Fasnacht in Schopfheim: Die Kosten steigen und steigen

Dirk Bender, stellvertretender Vogt Dreiländereck, Armin Stocker vom Hexenzinken mit dem VON-Orden „E halbs Läbe“ und Markus Meßmer, VON-Vorstandsbeirat.
Anita Indri-WernerAn der Generalversammlung der Narrenzunft Schopfheim standen die vergangene Saison sowie Wahlen auf dem Programm. Oberzunftmeiste (Ozume) Frank Pfeiffer sprach wagte einen sorgenvollen Ausblick in die Zukunft. An der Versammlung nahmen, neben den Mitgliedern und Ehrenmitgliedern, Bürgermeister Dirk Harscher und Dirk Bender vom Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) teil.
Bericht der Kanzellarin: Vom „ölfde Ölfde“ an, über das Narrenbaumstellen in Schopfheim und Langenau, Zinken-Jubiläum, Zunftabende oder die verschiedenen Bälle, Kanzellarin Silke Hofmann stellte ein großes närrisches Programm vor. Ob Narrensüpple oder Hemdglunkiball und Ohmegeld sammeln, die Schopfheimer Narren waren in der Saison 2024/2025 gefordert. Es galt das Narrendorf und den Umzug zu organisieren. Zudem fanden ein Kinderumzug und der historische Narrenumzug am Rosenmontag statt. Chuttle-Esse, Hering-Essen bis hin zum Schiibeschla, die Schopfheimer Narren hatten eine arbeitsreiche Saison.
Rückblick des Ozume: „Unsere Fasnacht ist friedlich verlaufen“, sagte Ozume Frank Pfeiffer. Sorgen bereiteten aber die immer weiter steigenden Kosten. Zudem seien immer weniger Menschen dazu bereit, sich zu engagieren.
Zwar sei die Solidarität groß gewesen, aber: „Der Aufwand war beachtlich.“ Beispielsweise mussten zwölf Fahrzeuge organisiert werden, die die Zufahrtswege zum Umzug blockierten. Weil diese Fahrzeuge aber gewerblich genutzt würden, gelte für sie das Sonntagsfahrverbot. Dies habe bedeutet, dass die Firmen, die ihre Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hätten, sie am Montag nicht nutzen konnten, weil die Ruhezeiten der Fahrer unterbrochen worden seien. „Die Polizei sagt , diese Form der Blockade wird auch im nächsten Jahr benötigt“, kündigte Pfeiffer an.
Mit einer Vespertüte und Schopfheim-Gutscheinen habe sich die NZ bei den Fahrern bedankt. Unterstützung gab es auch vom städtischen Bauhof, dessen Leiter bereits wieder Hilfe zugesagt habe. Doch es sei auch noch ein anderes Problem aufgetaucht. Ein uneinsichtiger Anwohner habe Fahrer bedroht, sagte Pfeifer.
Kostenfrage: Die steigenden Kosten bezeichnete der Ozume als Problem. Gebühren, Gestattungen, Gema, Tontechnik in der Halle, DRK, Feuerwehr, Versicherungen: All dies gehe in die Tausende. Die Halle müsse voll sein, um die Kosten einigermaßen zu decken, stellte Pfeiffer fest. Für die Kulturfabrik gebe es aktuell keinen Mietvertrag. Gerne würde die Narrenzunft investieren, das ginge jedoch nur, wenn Perspektiven und Planungssicherheit vorhanden seien, sagte Pfeiffer.
Dass die Schopfheimer Fasnacht nun offiziell als immaterielles Kulturerbe anerkannt worden sei, nannte der Ozume „eine Auszeichnung auch für die Generationen vor uns und eine Ehre für uns alle“.
Bericht des Säckelmeisters: Doris Karle präsentierte der Versammlung ein Minus in der Kasse.
Wahlen: Einstimmig wiedergewählt wurde Säckelmeisterin Doris Karle. Ralf Völz wurde zum Zunftmeister gewählt. Gewählt wurden Zunftrat-Mundschenk Petra Invernale, Pressewart Harald Bäumle und für die Straßenfasnacht Gabriel Glatt. Oberfuchs Simon Di Martino wurde in seinem Amt bestätigt, und Michael Armin wurde Kassenprüfer. Die Stellen des zweiten Zunftabendmeisters, des zweiten Säckelmeisters sowie die eines Zunftrats-Straßenfasnacht bleiben vakant.
Ehrungen: Die seltene Auszeichnung „E halbs Läbe“ erhielt Armin Stocker vom Stellvertretenden Vogt Dirk Bender und dem Vorstandsbeirat des VON, Markus Meßmer. Wolfgang Korloch bekommt dieselbe Würdigung zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht. Der Verbandsorden in Bronze erhielt Oliver Bär für seine Verdienste am fasnächtlichen Brauchtum. Den Zunftorden erhielt der aktive Hästräger Christian Volz .