Weinbar in Villinger Rietstraße
: Gina Würthner zieht mit „Varia“ in frühere Apotheke

Seit Anfang 2017 steht sie leer. Jetzt soll in die Rietstraße 12, die denkmalgeschützte Adresse der einstigen Stadtapotheke, das Leben zurückkehren. Der Gebäudeeigentümer hat eine erste Mieterin gefunden.
Von
Birgit Heinig
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

In der früheren Stadtapotheke in der Rietstraße wird es bald wieder Leben geben. Gina Würthner wird im Dezember mit „Varia“, einem Concept-Store mit Weinbar, hier einziehen.

Heinig

Gina Würthner ist im Villinger Einzelhandel keine Unbekannte, betreibt sie doch gemeinsam mit ihrer Mutter Yvonne in der Brunnenstraße das Modegeschäft „Das Kleine Feine“.

Die 30-Jährige schafft sich nach 13 Jahren Mitarbeit im mütterlichen Laden nun ein eigenes Standbein an und das wird in den ehemaligen Apothekenräumen stehen. Geplant ist zum 1. Dezember die Eröffnung von „Varia“, einem Concept-Store mit Weinbar.

Mehr Großstadtflair

Sechs Jahre hat es gedauert, bis der Eigentümer des 1843 bis 1847 im klassizistischen Stil erbauten Gebäudes, der aus Villingen stammende und heute in Konstanz lebende Architekt Martin Bächle, ein für ihn passendes Konzept fand. Über die Wirtschafts- und Tourismus GmbH traf er auf Gina Würthner und ihre Idee. Das passte.

„Mir liegt die Stadt am Herzen“, sagt sie. Und sie sei sich mit Bächle einig gewesen, dass „wir hier noch etwas mehr Großstadtflair brauchen“. Das soll mit ihrem „Varia“ nun bald im Erdgeschoss der rechten Gebäudehälfte einziehen. Zuvor werden, wie sie vom Eigentümer weiß, ab Juni die Fassade überarbeitet und auch die Innenräume sorgfältig renoviert. Schließlich stehen zum einen die Apothekermöbel aus dunkelbraunem Mahagoni unter Denkmalschutz und eint zum anderen Vermieter und Mieterin der Wunsch, „alles zu erhalten, was historisch ist“.

Weiter Mieter gesucht

Instandgesetzt wird zeitgleich auch die linke Gebäudehälfte. Hierfür werde noch nach einem passenden Mieter gesucht, mit einem Angebot, dass nicht an jeder Ecke zu finden sei, weiß Gina Würthner.

Das Schloss der Eisengittertür klemmt schon etwas. Der geschichtsträchtige Hauch von fünf Apothekergenerationen umweht einen beim Betreten des früheren Verkaufsraumes mit den vielen kleinen und noch mit lateinischen Namen beschrifteten Schubladen. Diese haben sie auf den Namen ihres neuen Stores gebracht, sagt Gina Würthner. „Varia“ heißt „Verschiedenes“ und das soll es künftig im hinteren, dem Münsterplatz zugewandten Gebäudeteil zu kaufen geben. Was genau, will die junge Geschäftsfrau indes nicht verraten, Mode und Schwarzwald-Andenken schließt sie aber aus. Wer das „Varia“ ab Dezember betreten wird, der kommt zunächst in die Weinbar, in der erlesene und ausgefallene Tropfen ausgeschenkt und zum Kauf angeboten werden sollen.

Außenbestuhlung geplant

In weiser Voraussicht ließ Martin Bächle bei der Sanierung der Rietstraße vor dem Haus bereits Hülsen für Sonnenschirme einbauen. Darunter findet in den Sommermonaten eine Außenbestuhlung Platz. Auch im kleinen, vor Einblicken geschützten Hinterhof seien einige wenige Tische und Stühle denkbar, sagt Gina Würthner und freut sich auf ihr neues, zusätzliches Betätigungsfeld. Dem „Kleinen Feinen“ bleibe sie aber erhalten, verspricht sie.

Das Schwarzwälder BAARometer
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.