Übung in Villinger Innenstadt
: Wie die Feuerwehr im Ernstfall reagiert

Die Hauptübung der Feuerwehr Villingen in der an einem schönen Spätsommertag sehr gut besuchten Villinger Innenstadt bestand aus zwei realitätsnahen Einsatzszenarien.
Von
Willi Zimmermann
Oberndorf
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Gefahrgut war im Verzuge bei einem angenommenen Verkehrsunfall in der Villinger Innenstadt, das von Spezialisten in Vollschutzkleidung geborgen und gesichert wurde.

Willi Zimmermann

An der Ecke Rietgasse/Rietstraße, am Platz vor dem Franziskanermuseum, wurde ein Verkehrsunfall zwischen einem Auto mit mehreren Personen und einem Gefahrgut-Transporter simuliert.

Ein komplexes Szenario mit fünf verletzten Personen, darunter mehreren Eingeschlossenen und Eingeklemmten, dazu eine potenzielle chemische Gefährdung.

Die Feuerwehr demonstrierte, wie eine technische Rettung mit hydraulischem Gerät, wie zum Bespiel Spreizern, abläuft. Außerdem die Dekontamination von Verletzten und den Umgang mit Gefahrstoffen, alles in engster Zusammenarbeit und Abstimmung mit anderen Rettungskräften wie dem Roten Kreuz.

„Wir wollen euch so nahe wie möglich alles zeigen, wie so etwas abläuft“, erklärte Klaus Rappenegger den wie auf einer Ehrentribüne zahlreich anwesenden Zuschauern. In einem Ernstfall wäre alles großräumig abgesperrt, und auch das in unmittelbarer Nachbarschaft stattgefundene Oktoberfest wäre mit einem Schlag beendet worden.

Kritik an Einsätzen

Und auf immer wiederkehrende Kritik, dass dies mit der Personenrettung aus dem Fahrzeug so lange geht, hielt Klaus Rappenegger entgegen, das der Notarzt letztlich entscheide, wie vorgegangen und versorgt wird. Es ist nicht mehr wie vor 50 Jahren, dass die zu rettenden Personen einfach so aus dem Auto herausgezerrt werden.

Zweites Szenario

Nur wenige Meter entfernt erfolgte das zweite Szenario mit einem klassischen Brandeinsatz, einem Wohnungsbrand in der ehemaligen Stadtapotheke in der Rietstraße. Starke Rauchentwicklung, vermisste Handwerker, die mit Steckleitern und der Drehleiter aus dem Gebäude geholt werden mussten.

Der Übung geschuldet war, dass in diesem Fall auf eine Riegelstellung zur Sicherung der Nachbargebäude verzichtet wurde, erklärte Klaus Rappenegger den Zuschauern.

In den engen Häuser der Villinger Innenstadt sind Verletze oft nur mit Drehleiter sowie Rettungskorb mit Schleifkorbtrage aus den Häusern zu retten.

Foto: Willi Zimmermann

Großen Beifall erhielten auch die „Brandopfer“ im Kinderalter, die sich getraut haben, sich über Steckleiter und Drehleiter im Rettungskorb mit montierter Schleifkorbtrage haben retten lassen.

Zu viele Fahrzeuge?

Auf ein im täglichen Leben immer wieder mal gehörtes Geschwätz, dass die Feuerwehr zu jedem Einsatz mit Drehleiter und schwerem Gerät komme, auch wenn nur ein Kochtopf brenne, merkte Rappenegger an: Wissen wir was los ist? Wenn wir ausrücken würden, ohne jede Möglichkeit anzunehmen und es würde dann doch gebraucht, was wäre dann erst los.

An der Übung waren 80 Feuerwehrleute beteiligt, ein breites Spektrum von Spezialisten, davon neun aus Rietheim sowie zwölf Helfer vom Roten Kreuz einschließlich Notarzt.

Unter den Zuschauern befand sich auch eine größere Delegation der Feuerwehr aus der französischen Partnerstadt Pontarlier.

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