Blues auf Französisch
: Veronique Gayot liefert Stimmwunder

Das Schopfheimer Blues-Konzert war das zweite Event beim Festival.
Von
Gudrun Gehr
Schopfheim
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Veronique Gayot und ihre Band sorgte für bluesige Stimmung in Schopfheim.

Gudrun Gehr

In Schopfheim herrschte bestes Open-Air-Wetter. Rund 300 Besucher fanden den Weg zu der weit über die regionale Grenze hinaus bekannten Veranstaltung, das vor zwei Jahren mit dem „German Blues Award“ im Bereich Festivals gewürdigt wurde. Auch für das leibliche Wohl der Gäste war vom Team „Rock-In on Tour“ reichhaltig gesorgt.

Manfred Bockey, Mitorganisator des Festivals vom ExBluesive Jazz und Blues Südbaden, begrüßte die Gäste und sagte: „Blues ist mehr als Musik. Blues ist Gefühl, Geschichte und Haltung“. Weiter sagte er: „In einer Zeit, in der Ausgrenzung, Hass und Intoleranz laut sind, setzen wir heute ein Zeichen für Vielfalt, Menschlichkeit und gegenseitigen Respekt. Blues verbindet“. Lautstarke Zustimmung kam von den Gästen , es folgte anhaltender Beifall.

Die erste Band startete mit Lead-Sängerin Véronique Gayot aus dem Elsass. Sie heizte den Gästen vom ersten Ton an reichlich ein. Die Blues- und Rock-Chanteuse, eine kleine zierliche Person, präsentierte sich als unglaubliches Energiebündel mit einzigartiger, markant rauher und kraftvoller Stimme. Sie ist nicht nur ein Stimmwunder, auch die Beherrschung der Harp stellte sie ausgiebig unter Beweis. Auch ihre Nahbarkeit zeigte sie, als sie die Bühne verließ und vor der Bühne weiter sang und mittanzte. Ob Slow Blues oder deftiger Boogie - auch ihre Band zog die Gäste interaktiv in ihren Vortrag ein. Die Bandmitglieder mit Yannick Eichert (Gitarre), Jérome Wolf (Bass) und Jérome Spieldenner am Schlagzeug zeigten sich als Meister an ihren Instrumenten.

Schnell füllte sich die Tanzfläche vor der Bühne, die Stimmung stieg, und die Künstlerin sagte auf deutsch mit charmantem französischem Akzent: „Heute bin ich glücklich, ich fühle mich vom Blues beschützt“. Sie präsentierte Eigenkompositionen wie „In the Hand of the Blues“ als klassische Slow-Blues-Nummer, aber immer auch mal wieder Cover-Versionen wie „Personal Jesus“ von Depeche Mode. Im Stück „Ain’t No Place“ überzeugte sie wieder an der Harp. Ein besonderer Leckerbissen war die Zugabe mit einer ausgedehnten Boogie-Nummer, für welche sie eine speziell angefertigte Cigar-Box-Gitarre benutzte. Für den Auftritt gab es langen Beifall.

Auch Kanderns Chabah-Wirt Harald Brückel, selbst mehrfacher Träger des Blues-Award 2023 im Bereich des besten Blues-Clubs, war natürlich beim Konzert anwesend. Er kann sich auf einen Auftritt der Band in seiner Blues-Kneipe am Mittwoch, 29. Oktober, um 21 Uhr, freuen.

Das I-Tüpfelchen des Events setzte das Duo Annika Chambers (Texas/USA) und Gitarrist Paul DesLauriers (Kanada). Beide konzertieren derzeit beim Blues-Festival in Wespelaar/Belgien und machten für ihren Auftritt einen Umweg um „die Ecke“ nach Schopfheim. Zusammen mit ihrer Band mit Gary Davenport (Schlagzeug) und Silvaine Coulombe (Bassist) brachte die Band die Stimmung zum Kochen. Blues-Röhre Annika Chambers präsentierte mit ihrer kräftigen, klaren und mitreißenden Stimme eine grandiose Gesangsperformance, die teilweise auch als besondere Showeinlage rein akustisch bestens beim Publikum ankam. Annika und Paul DesLauriers, ihr Ehepartner und im Bluesrock verwurzelter Gitarrist, sind vielfache Award-Preisträger. Paul DesLauriers mit seiner Gibson Melody-Maker E-Gitarre präsentierte in Gitarrenparts perfekte Sound-Variationen des Blues, Rock und Soul. Hier zeichnete er den facettenreichen, furiosen und ausdrucksstarken Ritt durch das Blues-Genre nach. Kurzfristige technische Probleme löste die professionelle Band ohne minimale Beeinträchtigung im Handumdrehen.