Freibad Schopfheim: Becken wird mit Edelstahl ausgekleidet

Das Kombibecken bleibt erhalten.
Anja BertschDer Schopfheimer Gemeinderat beschäftigt sich in seiner Sitzung am Dienstag, 16. Juni, mit den Sanierungsvarianten für das Schopfheimer Freibad und der Einreichung einer Projektskizze bei der Bundesförderung „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Die Verwaltung hat zwei Varianten erarbeitet und schlägt die Variante 1 vor, welche die Sanierung des Kombibeckens inklusive neuem Filtergebäude mit einer Wasserfläche von rund 1500 Quadratmetern umfasst.
Der Verwaltungsvorschlag wurde von der Interessengemeinschaft (IG) Sport- und Familienbad Schopfheim in einer Stellungnahme begrüßt. „Eine Investition für vier Jahrzehnte – Variante 1 ist die einzig richtige Wahl“ , heißt es in einer Mitteilung der IG.
Fit für die nächsten Jahrzehnte
Das Freibad Schopfheim wird für die nächsten 40 bis 50 Jahre fit gemacht. Ein Edelstahlbecken dieser Bauart hat eine nachgewiesene Lebensdauer von vielen Jahrzehnten – die Entscheidung, die der Gemeinderat am 16. Juni trifft, wirkt bis weit in die 2060er Jahre hinein. Es lohnt sich, sie richtig zu treffen.
Die IG Sport- und Familienbad Schopfheim stellt sich dabei klar hinter Variante 1 – der Sanierung mit Erhalt der vollen Wasserfläche von 1500 Quadratmetern. Drei starke Argumente hat die IG. Erstens der Bürgerentscheid: Der ist eindeutig – und bindend. Am 8. März haben die Schopfheimer mit deutlicher Mehrheit für ein konventionelles Bad mit ausreichender Wasserfläche gestimmt. Variante 2 mit nur 1000 Quadratmetern würde drei der sechs 50-Meter-Schwimmerbahnen auf 25 Meter verkürzen – und damit den Kern dieses Votums unterlaufen.
Zweitens sind laut IG die Mehrkosten durch Fördermittel gedeckt. Die Variante 1 kostet zwar rund 1,68 Millionen Euro mehr als Variante 2. Dieser Betrag sei aber finanzierbar, erklärt die IG. Das Bundesförderprogramm SKS übernimmt bis zu 45 Prozent der Gesamtkosten – der Förderantrag dazu muss bis 19. Juni eingereicht werden. Wer heute zögert, riskiere Millionen, so die Argumentation der IG. Schopfheim hat ein fest zugewiesenes Budget von 11,92 Millionen Euro aus dem Bundesinfrastrukturprogramm LuKIFG (Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz. Die Stadtverwaltung schlägt selbst vor, davon eine Million Euro für das Schwimmbad einzusetzen. Auch die Stadtverwaltung empfiehlt in ihrer Beschlussvorlage Variante 1 als „bedarfsgerechtere und nachhaltigere Lösung“.
„Bedarfsgerecht und nachhaltig“
Auf 40 Jahre gerechnet sind die Mehrkosten pro Jahr marginal – der Mehrwert für Bevölkerung, Vereinssport und Standort seien jedoch beträchtlich. Die IG Sport- und Familienbad Schopfheim bedankt sich ausdrücklich bei der Stadtverwaltung und den beteiligten Fachbüros für die zügige und praxisorientierte Ausarbeitung der Sanierungsvarianten. Ohne diese intensive Vorarbeit und die fristgerechte Vorbereitung des Förderantrags wäre eine Einreichung bis zum 19. Juni nicht möglich.
Variante 1
Sanierung Kombibecken inklusive neuem Filtergebäude:
Die Variante 1 sieht die vollständige Sanierung des bestehenden Kombibeckens mit einer Wasserfläche von rund 1500 Quadratmetern vor. Das bestehende Becken wird vollständig mit Edelstahl ausgekleidet und in Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Sprungbereich gegliedert. Der Schwimmerbereich hat weiterhin sechs 50-Meter-Schwimmerbahnen. Die Planung ermöglicht eine variable Nutzung: morgens stärker schwimmerorientiert, nachmittags mit Fokus auf Nichtschwimmer. Wesentliches Merkmal dieser Variante ist der Neubau eines separaten Filter- und Technikgebäudes, in dem eine moderne Mehrschicht-Druckfilteranlage nach DIN 19643 installiert wird.