Villingen-Schwenningen: Kunstturner mit viel Leidenschaft

Die Breakdancer Enes Dragusha, Johannes Stever, Dinh Nguyen und Steven Le (stehend von links) wollen von Krešo Mrjonka (links) und Deniz Jurado noch viel lernen – zusammen sind sie "Baba Crew". Foto: Heinig
Schwarzwälder-BoteVillingen-Schwenningen (bn). Der Name "Baba Crew" fiel ihnen ganz spontan ein, als sie gefragt wurden, ob sie bei der Sportlerehrung der Stadt auftreten würden, und auch sonst sind die Jungs richtig cool – Breakdancer eben. Und als solche betreiben sie Leistungssport.Fünf Mal pro Woche treffen sich Krešo Mrkonja, Deniz Jurando und die anderen in verschiedenen Sporthallen der Stadt und trainieren jeweils mindestens zwei Stunden. Ihre durchtrainierten Körper und die Akrobatik, die sie auf dem Parkett zeigen, beweisen ihren Ehrgeiz. Krešo und Deniz betreiben Breakdance bereits seit zehn Jahren. Dinh Nguyen, Enes Dragusha, Johannes Stever und Steven Le bezeichnen sich selbst noch als Anfänger. Ihr spektakulärer Auftritt bei der Sportlerehrung in der Neuen Tonhalle Ende Januar beeindruckte das Publikum: "Hier sind Kunstturner am Werk", staunte ein Mitglied des Turnvereins Villingen.
Doch damit hat die "Baba Crew" nichts am Hut. "Zu wenig Leidenschaft", vermutet Krešo hinter einem straff organisierten Vereinstraining, während er sich mit einem Spagat vor dem Training dehnt. Die Herausforderung suchen die Schüler und angehenden Abiturienten, Deniz studiert, bei "battles". Das sind Breakdance-Wettkämpfe, zumeist in Großstädten, mit bis zu 200 internationalen Teilnehmern. Um dort zu bestehen, muss man die "Routines" und "Basics" im Schlaf beherrschen, im "Top Rock" und "Foot Works", Oberkörper- und Beinarbeit, fit sein und auch "Power Moves" und "Freezes" im Repertoire haben – Kreiselbewegungen auf Kopf oder Rücken, einarmige Handstände und Schrauben und vor allem ein eleganter und fließender Übergang von der einen zur anderen Figur. Daran wird in gemeinsamer Trainingsarbeit zum 4/4tel-Beat geschuftet, bis Handgelenke und Kopfhaut schmerzen. Mit Digitalkameras werden die Tänze gegenseitig aufgenommen, analysiert, Verbesserungen ertüftelt.
Neben der körperlichen Fitness und perfekten Grundfiguren sei beim Breakdance vor allem Kreativität gefragt, sagt Krešo. "Manchmal fällt mir in der Schule ein neuer Move ein, den muss ich dann ganz schnell aufschreiben und abends im Training ausprobieren".
Die Choreographie ist es letztlich, die bei den "Battles" über den Gewinn von Preisgeld entscheidet. Lediglich "Taschengeld" werde hier jedoch gewonnen, schränkt Deniz ein und sagt zudem: "Ums Geld geht’s uns nicht, wir wollen tanzen."
Dankbar sind die Beatboys dem Amt für Schule, Bildung und Sport, das sie ernst nehme und ihnen Trainingsmöglichkeiten biete. Deniz und Krešo, die in Stuttgart zusammen mit anderen Breakdancern als "Tru Cru" auftreten, würden ihren Sport in Villingen-Schwenningen gerne weiter verbreitet sehen und auch Mädchen dazu einladen.
Weitere Informationen: Auskunft – auch über Buchungen der "Baba Crew" – erteilt Krešo Mrkonja über 0173/7 38 27 41