Zurück zu den Schwenninger Wurzeln: Für Andreas Strohm ist seine Lesung in jeder Hinsicht besonders

Laden zu einem außergewöhnlichen Abend in die Schwenninger Weinbar Hugos ein: (von links) der Blues-Gitarrist Siggi Fassl und der Autor Jean Moose, der aus seinem neuen Kriminalroman „Bandenspiel“ liest.
Andreas Strohm„Bandenspiel – Lucarellis dritter Fall“ heißt das Fortsetzungswerk seiner Krimireihe „Freiburger Schatten – Lucarelli ermittelt“, das Jean Moose im im vergangenen Mai veröffentlicht hat und mit dem er sich derzeit auf Premierentour befindet.
Diese führt den gebürtigen Schwenninger Andreas Strohm, der in Freiburg studiert, promoviert, zunächst im Bundesministerium für Wirtschaft, dann 30 Jahre für verschiedene europäische Institutionen in Brüssel und Frankfurt gearbeitet hat, am Mittwoch, 5. November, auch auf Stippvisite in die Neckarstadt.
In Hugos Weinbar
Besser gesagt in Hugos Weinbar – schließlich kennt er deren Inhaberin Annette Müller gut, berichtet der Ökonom im Telefonat mit unserer Redaktion. Im Gespräch über den Veranstaltungsraum im Obergeschoss des Hauses am Hockenplatz sei man gemeinsam auf die Idee gekommen, dort „etwas Besonderes“ zu veranstalten.
Zu etwas Besonderem werde die anstehende Lesung durch die Kombination Literatur und Blues, bringt der Autor nämlich den bekannten Wiener Blues-Gitarristen Siggi Fassl mit, mit dem er bisher schon zweimal in Wien, Strohms neuer Wahlheimat, erfolgreich aufgetreten ist.
Die Krimi-Reihe
Seit 2007 schreibt Andreas Strohm unter Pseudonymen Romane und Kurzgeschichten. In seiner Politkrimi-Reihe, die mit „Doppeltes Spiel“ (2021) und „Der Instinkt des Tennisspielers“ (2023) begonnen hat, lässt er als Autor Jean Moose stets Kommissar Lucarelli ermitteln. In „Bandenspiel“ führen ihn die Ereignisse vom Freiburger Sternwald bis in die Zentrale der Europäischen Politik nach Brüssel – wo der Autor schließlich selber lange gearbeitet hat.
Motivation sei erstmals gewesen – und das unterscheidet das Buch von den ersten beiden Lucarelli-Episoden – , die politischen Hintergründe zur EU transparenter zu machen und einen Blick hinter die Kulissen des Machtzentrums der EU zu werfen. Also auch, politische Bildung zu vermitteln, erklärt Andreas Strohm – gleichzeitig verbunden mit dem Anspruch, sie für den Leser möglichst anschaulich und spannend zu gestalten. „Politische Bildung ist schwierig zu verkaufen, sie darf nicht zu trocken sein“, erklärt der Ökonom, der inzwischen im Ruhestand ist.
Überall Heimatbezüge
Heimatbezüge finden sich in allen drei Moose-Krimiteilen – auch, um diesen mehr Authentizität zu verleihen. So habe der erste Teil mitunter in der hiesigen Polizeihochschule gespielt. Zur Stadt Freiburg, die in allen drei Episoden vorkommt, weil Kommissar Lucarelli in Freiburg lebt, hat der Autor nicht nur durch sein Studium und seine Uni-Lehrtätigkeit Bezug, sondern auch durch seine Mutter, die dort geboren ist.

Andreas Strohm – alias Jean Moose – ist in Schwenningen geboren und immer noch sehr heimatverbunden.
Foto: Andreas Strohm„Es ist immer authentischer, wenn man die Dinge selber erlebt hat“, sagt Andreas Strohm, der sich selber als „sehr heimatverbunden“ sieht. In Schwenningen hat er immer noch eine Wohnung und war sehr regelmäßig vor Ort, um seine Mutter zu besuchen, die bis zu ihrem Tod im vergangenen Jahr hier gelebt hat. Dem TC Schwenningen war er rund sechzig Jahre treu und habe bei der Altherren-Mannschaft immer mal wieder ausgeholfen, blickt er zurück.
Vor- und Nachteile
Nun freut sich der gebürtige Neckarstädter, der am Bärenplatz groß geworden ist, in der kommenden Woche wieder einmal in seine Heimat zu kommen. An der Großstadt Wien liebe er das große Kulturangebot und die Kaffeehauskultur, die es hier in dieser Form nicht gebe. „Aber es gibt auch Nachteile, zum Beispiel den Übertourismus“, sagt Andreas Strohm.
So habe er es in Schwenningen einfach heimeliger, hier liebe er die Natur und die gute Anbindung an den Schwarzwald, Bodensee und hoch Richtung Stuttgart. Mit Blick auf die anstehende Lesung ist der Autor gespannt, wie der dritte Krimi, der möglicherweise wieder eine Fortsetzung findet, bei den Besuchern ankommt – und auch, ob unter den Besuchern bekannte Gesichter dabei sein werden. „Mal sehen, wer kommt.“
„Blues and Moose“ in Schwenningen
Musik trifft Literatur
Die Lesung aus Jean Moose’ neuestem Kriminalroman „Bandenspiel“ findet am Mittwoch, 5. November, 19.30 Uhr, in Hugos Weinbar, In der Muslen 42, statt. Hier trifft der Autor und Ökonom Andreas Strohm auf den Wiener Siggi Fassl Blues-Gitarristen, der zu den besten Solisten der nationalen und internationalen Blues-Szene gehört. Der Eintritt kostet 18 Euro.