Trossinger Kultursaison: Fünf Musiker und ein Barkeeper

„The Dubliners“ galten als die bekannteste Gruppe des Irish Folk. Erinnerungen an diese Gruppe präsentiert mit einer Produktion vom Londoner West End „Seven drunken nights“.
Ingrid KohlerDie Kultursaison 2025/26 hätte eigentlich schon am 2. Oktober mit „Seraph Brass“ beginnen sollen, die aber wegen eines technischen Defekts am Flugzeug nicht rechtzeitig in Trossingen sein konnten.
Die gute Nachricht hatte der Kulturbeauftragte Frank Golischewski zu Beginn des „Ersatzstartes“: „Seraph Brass kommt nächstes Jahr“ und schwärmte bereits von der Hommage an die legendären Dubliners, die an diesem Abend mit einer fantastischen Bühnenshow mit großer Kulisse von „Seven drunken nights“, einer original Irish-Rock-Band, präsentiert wurde.
Schon vor dem Beginn der Show, aber auch in der Pause, konnten die Besucher, sofern sie es separat gebucht hatten, im kleinen Saal bei Mirela und Alexander Kauth von Wivicanto in Denkingen eintauchen in die Welt des Irish Whiskeys. Ursprünglich Bauingenieur kam Alexander Kauth bei einer Geburtstagsfeier auf den Geschmack für Whiskey und wurde im Laufe der Zeit ein Experte rund Whiskey, aber auch Gin und Wein.
Sieben Sorten dabei
„Passend zu den Dubliners haben wir heute sieben Sorten dabei – alle haben einen Musikhintergrund“, so Kauth. Vier Sorten davon mit Aromen von Kaffee über Bier bis zu Raucharomen, konnten verkostet werden. Mit dem überaus großen Wissen von Whiskey-Spezialist Alexander Kauth erfuhren die vielen Besucher bei der Verkostung, wie unterschiedlich die Geschmacksnuancen sein können.
Von der Vielseitigkeit irischer Whiskey-Kunst ging es direkt über zu den „Dubliners“, deren Story im Jahr 1962 begann. Auf ihrer Europatournee wurde diese Story präsentiert vom Newstar-Management Dannbacher aus der Nähe von Heidelberg, die eine Produktion vom Londoner West End unter Vertrag genommen hat.
Fünf Musiker und ein Barkeeper würdigten auf der Bühne des Konzerthauses das Erbe der berühmtesten Söhne Irlands in authentischem Stil.
Schon beim ersten Song, dem irischen Volkslied „The wild Rover“, in Deutschland bekannt unter dem Titel „An der Nordseeküste“, klatschte das Publikum mit.
Viele Anekdoten
Die Konzertbesucher erlebten mit vielen Anekdoten und Erinnerungen, die zwischen den Songs in englischer Sprache erzählt wurden, die Geschichte der original Dubliners. In einem beeindruckenden Solo ging es bei „Dublin in the Rare Old Times“ um die Erinnerungen an die Stadt Dublin.
Mit „Seven drunken nights“, einem Hit, der im Jahr 1967 auf Platz sieben in den Top of he Pops landete, der aber damals in Irland überhaupt nicht hätte veröffentlicht werden dürfen, verabschiedeten sich die Musiker mit viel Applaus in die Pause.
Viele stimmgewaltige Songs
Während die meisten Songs stimmgewaltig und passend zum typisch irischen Folk, Füße stampfend präsentiert wurden, gab es auch A-Capella-Beiträge. Tief ergreifend war der Song „Kelly the Boy from Killane“, eine Hommage an den im Jahr 1984 im Alter von 43 Jahren an einem Hirntumor verstorbenen Mitbegründer der Dubliners, Luke Kelly.
Zum Mitklatschen wurde das Publikum immer wieder animiert, und als es hieß „alle aufstehen“ ließ man es sich nicht zwei Mal sagen.
Mit einem der bekanntesten Songs, nämlich „Whiskey in the Jar“ (Whiskey im Krug) stieg die Stimmung im Konzertsaal an. „The Last Song“ wurde angekündigt „Alive Alive O“, gefolgt von einem riesen Applaus. Und schon waren die Musiker hinter der Bühne verschwunden.