Villingen-Schwenningen: FKK-Club-Besitzer um 160 000 Euro geprellt
Villingen-Schwenningen (maz). Szenen wie im Wilden Westen hatten sich im vergangen September in einem FKK-Club im Schwenninger Gewerbegebiet Dickenhardt abgespielt: Um 160 000 Euro soll ein Franzose zusammen mit einem Verwandten den Clubbesitzer gebracht haben und über die Grenze nach Straßburg geflohen sein. Bei der Fahndung war die Polizei mit einem Großaufgebot samt Hubschrauber im Einsatz. Wegen Raubs muss er sich ab 30. März vor dem Landgericht Konstanz verantworten.
Unter dem Vorwand, 300 000 Schweizer Franken gegen 160 000 Euro eintauschen zu wollen, habe ein Verwandter des Angeklagten dem Inhaber bei der Abwicklung des Geschäfts die Tüte mit dem Geld entrissen, heißt es in der Mitteilung des Landgerichts. Als Mittäter habe der heute 43-Jährige aus Straßburg als Fahrer im Fluchtauto mit laufendem Motor gewartet und sei mit dem Räuber samt Beute nach Frankreich abgehauen. Nicht die einzige Straftat, die das Duo auf dem Kerbholz haben soll: Die Anklage wirft ihnen zudem vor, in neun Fällen als angebliche Mitarbeiter eines namhaften Unternehmens aufgetreten zu sein und den Geschädigten hochwertige und fachmännische Arbeiten mit Garantiezusage versprochen, dann aber beim Schleifen von Werkzeugen nur minderwertige Dienstleistungen zu überhöhten Preisen erbracht zu haben, so in Rottweil und Dornhan. Ein Schaden von 20 000 Euro soll entstanden sein.
Der 43-Jährige sitze vermutlich in Untersuchungshaft, erklärt Pressereferent Andreas Spreng, Richter am Landgericht. Zu rechnen sei mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Haft wegen Raubs. Eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten blühe ihm wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Für die Verhandlung sind drei Tage angesetzt. 21 Zeugen sol len die Vorwürfe untermauern.