Dorfleben in Hausen: Auch hinterm „Adler“ wird gewirtschaftet

Der Blumenkohl gedeiht in diesem Jahr gut
Christoph SchennenAls Hobbygärtner bewirtschaftet Brugger den zum Dorfgasthaus „Adler“ gehörenden Garten. Die zirka 50 Quadratmeter große Grünfläche neben dem Hebelhaus gehört zum „Adler“, in dem Mario Bruggers Lebensgefährtin Andrea Behringer die Gäste bewirtet. Brugger selbst kümmert sich um den Garten, an dem viele Hausener jeden Tag vorbeikommen.
Bis vor 20 Jahren war der Garten stets bewirtschaftet, dann lag er eine Weile brach – bis Brugger ihn reaktivierte. Nun baut er hier eine Vielzahl von Gemüse an: Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Zucchini und Kürbisse. In Hochbeeten wachsen Paprika und Peperoni, Rettich und Radieschen – und riesiger Blumenkohl, der bald auf Bruggers Teller landen wird. „Im Hochbeet ist das Arbeiten einfacher, weil ich da alles im Stehen machen kann“, sagt Brugger.
„Dunkler Traum“ als Testlauf
An langen Holzpfosten winden sich Stangenbohnen in die Höhe und im Gewächshaus reifen an Stauden Tomaten, die laut Brugger aromatischer schmecken als die aus dem Supermarkt. Manchmal probiert der Hausener auch etwas Neues aus; in diesem Jahr kultiviert er zum Beispiel eine alte Tomatensorte namens „Dunkler Traum“.
Wenn es nicht regnet, geht Brugger mit seiner Gießkanne, gefüllt mit dem Regenwasser, das vom Dach des Schopfs in ein großes Fass läuft, auf sein Feld und versorgt die Pflanzen mit Wasser – manchmal sogar schon morgens, bevor er ins Geschäft geht. Manche Pflanzen zieht Brugger daheim vor, ehe er sie im Frühjahr in das Freiland aussetzt.
Zur Gartenarbeit gehört nicht nur die Ernte, sondern auch das Säen und das Entfernern von Unkraut wie der Ackerwinde, die zwar schön weiß blüht, aber auch alles zuwuchert und sich um die Pflanzen schlingt.
Die Erde, in der die Gemüsepflanzen wachsen, entnimmt Brugger einem Haufen nahe dem Schopf. Wer die riesigen Feldfrüchte sieht, weiß, dass das ein guter Boden ist. Auch Kompost wirft er ins Hochbeet. Und er gräbt Brennnesseln in den Boden, weil sie viel Stickstoff haben und ein guter Dünger sind. Auf das Spritzen von zusätzlichen Schutz- oder Düngemitteln verzichtet Brugger – sämtliches Gemüse hat also Bio-Qualität.
Für Gaumen und Auge
Neben den für den Teller bestimmten Gewächsen gibt es auch einiges fürs Auge. In Bruggers Garten wachsen Pfingstrosen, Lilien und eine Kiwi-Pflanze, die keine Früchte trägt – dafür aber als Sichtschutz und Schattenspender fungiert. Eine angenehme Kühle im Sommer spendet auch die zwischen dem Garten und dem Adler stehende Friedenslinde, die laut Brugger 1871 gepflanzt wurde. „Sie hat mehr als 150 Jahre auf dem Buckel“, sagt er. Das Schönste an der Gartenarbeit sei, so der Hausener, dass man sieht, was man gemacht hat. Der Genuss des Gemüses ist dann der Lohn für die Arbeit, das ganzen Jahr über.