Verirren durchaus erwünscht
: Schwenningen hat jetzt ein Maislabyrinth

Ein Landwirtschaftslehrpfad, der Spaß für Groß und Klein bietet: Das ist das Maislabyrinth, das Familie Maier vom Schwenninger Schillerhof auf die Beine gestellt hat.
Von
Mareike Kratt
Oberndorf
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Freuen sich auf viele Besucher, die das neue Maislabyrinth an der Weilersbacher Straße in Schwenningen nutzen: (von links) Aimée, Daniela, Cedric und Bernd Maier vom Schillerhof.

Mareike Kratt

Fast drei Meter hohe Maispflanzen ragen auf dem Feld am Rande der Weilersbacher Straße, kurz vor der Abzweigung Richtung Hankenberg hoch, in den Himmel – und zwar so weit das Auge reicht.

Dass sich hier drin seit ein paar Tagen ein Maislabyrinth befindet, darauf weist das große Eingangsschild zu Beginn hin. Mit dem spielerischen Landwirtschaftspfad hat die Familie Maier, die gegenüber den Schillerhof betreibt, ein absolutes Novum für die gesamte Doppelstadt geschaffen.

Für Daheimgebliebene

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien ist also das fertig geworden, was sich die Maiers schon länger als Ziel gesetzt haben: eine neue Freizeitaktivität zu schaffen – vor allem für alle daheimgebliebenen Familien, erklärt Daniela Maier die Motivation.

Das Feld hat die Familie gepachtet und bewirtschaftet es der Fruchtfolge nach alle ein bis zwei Jahre neu. Wurde dort noch im vergangenen Jahr Kürbis angepflanzt, säte man Anfang Mai sogenannten Silomais, wie Bernd Maier berichtet.

Als Futter oder Biogas

Im Gegensatz zum bekannten Zuckermais, der eher in wärmeren Gefilden, etwa im Rheintal, wächst, werde diese Maissorte entweder siliert als Futter für Kühe oder auch als Biogassubstrat zur Energiegewinnung genutzt, ergänzt Sohn Cedric, der sich derzeit im Landwirtschaftsstudium befindet und einmal in die Fußstapfen des Vaters treten wird.

Bernd und Cedric Maier erklären die Vorteile der Maispflanze.

Foto: Mareike Kratt

Ist die Pflanze in den vergangenen Wochen gehörig in die Höhe geschossen, müssen sich die Kolben erst noch bilden. Irgendwann im Oktober wird dann geerntet – und solange wird auch das rund ein Hektar große Maisfeld im vorderen Bereich stehen, berichtet Bernd Maier.

Linien eingezeichnet

Wie erstellt man überhaupt solch ein Labyrinth? Mit dem Vorhaben im Kopf hat Bernd Maier im Mai die doppelte Aussaatmenge genommen und „einmal längs und einmal quer gesät“. Sohn Cedric hat derweil auf einer digitalen Karte die Wegelinien eingezeichnet – erst diejenigen, die tatsächlich zum Ausgang führen, dann alle Querlinien, die eine Sackgasse bilden sollen.

Als der Mais die passende Höhe hatte, ist er die Wege abgelaufen, hat nachgemessen und in der vergangenen Woche mit einem Rasenmäher die Pflanzen herausgemäht. Für den Feinschliff hat er zudem mit einem Sichelmulcher die aus dem Boden herausstehenden Stoppeln gekürzt und störende Blätter herausgeschnitten. Rund vier Stunden sei er beschäftigt gewesen, erzählt der angehende Landwirt.

Doch beim reinen Labyrinth, durch das man den Weg zum Ausgang suchen muss und sich wahrscheinlich in der ein oder anderen Sackgasse verirren wird, wollten es die Maiers nicht belassen.

Rätsel und Stempel

Denn der Besucher wird auf dem Weg immer wieder auf Stationen stoßen, an denen Groß und Klein Halt machen dürfen: Für die Erwachsenen gibt’s Rätsel mit Fragen rund um die Landwirtschaft, während die Kinder fleißig Stempel sammeln dürfen. Am Labyrinth-Eingang stehen entsprechende Karten zum Ausfüllen und Bestempeln bereit.

Der Clou: Wer die Karten am Ausgang mit Kontaktdaten versieht und in den Briefkasten wirft, nimmt automatisch an einer Verlosung teil, die etwa Anfang Oktober stattfindet“, verrät Daniela Maier. Zu gewinnen gibt’s für Kinder unter anderem eine Traktorfahrt.

Ob der Weg in die richtige Richtung führt? Das Maislabyrinth vom Schillerhof hält einige Überraschungen bereit.

Foto: Mareike Kratt

Infotafeln rund um Mais, Kartoffeln und Co. ergänzen den Landwirtschaftspfad, und eine Bank sowie möglicherweise auch ein Hochsitz sollen zum Verweilen einladen. Rund eine Dreiviertelstunde bis Stunde Zeit dürfen die Besucher für das Labyrinth einplanen, sagt Cedric.

Erst der Anfang

Familie Maier ist gespannt, wie ihr Projekt angenommen wird – und hat auch schon für nächstes Jahr ein erneutes Maislabyrinth im Visier, das auf den diesjährigen Erfahrungen und Reaktionen der Besucher aufbauen soll. „Wir freuen uns, für Schwenningen etwas Gutes zu tun – und für das Image der Landwirtschaft.“

Das Maislabyrinth

Gut zu wissen
Das Labyrinth im Maisfeld an der Weilersbacher Straße 141, gegenüber vom Schillerhof in Schwenningen, ist bis voraussichtlich Anfang Oktober täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Rund eine Stunde Zeit sollte fürs „Verirren“ eingeplant werden. Familie Maier empfiehlt festes Schuhwerk. Parkplätze gibt’s vor Ort am Seitenstreifen sowie auf der Wiese hinter der Grüngutsammelstelle.

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