Versorgung in Unterkirnach: Gemeindewerke schreiben rote Zahlen

Wegen einmaligen Anfangsaufwendungen startete der neue Betriebszweig „Energie“ bei den Gemeindewerken Unterkirnach in 2023 mit einem Verlust.
Ulrich SchlenkerWeit höher als geplant waren im vorletzten Jahr die Reparaturkosten für die Wasserleitungen von Unterkirnach. Bürgermeister Andreas Braun begründete damit den Verlust der Gemeindewerke Unterkirnach in der Geschäftssparte Wasserversorgung.
Aus der von Kämmerer Bastian Pfliegensdörfer erstellten Sitzungsvorlage für den Gemeinderat geht hervor, dass Reparaturkosten für das Leitungsnetz in Höhe von 56 000 Euro angesetzt waren. Tatsächlich sind in 2023 aber Instandhaltungskosten von rund 122 000 Euro entstanden.
Als Folge dieser Überschreitung weist der Jahresabschluss im Betriebszweig Wasser einen Verlust von 50 631,67 Euro aus. Im Jahr davor war hier noch ein leichter Überschuss erwirtschaftet worden.
Auch der Betriebszweig Energie, der zum ersten Mal in 2023 den Betrieb der Photovoltaik-Anlage auf der Schlossberghalle abbildet, landete wegen einmaligen Anfangsaufwendungen im Minus. Dort liegt der Verlust bei 19 389,14 Euro.
Abweichend zu den verlustreichen Vorjahren weist der Betriebszweig „Nachnutzung Hallenbad“ im Jahresabschluss 2023 einen Gewinn von 31 077,55 aus. Dieser beruht auf einer deutlich höheren Gewinnausschüttung der Energiegesellschaft Unterkirnach (EGU) im Zusammenhang mit deren Veräußerung ihres Kundenstamms.
Die Übergabe der bisherigen Stromkunden der EGU an die EGT Energievertrieb GmbH spülte 140 000 Euro in die Kassen der EGU. Deren Ausschüttung an die Gemeindewerke war in 2023 mit 106 000 Euro dann auch ungewöhnlich hoch. Insgesamt ergibt sich damit für alle drei Betriebszweige der Gemeindewerke Unterkirnach ein Jahresverlust 2023 in Höhe von 38 943,26 Euro. Dieser wird auf neue Rechnung vorgetragen. Der gesamte Verlustvortrag erhöht sich dadurch auf 267 387,82 Euro.
Niedriger Schuldenstand
Bürgermeister Braun hob den niedrigen Schuldenstand der Gemeindewerke Unterkirnach hervor. Insgesamt liegen die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und gegenüber der Gemeinde zum Jahresende 2023 bei 58 000 Euro. Der Gemeinderat stimmte geschlossen zu, dass die Gemeinde Unterkirnach als Gesellschafterin der Gemeindewerke Unterkirnach GmbH den Jahresabschluss 2023 feststellt und genehmigt. Ebenso einhellig stimmte das Ratsgremium dem Verlustvortrag zu.
In derselben Sitzung nahm das Gremium den Jahresabschluss 2023 der EGU zur Kenntnis. Wegen der Veräußerung des Kundenstamms lag der Jahresüberschuss 2023 mit 185 000 Euro deutlich über dem Vorjahresniveau.