Unfallstrecke in VS: Knappe Mehrheit will mobilen Blitzer auf der Steig

Einen mobilen Blitzer soll es Auf der Steig zwischen Villingen und Schwenningen geben.
Marc Eich/Marc Eich„Jeder schwere Unfall ist einer zuviel“, sagt Bürgeramtsleiter Ralf Glück – und natürlich sei man als Verkehrsbehörde in der Pflicht, zu prüfen, wie man auf der Schwenninger Steig solchen Unfallereignissen entgegenwirken könne.
In Bezug auf die wichtige Verbindungsstrecke zwischen Villingen und Schwenningen, auf der sich auch schon tödliche Unfälle ereignet haben, schlägt Glücks Behörde eine feste Geschwindigkeitsmessanlage vor.
Zwar handle es sich mit Blick auf die Zehn-Jahres-Statsitik um „keinen Unfallschwerpunkt“, betonte Glück – und bekräftigte dann dennoch seinen Vorschlag, eine feste Messanlage aufzustellen.
Geringe Verstoßquote
Auf Nachfrage von Oberbürgermeister Jürgen Roth, wie denn stattdessen das Aufstellen eines Blitzeranhängers – des sogenannten Enforcement Trailers – zu bewerten sei, betonte der Amtsleiter, dass sich die Anschaffung eines solchen schneller amortisiere als eine feste Anlage. Grund: Die Verstoßquote sei bei fest installierten Messanlagen „sehr, sehr gering“.
Anders sieht es da erfahrungsgemäß bei den mobilen Blitzern aus, wie die Stadt ja bereits aus eigener Erfahrung weiß, weil sie solche Geräte schon besitzt. Bei denen waren die Anschaffungskosten angesichts vieler Temposünder schnell wieder kompensiert. Mit einem solchen Trailer könnte man zwischen festgelegten Standorten durchwechseln. Angedacht sind hier eben die Steig, drei Standorte am Villinger Innenring und die Straße am Marktplatz in Schwenningen, für die man im Übrigen eine solche Anschaffung im Gremium ohnehin schon beschlossen hat.
Katharina Hirt (CDU) plädierte für ihre Fraktion dennoch für eine stationäre Anlage auf der Steig, „weil wir das Ziel haben, die Geschwindigkeit an diesem Punkt dauerhaft zu reduzieren.“ Auch ihr Fraktionskollege Dirk Sautter betonte, dass ja genau die Berechenbarkeit der Anlage der Effekt sei, auf den man zähle – und das mögliche Argument, dass man nach dem festen Blitzer direkt wieder Gas geben könne, gelte für mobile Anlagen auch.
Mehr Flexibilität
Ulrike Heggen sprach sich hingegen seitens der Fraktion der Freien Wähler gegen eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachung und stattdessen für den Einsatz eines mobilen Enforcement Trailers aus. Bei beiden Varianten sei „der erzieherische Effekt definitiv vorhanden”. Aber mit der mobilen Variante sei man flexibler.
Olaf Barth (AfD) wiederum meinte: „Wir wollen 24 Stunden am Tag eine Überwachung haben”, deshalb sei man für eine stationäre Anlage.
Ulrike Merkle (Grüne) wiederum hielt die stationäre Anlage für zu berechenbar. Ein Enforcement Trailer sei effektiver, könne an mehreren neuralgischen Punkten eingesetzt werden und werde sich innerhalb kürzester Zeit amortisieren; sie regte an, die Mittel dafür im nächsten Haushalt einzustellen. Armin Schott, ebenfalls Grüne, meinte, dass einen ja niemand daran hindere, einen solchen mobilen Apparat schwerpunktmäßig auf der Steig aufzustellen – damit ergäbe sich dann ein ganz ähnlicher Effekt wie bei einer fest installierten Anlage, aber man hätte immer noch die Möglichkeit, das Gerät auch anderswo einzusetzen.
„Wollen schnell reagieren“
Nicola Schurr (SPD) plädierte ebenfalls für einen mobilen Trailer. Mit dem sollten seiner Meinung nach dann die neuralgischen Unfallschwerpunkte gezielt ins Visier genommen werden. Für die Anschaffung eines solchen Trailers bat er die Verwaltung, zu prüfen, ob man nicht auch schon im aktuellen Haushalt noch Mittel dafür finde. „Wir wollen schnell reagieren, das habe ich aus allen Fraktionen gehört“, betonte Schurr. Außerdem rege man an, mit der Landespolizei zu besprechen, ob diese nicht auch Kontrollen auf der Steig machen könne
Oberbürgermeister Jürgen Roth stellte schließlich die Anschaffung eines Enforcement Trailers zur Abstimmung. Bei neun Ja- und sieben Nein-Stimmen gab es einen knappe Mehrheit für ein mobiles Gerät. Der entsprechende Empfehlungsbeschluss geht an den Gemeinderat, der in der nächsten Woche dann final entscheiden wird.
Der OB nahm bis dahin den Prüfauftrag mit, abzuklären, ob Mittel zur Anschaffung eines solchen Trailers nicht erst im nächsten Haushalt, schon zeitnah zur Verfügung stehen könnten. „Ich weiß jetzt nicht, ob das klappt“, gab er zu – und ließ dann doch wohl angesichts der momentanen finanziellen Lage noch eine Tendenz durchblicken: „Eher nicht”.
