Trossingen sagt ade
: „Einfach spitze, dass Du da warst!“

16 Jahre lang war Thomas Schmollinger Pfarrer der Seelsorgeeinheit Trossingen-Gunningen-Durchhausen. Jetzt geht seine Reise weiter.
Von
Ingrid Kohler
Oberndorf
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Pfarrer Thomas Schmollinger war nicht irgendein Pfarrer, sondern einer mit einem ganz besonderen Humor. Entsprechend lustig und schwungvoll wurde er verabschiedet.

Kohler

Ihn zieht es ihn nur wenige Kilometer weiter in die Seelsorgeeinheit Neckar-Baar. Mit einem mehr als zweistündigen Gottesdienst, der kirchenmusikalisch auf höchstem Niveau von Kantor Edgar Blaas an der Orgel und seinem Theresienchor, mitgestaltet wurde, wurde Pfarrer Thomas Schmollinger am Samstag verabschiedet.

Ein Gemeindefest unter den schattigen Bäumen im Kirchgarten schloss sich an. So unkonventionell und einfach etwas anders, so wie man Thomas Schmollinger in all den Jahren erlebt hat, bunt und leger, und doch mit einer besonderen Sinnhaftigkeit war auch dieser Gottesdienst. „Mega, dass Sie alle da sind“, freute sich Schmollinger, nachdem er mit zahlreicher Begleitung mit einem Köfferchen und einem schwingenden Tanzband eingezogen war. „Ich habe vor 16 Jahren drei Gemeinden übernommen und etwas Verrücktes gemacht“, sagte Schmollinger, nahm die Trommel in die Hand und sang wie damals, „Danke Jesus“. Dann habe er gesagt „Jetzt bin i do“.

Jetzt blickte er zurück „16 Jahre, was bleibt?“

Ein rührender Abschied

Es seien Spuren und Begegnungen im Herzen. „Vielleicht habe ich manchmal zu forsch, zu langsam oder zu schnell agiert oder reagiert“, sagte er, und bat höflichst um Entschuldigung. Sein Jahr in Uganda habe ihn geprägt und er habe auch gespürt, wenn er „zu viel Uganda“ mit ins Spiel brachte, sei dann einfach wieder zurückgerudert. „Insgesamt bin ich ein fröhlicher Mensch geblieben“, betonte er mit Blick auf seine noch andauernde Ausbildung zum Krankenhausclown.

„Investitur heißt anziehen“, sagte Schmollinger „und wenn man geht, heißt es ausziehen“, zog Stola und sein weißes Gewand aus und legte es gemeinsam mit seinem Messgeschirr und einigen weiteren ihm lieb gewordenen Dingen in den Koffer. Bei der Verabschiedung spiele Humor und Bier eine wichtige Rolle, betonte Siegbert Fetzer, denn „Thomas Schmollinger lädt nachher alle ein zum Freibier“.

16 Jahre als Pfarrer in der Seelsorgeeinheit sei eine ungewöhnlich lange Zeit gewesen. „Ich werte dies als Kompliment für alle drei Kirchengemeinden“. Deshalb feiere man heute nicht den Weggang, sondern „die schöne Zeit, die wir alle zusammen gestaltet haben“.

Pfarrer Schmollinger habe vieles erlebt und bewegt und mit seiner besonderen Art die Herzen der Menschen erreicht, sagt Dekanatsreferent Hans-Peter Mattes. „Wir verabschieden heute einen wunderbaren und schon besonderen Pfarrer mit Weitblick in die ganze Welt, mit großer Gastfreundschaf, Witz und Humor, der immer gut tut, wenn es denn passt“.

Die Seelsorgeeinheit dürfe sich aber auf die Investitur von Pfarrer Benni freuen am 21. September um 14 Uhr, hier in der Theresienkirche.

Große Anteilnahme

Zahlreiche Redner bedachten Schmollinger mit warmen Worten und Geschenken – seitens des ACK gab es etwa aus den Händen von Pfarrer Torsten Kramer Clown-Accessoires, von Trossingens Bürgermeisterin Susanne Irion, Bürgermeister Simon Axt aus Durchhausen und Steffen Haller aus Gunningen gab’s unter anderem einen Tropenhut samt Köfferchen.

Gerne genutzt wurde als Ausklang das Fest im Garten „Einfach spitze, dass du da warst“, sangen die Mitarbeiter der Kindergärten St. Josef und Don Bosco und sangen damit wohl vielen aus dem Herzen.

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