem könne der neue Betreiber die modernisierte Einrichtung komplett übernehmen, da sich die Stadt mit Tessy Reda über deren „Restwert“ finanziell verständigt habe. Der neue Pächter finde somit ideale Voraussetzungen vor und könne gleich richtig loslegen, so Harscher.

Bagger rollen erst 2028

Der neue Kioskbetreiber muss nach Schätzung des Bürgermeisters auch nicht befürchten, dass die Pforten des Schwimmbads schon in diesem oder im kommenden Sommer wegen der fälligen Umbau- und Sanierungsarbeiten geschlossen bleiben – egal, wie der Bürgerentscheid ausgehen wird. „Die Bagger rollen nicht vor 2028, das Bad bleibt deshalb auch 2027 normal offen“, ist sich Dirk Harscher ziemlich sicher. Zudem gebe es Mittel und Wege, dem künftigen Pächter den Neustart nach der – voraussichtlich einjährigen – Baupause zu erleichtern.