Villingen-Schwenningen
: Ein Leben fürs Theater

Regisseurin Liliana Valla hat ihre Leidenschaft sogar schon vererbt
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Schwarzwälder-Bote
Oberndorf
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Liliana Valla ist die künstlerische Leiterin des Theaters am Turm und eine fleißige Regisseurin. Foto: Heinig

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Von Birgit Heinig

VS-Villingen. "Das Theater beschäftigt mich ständig, und ich freue mich, wenn das, was wir machen, anderen Menschen gefällt". Liliana Valla ist die künstlerische Leiterin im Theater am Turm in Villingen. Sie führe "ein Leben für das Theater", sagt ihr Mann. Sie ist unermüdlich dabei, ihrem eigenen Anspruch an eine semi-professionelle Bühne in der Größenordnung des Theaters am Turm gerecht zu werden. Mindestens fünf neue eigene Inszenierungen im Jahr müssen es sein inklusive dem Sommertheaterstück unter freiem Himmel.

Und da derzeit gerade kein Andrang von Regisseuren herrscht, inszeniert Liliana Valla in der laufenden Spielzeit fast alle Stücke selbst: den Publikumsknaller "Ladies Night", "Die Geschichte einer Tigerin" von ihrem Lieblingsautor Dario Fo und aktuell "Orplid", in dem es um Senioren geht, die aus Pflegekostengründen nach Spanien abgeschoben werden sollen. Die Proben für das Sommertheaterstück "Der Papst und die Hexe" im Juni und Juli sind auch schon angelaufen.

Von den Abruzzenin den Schwarzwald

Liliana Valla stammt aus den italienischen Abruzzen. 1973 kehrte die damals gerade 21-Jährige zusammen mit ihrem Freund und heutigen Mann Antonio der Heimat den ­Rücken und wanderte nach Deutschland aus.

Zunächst lebte sie in Westfalen, 1984 kam das Paar nach Villingen. Antonio Valla war als Lehrer im Auftrag des italienischen Außenministeriums hierher versetzt worden. "Eigentlich hätten wir damals lieber nach Konstanz gewollt", gibt Liliana Valla lachend zu, aber auch, dass sie sich schon auf der Zugfahrt in die Stadt Villingen verliebte.

Ihren ersten Kontakt zum späteren "Theater am Turm" erlebte sie 1991 bei der Sommertheater-Aufführung "AbsurdaComica". Am Schluss wurden Flyer verteilt und darin um Schauspieler geworben. Schon immer unternehmungslustig war Liliana Valla sogleich begeistert: "Da mache ich mit".

Bei einem Workshop mit Eberhard Zimmermann und Marc Cevio lernte sie vieles und spielte 1994 in "Kein Platz für Idioten" eine Touristin. Weitere Rollen folgten, doch die Gesundheit bremste die temperamentvolle Frau zunehmend aus. Sie übernahm stattdessen die Gastspielbetreuung und bildete sich weiter in der Kunst der Regie.

Als sich Berny Ott als künstlerischer Leiter vor zwei Jahren aus dem Vorstand zurückzog, übernahm sie entsprechend selbstbewusst den ­Posten. "Das Theater ist das Leben und die Stimme des Volkes" ist Liliana Valla überzeugt und sucht danach ihre Stücke aus. Wenn ihr ein Stück begegnet, dessen Thema sie interessiert, dann vermeidet sie, davon eine Inszenierung anzuschauen. "Ich lese die Geschichte und will, dass sich dazu meine eigenen Bilder im Kopf formen", sagt sie. Die erste Frage sei dann: "Habe ich passende Schauspieler dazu?"

Ihre Theaterleidenschaft hat Liliana Valla vererbt. Ihre Tochter Evelina ist schon in ihre Fußstapfen getreten und hat ihr Regiedebüt erst kürzlich mit dem "Räuber Hotzenplotz" abgeliefert. Einer der Schauspieler dabei war Liliana Vallas Enkel Antonio Laser. Der Nachwuchs steht also bereits parat.

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