Villingen-Schwenningen: Fast minütlich geht ein Notruf ein

"Bescherung" in der integrierten Leitstelle in Villingen: Das Bild zeigt (von links) Landrat Sven Hinterseh, Peter Reschka und Stephan Niggemeier. Foto: Marc Eich
Schwarzwälder-BoteVillingen-Schwenningen (mae). Als Anerkennung für ihren Dienst über Weihnachten besuchte Landrat Sven Hinterseh an Heiligabend die integrierte Leitstelle in Villingen. Einsatzkräfte von Rettungsdiensten und der Feuerwehr sowie die Polizei sind wie gewohnt im Dienst – schließlich machen Notfälle auch vor den Feiertagen keinen Halt.
"Notruf 112, was kann ich für Sie tun?" Dieser Satz fällt in den Räumen der integrierten Leitstelle von Rettungsdienst und Feuerwehr in der Josefsgasse fast minütlich. Bereits mehr als 300 Anrufe gingen am Heiligabend bis zum Mittag bei den Mitarbeitern in der Schaltzentrale der "nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr" ein. "Wenn Heiligabend auf einen Montag fällt, ist es besonders schlimm", sagt Disponent Peter Reschka, der zusammen mit Stephan Niggemeier den ganzen Morgen im Dienst war. Der Grund: An Sonn- und Feiertagen oder auch an Heiligabend haben die meisten Arztpraxen geschlossen, und die Vermittlung des ärztlichen Notdienstes wird ebenfalls über die Leitstelle abgewickelt. An einem langen Wochenende kommt da einiges an Notfällen zusammen. "Vom Hustenpatienten bis zum Flugzeugabsturz sind wir für alles zuständig", so Reschka weiter.
Zwei Disponenten und zwischenzeitlich ein Ärztevermittler bearbeiten alle Anrufe. Während der Nachtschicht von 21 bis 7 Uhr ist die Leitstelle sogar nur mit einem Mitarbeiter besetzt.
Landrat Sven Hinterseh dankte den rund um die Uhr arbeitenden Leitstellenkräften mit einem großen Geschenkkorb. "Ich möchte dies stellvertretend für alle tun, die an Heiligabend für die gesamte Bevölkerung im Einsatz sind", so Hinterseh, der den Disponenten im Beisein von Kreisbrandmeister Manfred Bau, DRK-Geschäftsführer Winfried Baumann und Leitstellenleiter Dirk Sautter einen Besuch abstattete.
Viel Zeit für einen Plausch mit den Mitarbeitern blieb aber nicht, denn während sich Hinterseh noch über die Arbeit in der Leitstelle informiert, kommt bereits der nächste Notruf rein: "Meine Frau ist gerade beim Christbaumschmücken vom Stuhl gefallen." Kurz darauf macht sich der Rettungsdienst zu diesem weihnachtlichen Unglück auf den Weg. Es wird nicht der letzte Einsatz an diesem Tag sein.